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Wahlkampfveranstaltung in Ohio - Trump ist wieder da

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Donald Trump schart seine Anhängerschaft um sich - bei der ersten Großkundgebung seit dem Ende seiner Präsidentschaft. Die zeigt: An Trump kommt kein Republikaner vorbei.

Donald Trump, der frühere US-Präsident, kämpft weiter in einem Wahlkampf in seiner eigenen Partei: In einem Rachefeldzug spricht er vor Anhängern, um einen republikanischen Kongressabgeordneten abzulösen, der für Trumps Amtsenthebung gestimmt hatte.

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Schon Kilometer vor dem Jahrmarktgelände in Wellington, Ohio, bewegen sich die beflaggten Autos nur noch im Schritttempo vorwärts. Darauf zu lesen: "Trump 2024" oder "Make America Great Again", die Klassiker. Der Andrang zur Kundgebung ist groß. Einige steigen aus, laufen zu Fuß weiter. Man winkt sich zu, lacht, die Stimmung ist ausgelassen. Fast könnte man meinen, die Leute seien auf dem Weg zu einem Musikfestival.

Das ändert sich schlagartig beim Vorprogramm zur Rede des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Kongressabgeordnete wie die Trump-getreue Marjorie Taylor Greene stimmen die Menge schon mal ein. Die Sprechchöre sind bekannt: "Nancy Pelosi - feuern!", "Die Medien - Fake", "die Wahl - gestohlen", "der wahre Präsident - Donald Trump". Wütende Parolen werden Richtung Podium - oder gleich in die Kameras der Journalist*innen - gebrüllt.

Die erste Großkundgebung seit dem Ende seiner Präsidentschaft zeigt: An Donald Trump kommt bei den Republikanern keiner vorbei.

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Bidens Regierung als "totale Katastrophe"

Es sind Tausende, die nach Ohio gekommen sind. Die Polizei spricht von etwa 20.000 Menschen. Der eigentliche Anlass dieser Veranstaltung, die unter dem Motto "Save America" ("Rette Amerika") firmiert: Trump unterstützt einen seiner ehemaligen Mitarbeiter im Weißen Haus, den Republikaner Max Miller.

Trump-Anhänger bei seinem Auftritt in Wellington, Ohio
Trump-Anhänger in Ohio: Stimmung fast wie auf einem Festival.
Quelle: ZDF/Nina Niebergall

Als Trump dann ans Podium tritt, spricht er gleich 90 Minuten und holt zum Rundumschlag aus. Die Regierung Joe Bidens sei eine "totale Katastrophe". Sogar Richtung Deutschland teilt der ehemalige US-Präsident aus: Er "möge" Bundeskanzlerin Angela Merkel, "aber sie ist tough und sie ist smart und sie nutzt die USA aus".

Mit Blick auf die kommenden Kongresswahlen, bei denen auch Miller antreten will, sagt Trump: Man werde die "radikalen Demokraten" besiegen.

Wir werden das Repräsentantenhaus zurückerobern, wir werden den Senat zurückerobern, und wir werden Amerika zurückerobern, und wir werden es bald tun.
Donald Trump, ehemaliger US-Präsident

Miller kandidiert im Wahlkreis von Anthony Gonzales. Setzt er sich bei den republikanischen Primaries durch, könnte er bei der nächsten Kongresswahlen im Herbst 2022 statt ihm ins Repräsentantenhaus einziehen.

Trump geht gegen seine Kritiker*innen vor

Diese Kampfkandidatur ist kein Zufall. Denn Gonzales hat im Kongress als einer von nur zehn republikanischen Kongressabgeordneten für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump gestimmt - nachdem am 6. Januar ein wütender Mob das US-Kapitol gestürmt hatte.

Antony Gonzales ist uns in den Rücken gefallen, weil er dafür gestimmt hat, Präsident Trump des Amtes zu entheben.
Annie, Trump-Anhängerin aus Ohio

Gegen diese zehn geht Trump systematisch vor. Er installiert loyale Parteifreunde als Gegenkandidat*innen - oder sorgt dafür, dass Kritiker*innen ihre Ämter verlieren. Seine Botschaft: Legt euch nicht mit mir an.

Trump-Anhänger bei einer Rede in Wellington, Ohio
Viele Trump-Anhänger wollen eine erneute Trump-Kandidatur 2024.
Quelle: ZDF/Nina Niebergall

Ohio war nur der Anfang von Trumps Tour

Tatsächlich legt sich niemand mit ihm an. Die republikanische Partei steht hinter ihm. Zu groß ist die Sorge vieler, dass die konservative Basis der Wählerschaft nach wie vor hinter Trump steht.

Das zeigte sich zuletzt an ihrem Umgang mit der Kongressabgeordneten Liz Cheney, die eigentlich seit Jahren eine feste Größe in der Partei war. Sie ist aber auch eine der schärfsten Kritikerinnen Trumps, prangerte im US-Kongress immer wieder seine Lügen an.

In Wirklichkeit wurde Präsident Trump zum Präsidenten gewählt. Die Wahl wurde gestohlen. Es gibt so viel Betrug. Aber es wird noch passieren: Trump 2021.
Rob, Trump-Anhänger aus Minnesota

Der Trump-Auftritt in Ohio ist nur der erste seiner Art. Anfang Juli ist eine weitere Kundgebung in Tampa, Florida, geplant. Dazwischen reist Trump nach Texas, um die Grenze zu Mexiko zu besichtigen und Stimmung gegen die Einwanderungspolitik der neuen Regierung zu machen. Weitere Termine sind geplant.

Lügen um die "gestohlene Wahl"

Und so leben mit Donald Trump auch die Lügen weiter, die er über die vergangene Präsidentschaftswahl verbreitet. Dass es sich dabei um Wahlbetrug handele, dass die Wahl von Biden und der demokratischen Partei "gestohlen" worden sei.

Egal, wen man bei der Kundgebung in Ohio fragt: Alle folgen sie dieser Narration. Trump ist nach wie vor ihr Präsident. Und wenn es nach ihnen geht, soll er seine vagen Versprechungen wahrmachen - und auch 2024 wieder kandidieren. Den Rückhalt in der republikanischen Partei hätte er.

Die große Mehrheit der Deutschen hat für Donald Trump nur Hohn und Spott übrig: Ein Präsident, der nichts auf die Reihe kriegt. Doch in den Augen seiner Anhänger hat er geliefert.

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