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Russland-Ukraine-Konflikt : Putins Politik: Bedrohung oder Bluff?

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Der Westen befürchtet eine Invasion Russlands in die Ukraine. Woher das gegenseitige Misstrauen kommt, was Putin antreibt und wie es so weit kommen konnte.

Putins Absichten sind noch immer unklar, der Westen befürchtet eine Invasion Russlands in die Ukraine. Woher das gegenseitige Misstrauen kommt, lässt sich historisch erklären.

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Sechs Meter lang, oval, weiß. Der Tisch im Kreml, an dem Wladimir Putin zuletzt Olaf Scholz (SPD) empfangen hat, ist zum Symbol für die Entfremdung zwischen Ost und West geworden.

Die Intention des Mannes, der den weißen Tisch vor 25 Jahren entworfen hatte, war allerdings eine andere. Nach Renato Pologna sollte er die Kreativität anregen. Und auch die Beziehung zwischen Putin und dem Westen hatte vor rund 20 Jahren anders angefangen.

Putin wollte ernst genommen werden

Ein Jahr nach seinem Amtsantritt besuchte Putin 2001 Deutschland. "Der Kalte Krieg ist vorbei. Die Welt befindet sich auf einer neuen Etappe ihrer Entwicklung", sagte Putin damals bei seiner Rede im Bundestag - auf deutsch. Das spricht er nach seiner Zeit als KGB-Agent in Dresden fließend.

FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff spricht von einem russischen "Propagandakrieg gegen Kiew".

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"Ohne eine moderne, dauerhafte und standfeste internationale Sicherheitsarchitektur schaffen wir auf dem Kontinent nie ein Vertrauensklima", so klang Putin vor rund 20 Jahren. Russland will mitspielen, Putin will ernst genommen werden. Doch seine Erwartungen erfüllten sich nicht.

Pläne Russlands "kalt abgeprallt"

"Aus russischer Perspektive ist diese Freundlichkeit nicht erwidert worden", erklärt Johannes Varwick, Professor für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

"Die Pläne, die Russland hatte, sind kalt abgeprallt." Der Westen sei nicht bereit gewesen, darüber zu reden. Die Nato sollte die zentrale Institution in der europäischen Sicherheitsordnung sein und hat sich erweitert. "Russland wollte gleichberechtigt in diesen Fragen mitreden", so Varwick.

Die Nato hat Russland an den Katzentisch verwiesen. Das hat Russland nicht gefallen.
Johannes Varwick, Politikwissenschaftler Uni Halle-Wittenberg

Putin revanchiert sich

Später revanchierte sich Putin mit einem Hund. 2007 ist sein schwarzer Labrador bei einem Treffen mit Angela Merkel dabei - obwohl Putin bekannt war, dass die damalige Kanzlerin Angst vor Hunden hat.

Das letzte G8-Treffen mit Putin fand 2013 in Nordirland statt. Ein Jahr später ist er nicht mehr dabei, da Russland völkerrechtswidrig die Krim besetzt hatte und Krieg gegen die Ostukraine führt. Seit acht Jahren herrscht in der Region kein Frieden mehr.

Wie es den Menschen in der Ostukraine geht, sehen Sie in der auslandsjournal doku: Frontland - Unterwegs in der Ostukraine:

Unterwegs entlang der Grenze zwischen Ukraine und Russland, zu den Orten, die angeblich auf Wladimir Putins Angriffsliste stehen sollen.

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Russland erweitert Bedrohungsszenario

"Russland muss seinen Weg ändern", sagt Domitilla Sagramoso, Expertin für Russische Außen- und Sicherheitspolitik und Dozentin am King's College London. "Wir konzentrieren uns sehr darauf, was Russland von uns fordert, ich bin der Ansicht, dass wir uns auch darauf konzentrieren sollten, was wir von Russland fordern können."

Russland besetzt Territorium, das zur Ukraine gehört. Es hat eine Rebellion in der Ukraine angezettelt.
Domitilla Sagramoso, Russland-Expertin King's College London

Es ist ein Bedrohungsszenario, das Russland langsam erweitert. Vor der Haustür der Nato-Mitglieder Polen, Litauen und Estland führt Russland 2017 Militär-Manöver in Belarus durch. Im Gegenzug verlagert die Nato Kampftruppen ins Baltikum. Das Misstrauen wächst.

Was Putin erreichen will

"Sie haben uns in den 1990er Jahren gesagt: 'Keinen Zentimeter Richtung Osten'", sagte Putin Ende Dezember 2021. "Und was ist passiert? Wir wurden betrogen, wir wurden dreist betrogen."

Was Putin zu erreichen versuche, sei nach Russland-Expertin Sagramoso, in einem gewissen Umfang, die in Europa bestehende Sicherheitsordnung herauszufordern, einer Nato -Erweiterung ein Ende zu bereiten und sicherzustellen, dass die Ukraine niemals Mitglied der Nato werde.

Es gehe nach Politikwissenschaftler Varwick um vitale Interessen Russlands und Länder, das zeige die Geschichte, seien für diese Interessen bereit, auch Kriege zu führen. In diesem Fall sei das auch so. "Ich glaube, Russland ist entschlossen, das jetzt durchzusetzen, was es sich vorgenommen hat", sagt Varwick.

Putin versucht dem Westen seinen Willen aufzudrücken. Wenn nicht mehr als Freund auf Augenhöhe, dann als ernstzunehmender Gegner.

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