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Ukraine-Krieg : Könnte Putin entmachtet werden?

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Besteht eine Chance, dass Putin bald entmachtet wird? Wie könnte ein Weg aus dem Ukraine-Krieg aussehen? Wie steht es um die russischen Verluste? Antworten auf aktuelle Fragen.

Im Ukraine-Krieg gibt es hohe russische Truppenverluste. Stimmen werden lauter, dass Putin scheitern könnte. Geheimdienstexperte Andrej Soldatow dazu bei ZDFheute live.

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48 min
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"Scheitert Putins Krieg?" Der russische Geheimdienstexperte Andrej Soldatow und der Militärexperte Carlo Masala beantworten bei ZDFheute live aktuelle Fragen.

Besteht die Chance, dass Putin entmachtet wird?

"Im Moment sitzt Putin noch relativ fest im Sattel", sagt Soldatow. Der russische Präsident war selbst beim Geheimdienst, kennt die Risiken. "In der Bürokratie und den Sicherheitsdiensten schieben alle die Schuld für das, was passiert, persönlich auf Putin", sagt Soldatow. Über die schweren Folgen der Sanktionen für Bürger und Eliten werde offen gesprochen.

"Aber das ist noch nicht der eigentliche Schritt zu einem Umsturz", sagt Soldatow. "Die Geheimdienste beschützen Putin intensiv. Und sie misstrauen einander." Das mache es praktisch unmöglich, eine Bewegung entstehen zu lassen, die Putin stürzen könne. Zumal der Präsident mit seinen Repressalien nicht nur gegen Oppositionelle ein Klima der Angst geschaffen habe.

Putin regiere durch die Angst von Eliten und Bevölkerung in Russland, sagt der Investigativjournalist Andrej Soldatow. In dieser Atmosphäre sei ein Umsturz äußert schwierig.

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Welchen Plan hatte Putin in der Ukraine?

Soldatow ist überzeugt, dass der russische Präsident von einem Blitzkrieg ausging. Der nur einem engen Kreis bekannte Plan sei offenbar gewesen, die ukrainische Infrastruktur zu vernichten, Präsident Selenskyj zum Rücktritt zu bewegen und das Regime zu wechseln.

Weil Putin das Nachbarland nie als selbstständigen Staat anerkannt habe, sei er sicher gewesen, dass es nach dem Einmarsch binnen Stunden wie ein Kartenhaus zusammenfalle. "Jetzt wird sich keiner trauen, ihm zu widersprechen", sagt Soldatow. Eine Folge der Fehleinschätzung sei gewesen, dass auf die Logistik für eine längere Operation verzichtet wurde.

Masala nennt das Beispiel fehlender Feldküchen. Soldaten hungerten und desertierten. Zudem habe Putin mit Unterstützung aus Teilen der ukrainischen Bevölkerung gerechnet.

Russlands größter Fehler sei die Annahme eines schnellen Sieges über die Ukraine gewesen, sagt Militärexperte Masala. Falsch ausgestattete Truppen seien desertiert.

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22 min
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Worin könnte die nächste Eskalationsstufe bestehen?

"Leider war Wladimir Putin schon immer dafür bekannt, jede Krise durch eine weitere Eskalationsstufe zu überwinden", sagt Soldatow. "Ich befürchte, dass er wieder eskalieren wird."

Möglichkeiten gebe es genügend. Putin könne das Regime in Transnistrien innerhalb der Republik Moldau "unterstützen", im Schwarzen Meer Nato-Kriegsschiffe angreifen oder sich mit Blick auf die russischsprachige Bevölkerung in den baltischen Staaten "eine Legende einfallen lassen".

Soldatow betont: "Es gibt noch viele, viele Stufen, bis Atomwaffen zum Einsatz kommen."

Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

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Gibt es für Putin einen Weg aus dem Krieg heraus?

Soldatow wüsste nicht, wie. Egal, welche Abkommen Putin mit der Ukraine schließe, die Sanktionen würden auf unabsehbare Zeit weiterlaufen. Um den Ruf Russlands sei es für lange Zeit geschehen. Fachkräfte vor allem aus dem IT-Bereich würden in Scharen das Land verlassen und ebenso wenig wie zahlreiche Unternehmen so bald zurückkehren.

Laut Masala werde sich bis zur nächsten Woche entscheiden, ob sich ein Stellungskrieg entwickele. In einer solchen Pattsituation werde der Krieg oft noch brutaler und grausamer.

Die fünf wichtigsten Männer in Russlands nationalem Sicherheitsrat sind ideologisch ganz auf Linie mit Präsident Putin.

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Was hat Putin jetzt in der Ukraine vor?

Ein strategisches Ziel könnte sein, Odessa zu erobern und so den ukrainischen Außenhandel massiv zu schädigen. Die Landbrücke zur Krim bezeichnet Masala als strategischen Erfolg. Wenn es nicht gelinge, die Hafenstadt Mariupol zu erobern, bestehe der Plan wohl darin, sie dem Erdboden gleichzumachen. "Die Operationsweise zielt auf Terrorisierung der Zivilbevölkerung." Sei die Stadt zerstört und die Bevölkerung geflohen, habe die ukrainische Armee auch keinen Grund mehr einzugreifen.

Für eine Umzingelung Kiews habe Putin nicht die Truppen. Auch hier sei das Ziel, die Bevölkerung mit Terror in die Flucht zu treiben. Verließen viele Menschen das Land, schwäche dies die Moral der Ukrainer und - so das Kalkül - auch die Aufnahmeländer. Masala denkt nicht, dass Putin die ganze Ukraine annektieren will. Daher brauche er auch keine Rücksicht zu nehmen.

Wie steht es um die russischen Verluste?

Als "unheimlich hoch" bezeichnet Masala die russischen Verluste. In einem geleakten Bericht des Verteidigungsministeriums ist von 10.000 gefallenen russischen Soldaten die Rede. "Das ist jetzt schon mehr, als die Sowjetunion in Afghanistan verloren hat."

Die Leichensäcke werden nach Einschätzung des Militärexperten nach Belarus gebracht, damit die Verluste in Russland kein Aufsehen erregen. Entscheidend seien die Waffenlieferungen, mit denen es offenbar gelinge, Russland die Lufthoheit streitig zu machen.

Zudem versorge die USA die Ukraine mit Aufklärungsinformation in Echtzeit. "Ich gehe davon aus, dass auch massive taktische Beratung seitens einiger Natostaaten erfolgt." All das lasse die russischen Aussichten auf einen baldigen Sieg schwinden.

Was passiert, wenn Belarus eingreift?

"Das wäre sicher nicht kriegsentscheidend", sagt Masala. Vermutlich würde Belarus im Westen der Ukraine eingreifen und versuchen, den Belagerungsring um Kiew zu schließen. Doch das Gerücht eines Einmarsches gebe es seit Kriegsbeginn. "In Belarus scheint in dieser Frage keine Einigkeit zu herrschen."

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