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Verhaltene Kritik an Moskau - Trump: Keine Beweise für Nawalny-Vergiftung

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Laut Donald Trump habe die US-Regierung keine Beweise für eine Vergiftung von Alexej Nawalny gesehen. Während er mit Kritik an Moskau spart, wirft er Deutschland Doppelmoral vor.

US-Präsident Trump spricht während eines Briefings im Weißen Haus zu Journalisten.
US-Präsident Trump während eines Briefings im Weißen Haus.
Quelle: chris kleponis/pool/epa-efe/shut

Die US-Regierung hat nach Worten von Präsident Donald Trump noch keine Beweise für eine Vergiftung von Alexej Nawalny gesehen, zweifelt aber nicht an Deutschlands Erkenntnissen.

Trump: Werden uns den Fall Nawalny anschauen

"Ich weiß nicht genau, was passiert ist. Es ist tragisch, furchtbar, wir haben noch keine Beweise gesehen, aber werden es uns anschauen", sagte Trump.

Für den Fall, dass sich der Verdacht gegen Moskau bestätige, wäre er "sehr verärgert", sagte Trump. Russland bestreitet, in die Vergiftung des 44 Jahre alten Politikers verwickelt zu sein.

Vertreter der Nato-Staaten beraten heute in einer Sitzung über mögliche Reaktionen auf die Vergiftung Nawalnys. In Deutschland wird diskutiert, ob als Sanktionsmöglichkeit auch ein Baustopp für die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 infrage kommt.

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Trump hat gute Beziehungen zu Putin

Der US-Präsident hielt sich derweil mit Kritik an Moskau zurück und betonte stattdessen, er habe eine gute Beziehung zum russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Die Bundesregierung sieht es als erwiesen an, dass Nawalny mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet wurde. Der Kreml-Kritiker war auf einem Flug in seiner Heimat plötzlich ins Koma gefallen und wird auf Drängen seiner Familie in Berlin behandelt.

Trump wirft Deutschland Doppelmoral vor

Trump erneute seine Kritik am Pipeline-Projekt Nord Stream 2. Er verstehe nicht, wieso Deutschland mit Russland Geschäfte mache und zugleich Sanktionen gegen Moskau verhänge und dann noch von den USA erwarte, militärisch gegen das Land geschützt zu werden.

Auch in Deutschland gibt es inzwischen Politiker, die das Projekt wegen der Vergiftung Nawalnys kritisch sehen und beenden wollen.

Röttgen: Nord Stream 2 nicht fertigstellen

CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sagte zur “Rheinischen Post”:

Wenn Nord Stream 2 zu Ende gebaut würde, dann hätte die niederträchtige Vergiftung von Alexey Nawalny, die das Fass zum Überlaufen gebracht hat, keine Konsequenzen.
Norbert Röttgen

Eine stärkere Ermutigung für Putins Politik sei nicht denkbar. Der Dreh- und Angelpunkt für eine gemeinsame europäische Strategie sei es, Nord Stream 2 nicht fertigzustellen.

CDU-Außenpolitiker Röttgen: Alleingänge in der Russland-Politik stoppen

Röttgen forderte Deutschland und Frankreich auf, "Alleingänge" in der Russland-Politik zu beenden.

Nach Meinung von Energieökonom Marc Oliver Bettzüge ist die Gas-Pipeline Nord Stream 2 indes aus energiewirtschaftlicher Sicht "nicht von existentieller Bedeutung für die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Gasversorgung in Deutschland oder Europa."

Debatte über Sanktionen gegen Moskau

"Die bestehende Importkapazität würde auch ohne die Pipeline Nord Stream 2 ausreichen, um die absehbaren Gasbedarfe in der EU abzudecken", so der Experte zur "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Derweil wird zurzeit auf EU-Ebene über mögliche Sanktionen gegen Russland diskutiert. Bei einer Sondersitzung der Nato forderte Generalsekretär Jens Stoltenberg eine "unparteiische" Untersuchung des Falles.

Nato-Mitglieder: "Entsetzlicher Mordanschlag"

Die 30 Nato-Mitglieder hätten den "entsetzlichen Mordanschlag" auf den Kreml-Kritier "auf das Schärfste verurteilt", teilte Stoltenberg mit.

Der Einsatz von Nervenkampfstoffen sei "eine eklatante Verletzung des internationalen Rechts" und erfordere "eine internationale Antwort".

Schwedischer Ministerpräsident: Das war ein angriff auf die russische Opposition

Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven sieht Moskau bei der Aufklärung des Falls in der Pflicht. "Das war ein Mordanschlag, und wir verurteilen das aufs Schärfste. Es war ein Versuch, die Opposition in Russland zum Schweigen zu bringen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

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