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Außenpolitische Bilanz - War Trump ein "Präsident des Friedens"?

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Ex-Präsident Trump und seine Anhänger behaupten immer wieder, seine Amtszeit sei friedlicher gewesen als die seiner Vorgänger. Er habe Kriege beendet, nicht begonnen. Stimmt das?

Ex-US-Präsident Donald Trump.
US-Präsidenten haben in der Außenpolitik viel Gestaltungsspielraum. (Archivbild)
Quelle: Evan Vucci/AP/dpa/Archiv

Vor den Kopf gestoßene Verbündete, aufgekündigte Abkommen, Sympathiebekundungen für Diktatoren - Urteile über die Außenpolitik der Trump-Administration fallen seit Jahren vernichtend aus.

Dennoch behaupten Trump-Anhänger, der Ex-Präsident habe vor allem im Vergleich mit seinem Vorgänger Barack Obama für Frieden in der Welt gesorgt und Konflikte beendet anstatt begonnen. "President of Peace" - "Präsident des Friedens" nannten sie ihn immer wieder. Die Trump-Kampagne und Ex-Außenminister Mike Pompeo forderten sogar mehrfach den Friedensnobelpreis.

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Trump startete keine neuen Kriege - führte alte aber weiter

Tatsächlich begannen die USA unter Ex-Präsident Trump keine neuen Kriege, sagt Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King‘s College in London, ZDFheute:

Trump hatte tatsächlich eine Art Doktrin, wonach er sich gegen langwierige militärische Interventionen im Ausland wendete. Das hat er auch durchgehalten.
Professor Peter Neumann, King’s College London

Das sei auch schon unter seinem Vorgänger Barack Obama Konsens gewesen, betont Neumann. Der Eingriff in den libyschen Bürgerkrieg 2011 ging von Frankreich und Großbritannien aus, nicht den USA. Im Kampf gegen den Islamischen Staat hielten sich die USA lange zurück. "Diesen Krieg hat Trump nach seiner Amtsübernahme weitergeführt und sogar forciert", so Neumann.

Elmar Theveßen spricht in Washington mit der Außen- und Sicherheitsexpertin des Brookings Instituts, Constanze Stelzenmüller, über Donald Trumps Außenpolitik.

Beitragslänge:
8 min
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US-Truppenabzug: Viel angekündigt, wenig umgesetzt

Immer wieder kritisierte Trump das Verteidigungsbündnis Nato. Tausende US-Truppen sollten darum vor allem aus Deutschland abgezogen werden.

"Das Pentagon hat immer wieder versucht, seine grundsätzlichen Entscheidungen zu verwässern und hinauszuzögern", beschreibt Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr in München, gegenüber ZDFheute.

Wesentliche Entscheidungen seien von seinen Generälen wie Jim Mattis und anderen hochrangigen Technokraten getroffen worden, argumentiert auch Neumann.

Wann immer sich Trump persönlich einmischte, wie zum Beispiel beim syrischen Truppenabzug, ging es drunter und drüber.
Professor Peter Neumann, King’s College London

Insgesamt zog Trump so bis Ende seiner Amtszeit weit weniger Truppen aus dem Ausland ab als sein Vorgänger.

US-Drohnenkrieg nahm an Intensität deutlich zu

Weniger US-Truppen am Boden hieß nicht automatisch auch weniger US-Kriegsführung - die Lücke wurde vielerorts mit unbemannten Kampfdrohnen gefüllt. Keine Administration setzte Drohnen so flächendeckend ein.

Während der achtjährigen Amtszeit Barack Obamas zählte die britische Organisation Bureau of Investigative Journalism 1.878 Drohnenschläge. Unter Trump waren es zwischen Januar 2016 und Januar 2020 mindestens 12.567 – vor allem in Afghanistan.

Die Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimanis durch eine US-Drohne löste im Januar 2020 beinahe einen Krieg zwischen beiden Staaten aus.

Besonders bei Drohnenschlägen und dem Einsatz von Spezialkräften im Ausland war Trump alles andere als zurückhaltend.
Professor Peter Neumann, King’s College London

Ins mediale Bild eines Friedenspräsidenten passte das nicht. Darum nahm Trump im März 2019 etwa ein Dekret Barack Obamas zurück, wonach die Zahl der Drohnenschläge und der zivilen Opfer jährlich offengelegt werden müssen.

USA vermittelten zwischen Israel und arabischen Staaten

Einen wichtigen diplomatischen Durchbruch haben Trump und sein Berater Jared Kushner bei den Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten erreicht.

Das ist eine der wenigen positiven Bilanzen der Trump-Administration.
Professor Carlo Masala, Universität der Bundeswehr München

"Die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und einigen arabischen Staaten bringt ein gewisses Maß an Ruhe und Stabilität in diese Region", so Masala. Man dürfe aber nicht verkennen, dass hier eine anti-iranische Allianz geschaffen wurde.

Fazit: Trump war kein Präsident des Friedens

Für Masala ist die Kritik an der Außenpolitik der Ära Trump berechtigt: "In der Aussage, dass er friedlicher gewesen sei, steckt null Wahrheit. Das einzige, was stimmt ist, dass er keine neuen Kriege angefangen hat. Aber er hat diverse Regionen in der Welt durch seine Politik destabilisiert, Konflikte geschürt, Handelskriege vom Zaun gebrochen und diktatorischen Regimen freie Hand gelassen. Friedlich war daran nichts."

Felsendom auf dem Tempelberg

Ein "Deal des Jahrhunderts"? - Was hinter Trumps Nahost-Plan steckt 

Frieden für den Nahen Osten: Eine Aufgabe, der sich schon viele US-Präsidenten gestellt haben. Trump erntete mit seinem Plan Lob von Israel, Frust bei Palästinensern. Eine Analyse.

von Katharina Schuster
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