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Rauch in Kiew nach Tschernobyl-Bränden

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Ärzteorganisation besorgt - Rauch in Kiew nach Tschernobyl-Bränden

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Die Brände rund um den Havarie-Reaktor Tschernobyl nehmen kein Ende. Umweltschützer befürchten eine neue radioaktive Gefährdung. Kiew sieht eher den Rauch als Problem.

Satellitenaufnahme von Waldbrände in Tschernobyl. Archivbild
Satellitenaufnahme der Waldbrände in Tschernobyl (Archivbild) - eine Ärzteorganisation äußerte sich besorgt.
Quelle: Planet Labs Inc/dpa

Starker Wind hat den Rauch der Schwelbrände um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl in die ukrainische Hauptstadt Kiew getrieben. Das Gebiet ist radioaktiv belastet. "In Kiew gibt es nur Rauch, keine Radioaktivität", versicherte der Bürgermeister und Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko. Kiew liegt rund 70 Kilometer entfernt.

Die Organisation Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs zeigte sich besorgt. Die Reaktion der Behörden sei eine "Wunschvorstellung und Beruhigungsmaßnahme für die Bevölkerung". Die Organisation geht davon aus, dass substanzielle Mengen Radioisotopen mobilisiert worden seien. Durch Einatmung im Körper abgesetzte Partikel könnten zu Krebserkrankungen führen. "Wie damals in 1986 hängt das Schicksal der Bevölkerung von der Richtung des Windes ab", unterstrich die Organisation.

Seit einer Woche brennen die Wälder rund um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine – und noch immer sind die Feuer nicht unter Kontrolle.

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1.100 Feuerwehrleute wässern Glutnester

Messdaten der deutschen Botschaft in Kiew zufolge gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. "Die Messwerte der Strahlenbelastung sind stabil und liegen weiterhin unterhalb der Werte etwa von Berlin-Wannsee", schrieb die Botschaft in einer Mitteilung an deutsche Staatsbürger in der Ukraine. Dem Bundesamt für Strahlenschutz zufolge seien die Messwerte unbedenklich.

Dem Katastrophenschutzdienst zufolge dauerten die Löscharbeiten in der Sperrzone weiter an. Rund 1.100 Feuerwehrleute wässerten, unterstützt von Hubschraubern, an einzelnen Abschnitten verbliebene Glutnester und Baumreste. Durch die vor knapp zwei Wochen ausgebrochenen Feuer brannten offiziellen Angaben nach etwa 11.500 Hektar ab.

In der Ukraine wurde eine neue Schutzhülle für die Atomruine Tschernobyl in Betrieb genommen. 30 Jahre nach dem Gau verschließt die größte bewegliche Konstruktion der Welt den Unglücksreaktor.

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Brandstiftung vermutet

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace geht vom Vierfachen aus. "Ein Großteil der Flächen ist seit der Explosion des Atommeilers 1986 mit Cäsium 137, Plutonium 239 und Strontium 90 belastet", erklärte Greenpeace. "Bisher gibt es keine Daten darüber, wieviel Strahlung das Feuer aufgewirbelt und weiter verteilt hat." Als Ursache wird teilweise Brandstiftung vermutet.

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In den vergangenen Jahren kam es mehrfach zu Feuern in den unbesiedelten Gebieten der Zone. Nach der Explosion des Blocks vier im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl 1986 wurden radioaktiv belastete Landstriche um die Atomruine gesperrt. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt. Seit mehreren Jahren ist das Gebiet für geführte Touristen zugänglich.

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