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Trump, der Arbeitsmarkt und Floyd

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"Hoffentlich schaut er herunter" - Trump, der Arbeitsmarkt und Floyd

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Trotz Corona-Krise sind die Arbeitslosenzahlen in den USA gesunken. George Floyd würde sich darüber freuen, sagt Präsident Trump.

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald Trump: George Floyd würde sich über die Arbeitsmarktzahlen freuen
Quelle: epa

Seit Tagen wird in den USA gegen Polizeigewalt und Rassismus demonstriert, der Präsident steht in der Kritik, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren. Trump selbst befand am Freitag im Rosengarten des Weißen Hauses: "Niemand hat je für die Schwarze Gemeinschaft getan, was Präsident Trump getan hat". Er verwies unter anderem auf Arbeitsmarktdaten vor der Corona-Krise - und auf die aktuellen: Denn die Quote sank zuletzt überraschend.

"Unglaubliche Zahlen" seien das, sagte Trump - und löste dann mit der Aussage Erstaunen aus, George Floyd, der bei einem brutalen Polizeieinsatz getötete Afroamerikaner, würde sich über die guten Arbeitsmarktzahlen freuen:

Hoffentlich schaut George jetzt gerade herunter und sagt, dass das eine großartige Sache ist, die in unserem Land geschieht. Dass es ein großartiger Tag für ihn ist, dass es ein großartiger Tag für alle ist.
Donald Trump

Der Präsident fuhr fort: "Das ist ein großartiger, großartiger Tag mit Blick auf die Gleichheit."

"Hoffentlich schaut George jetzt gerade herunter", so Trump anlässlich der gesunkenen Arbeitslosenzahlen in den USA. Was steckt hinter seiner Aussage?

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Afroamerikaner profitieren nicht von Entwicklung

Die Arbeitslosenquote in den USA war im Mai auf 13,3 zurückgegangen. Das ist zwar nach wie vor ein sehr hoher Wert, aber ein Rückgang im Vergleich zum April mit 14,7 Prozent.

Allerdings profitierten Afroamerikaner nicht von dieser Besserung am Jobmarkt: Die Arbeitslosenquote von Schwarzen stieg im Mai leicht auf 16,6 Prozent an. Als ein Journalist Trump darauf ansprach, antwortete der Präsident nicht.

Zehn Tage nach dem Tod von George Floyd gehen immer wieder viele Menschen auf die Straße. ZDF-Korrespondent Theveßen über die Chancen der Proteste.

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Kritik an Trump wegen Umgang mit Protesten

Bei seinem Auftritt rief Trump die Polizei im ganzen Land zur Gleichbehandlung aller Bürger auf - unabhängig von ihrer Hautfarbe. Jeder Amerikaner müsse bei Begegnungen mit Sicherheitskräften die gleiche, faire Behandlung erfahren.

Den Polizeieinsatz in Minneapolis vergangene Woche, der zu Floyds Tod führte, nannte Trump inakzeptabel. "Wir alle haben gesehen, was in der vergangenen Woche geschehen ist. Das können wir nicht zulassen." Der Fall hatte zu landesweiten Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt geführt.

Trump hat Floyds Tod mehrfach scharf verurteilt und das Recht auf friedliche Proteste betont. Kritiker werfen ihm aber vor, das Problem des Rassismus in den USA nicht anzugehen oder gar zu verschärfen und nicht genug Verständnis zu zeigen für den Zorn über Diskriminierung und Ungerechtigkeit im Land.

Nach dem Tod von George Floyd wühlen Proteste die USA auf. Präsident Trump heizt die Stimmung mit seinen Statements weiter an.

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Gewalt gegen Demonstranten: Bürgerrechtler reichen Klage ein

Der Präsident dagegen beteuert regelmäßig, seit Abraham Lincoln, der im 19. Jahrhundert die Sklaverei abgeschafft hatte, habe kein US-Präsident mehr für Afroamerikaner getan als er. Er argumentiert, eine Förderung des Wirtschaftswachstums komme allen zu Gute, auch Schwarzen.

Bürgerrechtler in den USA erhöhen derweil den Druck auf Trump. Die Organisation ACLU verklagte seine Regierung wegen des harten Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen Teilnehmer einer Demonstration gegen Polizeigewalt und Rassismus vor dem Weißen Haus. Dabei seien Tränengas und Gummigeschosse eingesetzt worden, heißt es in der Klageschrift.

Sicherheitskräfte hatten die Demonstranten gewaltsam von dem Platz vor dem Weißen Haus weggedrängt. Zeitgleich hatte Trump im Weißen Haus eine Ansprache gehalten, in der er mit dem Einsatz des Militärs wegen der landesweiten Proteste drohte. Unmittelbar danach war er samt Gefolge für einen Fototermin zu einer nahe gelegenen Kirche gegangen und hatte dort mit einer Bibel in der Hand für die Kameras posiert.

Ein Polizeibeamter stößt einen 75-Jährigen Mann, der daraufhin schwerverletzt am Boden liegen bleibt am 04.06.2020

Polizeigewalt in den USA -
Polizeigewalt in den USA: Knien und Knüppeln
 

Bei Protesten verletzen US-Polizisten einen 75-Jährigen schwer. Tags zuvor solidarisierten sie sich noch mit Demonstranten.

von Nils Metzger
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