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Afghanistan-Einsatz - Bundeswehrverband begrüßt Truppenabzug

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Der Bundeswehrverband begrüßt den geplanten Truppenabzug aus Afghanistan. Derweil fordert Wehrbeauftragte Högl eine ehrliche Bilanz des 20 Jahre andauernden Einsatzes.

Nach der Ankündigung der USA zieht nun auch die Nato alle Soldaten aus Afghanistan ab. Ab dem 1. Mai sollen alle 7.000 Einsatzkräfte in ihre Heimatländer zurückkehren.

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Der Bundeswehrverband hat den geplanten Abzug der Nato-Truppen und damit auch der etwa 1.100 deutschen Soldaten aus Afghanistan begrüßt. Der Chef des Bundeswehrverbands forderte zudem eine ehrliche Aufarbeitung des 20-jährigen Einsatzes.

Es sei eine folgerichtige Entscheidung von "historischer Tragweite", sagte der Vorsitzende André Wüstner der Deutschen Presse-Agentur. "Sie markiert das Ende des bedeutendsten und zugleich verlustreichsten Einsatzes der Bundeswehr."

Afghanistan: Rückkehr der Bundeswehr

Nun gehe es darum, eine sichere Rückkehr der Soldaten nach Deutschland zu organisieren. Wüstner forderte dafür den Einsatz zusätzlicher Schutz- und Spezialkräfte:

Die Gefahren durch Angriffe von außen dürfen ebenso wenig vernachlässigt werden, wie das Risiko durch mögliche Innentäter.
André Wüstner, Vorsitzender Bundeswehrverband

Der Chef des Bundeswehrverbands forderte zudem eine ehrliche Aufarbeitung des 20 Jahre andauernden Einsatzes. "Auch, wenn vieles gut gelaufen ist, die Bundeswehr ihren Auftrag erfüllt hat, gab es unbestreitbar eine Menge Fehler."

Grafik: Bundeswehr Abzug aus Afghanistan
Quelle: ZDF

Wüstner: Fehleranalyse des Einsatzes

Wüstner nannte die politischen Weichenstellungen, die Definition unterschiedlicher Ziele für den Einsatz sowie "Machbarkeitsillusionen". "Fehler können passieren, aber sie dürfen sich nicht wiederholen", betonte der Oberstleutnant, der selbst in Afghanistan stationiert war.

"Das sind wir allen schuldig: Denen, die in Afghanistan gedient haben, insbesondere den Verwundeten sowie Hinterbliebenen, und denen, die wir in künftige Einsätze entsenden." Wüstner wünschte sich außerdem eine Sondersitzung des Bundestags, "um die Leistungen aller, vom Soldaten über den Entwicklungshelfer bis zum Diplomaten, zu würdigen".

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Högl fordert Bilanz

Auch die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD) fordert eine ehrliche Bilanz des Bundeswehreinsatzes. "Es ist gut, dass Präsident Biden den Abzug aus Afghanistan mit der Nato gemeinsam plant", sagte sie dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Einsatzveteranen, Bernhard Drescher, sieht den Sinn des Afghanistan-Einsatzes derweil nicht erfüllt. "Zehntausende Soldatinnen und Soldaten haben mit schmutzigen Stiefeln, Waffe in der Hand sowie sich zwischen Minen, Beschuss und Hinterhalt bewegend", die Freiheit Deutschlands am Hindukusch "tapfer verteidigt", sagte er dem RND.

Nato beschließt Truppenabzug

Die Nato hatte am Mittwoch beschlossen, in den nächsten Monaten alle Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Die US-Truppen werden das Land bis zum 11. September verlassen, die Bundeswehr könnte nach den Plänen der Bundesregierung schon bis Mitte August abziehen. Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Truppensteller des Nato-Einsatzes in Afghanistan.

FAQ

Ab 1. Mai - Biden zieht US-Truppen aus Afghanistan ab 

20 Jahre nach den Anschlägen von 11. September will US-Präsident Biden seine Truppen aus Afghanistan abziehen. Das bedeutet auch das Aus für den Nato-Einsatz. Wichtige Fragen dazu.

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