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Das Wesen des Donald Trump

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Bolton-Buch enthüllt Details - Das Wesen des Donald Trump

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Das Buch von Trumps Ex-Sicherheitsberater John Bolton zeigt einmal mehr, dass dem US-Präsidenten der eigene Vorteil wichtiger ist als die Integrität der Demokratie. Ein Kommentar.

Kommentar: Elmar Theveßen zu Boltens Vorwürfe gegen Trump
Kommentar: Elmar Theveßen zu John Boltons schweren Vorwürfen gegen US-Präsident Trump.
Quelle: ZDF/AP

Das Bolton-Buch liefert neue, eindrucksvolle Details, ohne das Gesamtbild des US-Präsidenten zu verändern. Donald Trump hatte auch öffentlich schon Staaten wie Russland und China aufgefordert, durch Ermittlungen gegen Joe Biden Einfluss auf das amerikanische Wahlsystem zu nehmen.

Wenn Trump also seinen chinesischen Amtskollegen Xi bittet, ihm durch den Kauf von landwirtschaftlichen Produkten die Wiederwahl zu ermöglichen, zeigt das nur, dass dem US-Präsidenten der eigene Vorteil wichtiger ist als die Integrität der amerikanischen Demokratie.

John Bolton, der frühere Sicherheitsberater des Weißen Hauses, kritisiert Trump in seinem Buch scharf: Er soll in China mehrfach um Unterstützung bei der Wiederwahl gebeten haben.

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Dass Trump angeblich keine Einwände gegen die Internierungslager für die muslimische Minderheit der Uiguren in China hatte, passt ins Bild eines Mannes, der auch kein Problem hat, Kinder von ihren Eltern zu trennen und in amerikanischen Camps festzuhalten.

Fototermine wichtiger als Rechte der Demonstranten

All das ist genauso plausibel, wie Boltons Darstellung, dass Trump dem Autokraten Erdogan Hilfe in einem rechtsstaatlichen Verfahren in den USA versprach und dass ihm ein Fototermin mit dem nordkoreanischen Diktator Kim wichtiger war als der Erhalt einer starken Verhandlungsposition gegenüber einem verbrecherischen Regime.

Donald Trumps Ex-Sicherheitsberater John Bolton hat ein Buch über die Vorgänge im Weißen Haus geschrieben. Der Präsident kommt darin nicht gut weg und bezeichnet Bolton als Lügner.

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Vor wenigen Wochen war in den Straßen Washington zu sehen, dass ihm ein Fototermin, bei dem er eine Kirche und eine Bibel als Propagandawerkzeuge missbrauchte, wichtiger war als die verfassungsmäßigen Rechte der friedlichen Demonstranten vor dem Weißen Haus.

Trump kann Verkauf des Bolton-Buchs nur verzögern

Die Trump-Administration versucht, den Verkauf des Buches noch zu verhindern. Bestenfalls könnte sie es nur verzögern, denn der Oberste Gerichtshof der USA hat die Latte in früheren Fällen sehr, sehr hoch gelegt. Die Regierung müsste den möglichen Schaden durch das Buch belegen, dafür aber müsste sie zugeben, dass weite Teile tatsächlich wahr sind.

Stattdessen behauptet Trump aber, dass Bolton nur Lügen verbreitet. Wenn es aber Lügen wären, wäre diese keine Verletzung der Geheimhaltungsregeln.

Was hat John Bolton davon?

John Bolton ist dennoch kein Held. Seine Aussage im Amtsenthebungsverfahren hätte einen Unterschied machen können, stattdessen schwieg er, um mit seinem Buch Kasse zu machen. Das ist moralisch nicht besser als das, was er dem Präsidenten der Vereinigten Staaten vorwirft: Den eigenen Nutzen über das Wohl der Nation zu stellen.

Im Wahlkampf könnte es Trump dennoch schaden, weil mit dem Nationalen Sicherheitsberater John Bolton, dem Verteidigungsminister James Mattis und dem Stabschef des Weißen Hauses John Kelly immer mehr höchstrangige, ehemalige Mitglieder der Trump- Administration bestätigen, was die politischen Gegner über das Wesen des Präsidenten immer behauptet haben: Dass Donald Trump ein bösartiger Narzisst ist, dem zum eigenen Nutzen jedes Mittel recht ist, auch wenn es dem Land schadet und den amerikanischen Rechtsstaat untergräbt. 

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