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Chronologie des Konflikts - Ukraine: Was seit der Krim-Annexion geschah

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Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine, der Abschuss von MH17, die Annexion der Krim und Proteste auf dem Maidan - ein Rückblick auf die Ereignisse des Ukraine-Konflikts.

Blick auf die Stadt Sewastopol auf der Krim. Archivbild
Blick auf die Stadt Sewastopol auf der Krim. Seit der Annexion der Halbinsel schwelt der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland besonders.
Quelle: Ulf Mauder/dpa

Diplomatische Anläufe zur Befriedung des Krieges in der Ostukraine hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben, große Erfolge blieben dabei aber aus. Ein Überblick über die Entwicklung des Ukraine-Konflikts nach den Maidan-Protesten und der Krim-Annexion:

2014: Janukowitsch flieht, Annexion der Krim, MH17-Absturz

Am 22. Februar flieht der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch aus Kiew. Zuvor hat es wochenlange Proteste auf dem Maidan in Kiew gegeben, weil Janukowitsch ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union auf Eis gelegt hatte und sich stattdessen Russland zugewandt hatte. Mehr als 100 Menschen starben bei den Protesten.

Das ukrainische Parlament enthebt Janukowitsch nach seiner Flucht seines Amtes und kündigt eine vorgezogene Präsidentschaftswahl an. Nur wenige Tage später startet Russland eine Militärübung mit 150.000 Soldaten an der ukrainischen Grenze. Am 28. Februar wirft Kiew dem Kreml eine "bewaffnete Invasion" auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim vor.

Als der damalige Präsident Janukowitsch die Bestrebungen der Ukraine nach Integration mit der EU ausbremsen wollte, kam es zu einem Macht- und Kurswechsel und er floh aus dem Land.

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Im März 2014 stimmt das Krim-Parlament für den Beitritt zur Russischen Föderation und setzt ein Referendum über die Abspaltung von der Ukraine an. Nach Angaben der Organisatoren war eine Mehrheit von mehr als 95 Prozent für die Angliederung an Russland. Am 21. März nimmt Moskau die Krim offiziell in die Russische Föderation auf.

Die USA und die EU verhängen Sanktionen gegen Moskau, die immer wieder verlängert und auch verschärft werden.

Im April 2014 besetzen pro-russische Separatisten Verwaltungsgebäude in mehreren Städten der Ostukraine und rufen in den Bezirken Donezk und Luhansk "unabhängige Volksrepubliken" aus. Es beginnt ein bewaffneter Konflikt, in dem bereits mehr als 13.000 Menschen getötet wurden.

Am 25. Mai gewinnt der pro-europäische Politiker Petro Poroschenko die ukrainische Präsidentschaftswahl. Zwei Tage später unterzeichnen die Ukraine und die EU das von Janukowitsch auf Eis gelegte Assoziierungsabkommen, Russland droht daraufhin mit "ernsten Konsequenzen".

Am 17. Juli stürzt ein Passagierflugzeug von Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord über der Ostukraine ab, alle Insassen sterben. Regierung und Rebellen werfen sich gegenseitig vor, die MH17 abgeschossen zu haben.

Eine deutsche Familienangehörige spricht im Prozess um den Abschuss von Flug MH17. Eine Besonderheit des Prozessrechts, dass die Opfer eine große Rolle spielen, nicht nur die Tat.

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2015: Vorübergehende Waffenruhe

Unter Vermittlung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident François Hollande schließt die ukrainische Regierung am 12. Februar 2015 mit den von Moskau unterstützten Separatisten in Gegenwart von Russlands Präsident Wladimir Putin in Minsk eine neue Waffenruhe. Diese hält - ebenso wie alle seitdem ausgehandelten Feuerpausen - nicht.

2018: Konfrontation auf See zwischen Russland und Ukraine

Im November 2018 kommt es zur ersten offenen militärischen Konfrontation zwischen beiden Ländern seit der Krim-Annexion: Russlands Küstenwache beschießt drei ukrainische Marineschiffe in der Straße von Kertsch, einer strategisch wichtigen Meerenge zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meer. Mehrere ukrainische Soldaten werden festgenommen, einige von ihnen sind verletzt.

Russland und die Ukraine schieben sich gegenseitig die Schuld für die Konfrontation zu; Poroschenko warnt vor einem "totalen Krieg". Erst ein Jahr später lässt Moskau die Gefangenen frei und gibt die beschlagnahmten Marineschiffe zurück.

2019: Selenskyj neuer ukrainischer Präsident

Im April 2019 wird der Politikneuling Wolodymyr Selenskyj mit dem Versprechen von Reformen und einer Beilegung des Konfliktes im Osten des Landes zum neuen ukrainischen Präsidenten gewählt. Er kündigt sofort nach seinem Wahlsieg neue Friedensgespräche mit Russland an - kann in den folgenden Monaten aber an der Situation vor Ort nichts entscheidend ändern.

Im Juli fordert US-Präsident Donald Trump Selenskyj zu Korruptionsermittlungen gegen Joe Biden auf, der sich als Herausforderer bei der US-Präsidentschaftswahl abzeichnet. Als Druckmittel soll Trump, dem eine Nähe zu Putin vorgeworfen wird, eine US-Militärhilfe für Kiew in Höhe von 391 Millionen Dollar zurückgehalten haben.

Das US-Repräsentantenhaus leitet deswegen im Dezember ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump ein. Der von Trumps Republikanern dominierte Senat spricht Trump letztlich vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs frei.

2021: Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine

Im Frühjahr zieht Russland an der Grenze zur Ukraine bis zu 100.000 Soldaten zusammen. Nach heftigen Protesten des Westens und aus Kiew werden diese nach gut drei Wochen wieder abgezogen.

Im November beginnt Moskau das gleiche Manöver von vorn, wieder beginnen massive Truppenbewegungen im Grenzgebiet. Diesmal befürchten Kiew und die Nato-Partner ernsthaft eine russische Invasion in der Ukraine.

Der russische Truppenaufmarsch nahe der ukrainischen Grenze führt seit Wochen zu Beunruhigungen. Im Januar will Russland mit den USA und der Nato nun erste Gespräche führen.

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Moskau dementiert jegliche Angriffspläne und wirft seinerseits Kiew und der Nato "Provokationen" vor. Von dem Militärbündnis fordert der russische Präsident Putin schriftliche Sicherheitsgarantien, darunter den Verzicht auf eine Nato-Osterweiterung.

Der nun amtierende US-Präsident Biden, der Putin schon einmal als "Killer" bezeichnet hat und einen deutlich schärferen Kurs gegen Moskau fährt als sein Vorgänger Trump, telefoniert im Dezember zweimal mit Putin. Beide tauschen teils heftige Drohungen aus, erzielen aber keine wirklichen Fortschritte.

2022: Diplomatie will deeskalieren

Die diplomatischen Bemühungen im Ukraine-Konflikt gehen weiter: Gespräche gibt es Anfang des Jahres zwischen deutschen, französischen, russischen und ukrainischen Vertretern.

Außerdem reden die USA und Russland über den Konflikt und auch die Nato und die OSZE (Organisation für Sicherheit und zusammenarbeit in Europa) sitzen mit russischen Vertretern im Januar zusammen.

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