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Cuomo kritisiert Trump als "rücksichtslos"

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Verletzter Mann in Buffalo - Cuomo kritisiert Trump als "rücksichtslos"

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Brutale Polizeigewalt gegen einen Demonstranten in Buffalo sorgte für Empörung. Der US-Präsident spricht in einem Tweet von einem "abgekarterten Spiel", Kritiker sind fassungslos.

Andrew Cuomo, Gouverneur von New York.
Andrew Cuomo, Gouverneur von New York.
Quelle: Michael Brochstein/ZUMA Wire/dpa/Archivbild

New Yorks Gouverneur Andrew Cumo hat US-Präsident Trump für einen Tweet scharf kritisiert, in dem er mit Blick auf eine Polizeiattacke gegen einen 75-jährigen Demonstranten in der Stadt Buffallo von einem möglichen "abgekaterten Spiel" sprach.

Der Präsident verbreite "Verschwörungstheorien", erklärte der Demokrat auf Twitter. Der Demonstrant Martin Gugino befinde sich immer noch im Krankenhaus, und Trump diskreditiere ihn. "Das ist grausam und rücksichtslos." Der Gouverneur sagte mit Blick auf den Präsidenten weiter:

Wenn er jemals einen Moment des Anstands verspürt, sollte er sich für diesen Tweet entschuldigen, denn er war völlig inakzeptabel.
Andrew Cuomo

Trump prangert verletzten Demonstranten an

Bei dem Demonstranten Martin Gugino könnte es sich um einen "Antifa-Provokateur" handeln, hatte Trump in seinem Tweet geschrieben. "Ich habe es mir angeschaut, er ist härter gefallen, als er gestoßen wurde." Gugino habe außerdem anscheinend "die Polizeikommunikation gescannt, um die Ausrüstung auszuschalten", schrieb der Präsident weiter.

Ein Video von der Polizeiattacke auf Gugino in Buffalo im Bundesstaat New York hatte vergangene Woche für Empörung gesorgt: Bei Demonstrationen gegen Polizeigewalt nach George Floyds Tod hatten zwei Polizisten den 75-Jährigen niedergestoßen, der sich ihnen genähert hatte. Gugino fiel rücklings auf den Boden und blieb regungslos, am Kopf blutend liegen. Die beiden Polizisten wurden suspendiert, gegen sie laufen Ermittlungen.

Ein Polizeibeamter stößt einen 75-Jährigen Mann, der daraufhin schwerverletzt am Boden liegen bleibt am 04.06.2020

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Bei Protesten verletzen US-Polizisten einen 75-Jährigen schwer. Tags zuvor solidarisierten sie sich noch mit Demonstranten.

von Nils Metzger

Guignos Anwältin erklärte Medienberichten zufolge, ihr Mandant habe stets friedlich protestiert. Sie wisse nicht, warum der Präsident so "dunkle, gefährliche und unwahre Vorwürfe" gegen den 75-Jährigen erhebe.

Demonstrant hält Handy in der Hand

In seinem Tweet verwies Trump am Dienstag auf den Rechtsaußen-Sender OANN, der immer wieder Verschwörungstheorien verbreitet. OANN hatte berichtet, bei dem Vorfall in Buffalo habe es sich womöglich um eine "Provokation" der Antifa gehandelt. Gugino habe versucht, mit seinem Handy die Polizeikommunikation zu scannen.

Das Video von dem Vorfall zeigt, dass der Demonstrant ein Handy in seiner Hand hält, als er sich den Polizisten nähert. Scanner-Apps, mit denen der Funkverkehr von Polizisten abgehört werden kann, sind in den USA legal und weit verbreitet.

Trump, der wiederholt die Antifa für Ausschreitungen am Rande der Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus verantwortlich gemacht hat, setzte seinen Tweet wenige Stunden vor George Floyds Beisetzung in Houston ab. Floyd war vor zwei Wochen bei einem brutalen Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis getötet worden. Ein weißer Polizist drückte sein Knie fast neun Minuten lang auf den Nacken des Afroamerikaners, obwohl Floyd wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr.

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