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Hohe Verluste in der Ukraine : Woher Russland jetzt neue Soldaten bekommt

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Russland braucht frische Truppen für den Krieg in der Ukraine. Die Lücken sollen auch von Kämpfern aus Syrien und Tschetschenien gefüllt werden. Was steckt hinter diesen Plänen?

Tschetschenische Truppen, Archivbild
Kadyrows Männer sollen Kiew erobern: Tschetschenische Kämpfer Ende Februar in Grosny. (Archivbild)
Quelle: ap

Russland kämpft in der Ukraine einen Krieg, auf den es so nicht vorbereitet war. Die Verluste sind hoch. Moskau sucht dringend nach neuen Soldaten - vor allem nach solchen, deren Tod die Stimmung im Land nicht weiter gegen Präsident Wladimir Putin dreht. Auf diese Unterstützung setzt Russland jetzt:

Tschetschenien: Kadyrow schickt seine Privatarmee

Einer der engsten Verbündeten Putins ist Ramsan Kadyrow, Präsident der autonomen Teilrepublik Tschetschenien. Seine "Kadyrowzy" genannten Kämpfer sind vor allem nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew aktiv.

Die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine gehen in die vierte Runde. Unterdessen gibt es weiter harte Kämpfe in der Ukraine, vor allem um Kiew.

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"Es gibt keine belastbaren Zahlen, wie viele tschetschenische Kämpfer in der Ukraine sind", sagt Margarete Klein, Osteuropa-Forscherin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. Insgesamt gebe es schätzungsweise 70.000 Kadyrowzy, so Klein - es könnten also sicherlich noch mehr Kämpfer hinzukommen.

Für Kadyrow ist die inszenierte Teilnahme am Krieg Teil seiner neo-feudalen Beziehung zum Kreml. Kadyrow erhält im Gegenzug für militärische und politische Loyalität weitgehende Handlungsfreiheit in Tschetschenien.
Margarete Klein, Stiftung Wissenschaft und Politik

"Die Kadyrowzy sind formal in die russischen Sicherheits- und Militärstrukturen eingebunden, de facto unterstehen sie aber nur dem tschetschenischen Machthaber Kadyrow, dem sie per persönlichem Eid verpflichtet sind", sagt Klein. Am Sonntagabend veröffentlichte Kadyrow Videos auf seinem Telegram-Kanal, die ihn und seinen Vertrauten Adam Delimchanow angeblich in der Ukraine beim Truppenbesuch zeigen. Überprüft werden kann das nicht. "Ihr Einsatz in der Ukraine ist Teil der psychologischen Kriegsführung, da die Kadyrowzy für ihre Brutalität gefürchtet sind", sagt Klein.

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Syrien: Wollen wirklich "Freiwillige" für Russland kämpfen?

Syriens Diktator Baschar al-Assad ist Putin mehr als nur einen Gefallen schuldig. Seit 2015 stützt Russland die Regierung in Damaskus im Kampf gegen verschiedene Milizen, darunter auch den sogenannten Islamischen Staat. Am Freitag sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu, 16.000 Freiwillige, vor allem aus Ländern des Nahen Ostens, hätten sich gemeldet, um für Russland zu kämpfen. Zeitgleich verbreitete das russische Verteidigungsministerium Propagandabilder einer syrischen Regierungsmiliz bei einer pro-russischen Kundgebung.

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Für Daniel Gerlach, Chefredakteur des Nahost-Fachmagazins "zenith", sind Show-Einlagen mit Paramilitärs, die auf Anordnung russische Fahnen und Porträts von Putin hochhalten vor allem Propaganda:

Die große Mehrheit der jungen Syrer im Regime-Gebiet hat auf nichts weniger Lust, als wieder in den Krieg zu ziehen.
Daniel Gerlach, "zenith"-Chefredakteur

Falsch sei die Behauptung, syrische Freischärler seien besondere Experten für den Häuserkampf und würden dafür rekrutiert, sagt Gerlach ZDFheute. Die syrischen Streitkräfte hätten keine gute Bilanz im Häuserkampf und mussten auf die Hilfe der Hisbollah und von Iran geführter Paramilitärs zurückgreifen, um den Aufstand im eigenen Land zu bekämpfen.

Die Rekrutierung syrischer Kämpfer wird meiner Einschätzung nach nicht besonders ins Gewicht fallen.
Daniel Gerlach, "zenith"-Chefredakteur

Gelach fügt hinzu: "In Anbetracht der Tatsache, dass einige der [syrischen] regimetreuen Milizionäre große Sympathien für die Nazis zur Schau stellen, ist die Ironie besonders bitter, dass man solche Leute zur 'Entnazifierung' der Ukraine einsetzen will."

Militärfirma Wagner sucht neue Söldner

Auch russische Söldner-Unternehmen könnten bald eine größere Rolle im Ukraine-Krieg spielen. Einer Recherche der britischen "Times" zufolge seien bereits jetzt mehr als 400 Söldner der Militärfirma Wagner im Einsatz, etwa um gezielt ukrainische Politiker zu töten.

Die BBC berichtet, dass Wagner seine Rekrutierungsbemühungen unter Veteranen wegen der Invasion erhöht habe. Etwa seien - laut ausgewerteten Nachrichten - Anforderungen gelockert worden, so seien nicht-russische Staatsbürgerschaften oder Vorstrafen kein Ausschlusskriterium mehr.

Warum Putin nicht einfach auf Wehrpflichtige und Reservisten setzen kann

Zwar umfassen die russischen Streitkräfte auf dem Papier mehr als eine Million aktive Soldaten und rund zwei Millionen Reservisten. Frei über sie verfügen kann Putin nicht. Kampftruppen machen stets nur einen Teil der Streitkräfte aus. Der Krieg kann nur laufen, wenn auch Logistik oder Sanitätsdienst funktionieren und erschöpfte Kräfte nach einigen Wochen ausgetauscht werden. Hier auf Wehrpflichtige und Reservisten zu setzen, würde den Krieg noch unbeliebter machen.

Vergangenen Mittwoch musste das russische Verteidigungsministerium eingestehen, auch Wehrpflichtige in die Ukraine entsandt zu haben. Am Dienstag hatte Putin noch gesagt: "Ich betone, dass Wehrpflichtige nicht an den Kampfhandlungen teilnehmen und das auch nicht werden. (…) Es wird keine weitere Einberufung von Reservisten geben." Zum Rekrutentag am 1. April werden mehr als 100.000 russische Wehrpflichtige ihren Dienst antreten. Sie im Ukraine-Krieg einzusetzen, hätte für Putin einen hohen politischen Preis.

Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

Atomkraftwerk Saporischschja
Liveblog

Russland greift die Ukraine an - Aktuelles zum Krieg in der Ukraine 

Russlands Angriff auf die Ukraine dauert an. Es gibt Sanktionen gegen Moskau, Waffen für Kiew. Aktuelle News und Hintergründe zum Krieg im Blog.

Aktuelle Nachrichten zur Ukraine

Ukraine, Donezk: Ein ukrainischer Soldat steht an der Trennlinie zu pro-russischen Rebellen in der Region Donezk. In der Ukraine-Krise haben die USA und Russland bei Gesprächen in Genf zunächst auf ihren bekannten Standpunkten beharrt.
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Nachrichten | Thema - Alles zum Russland-Ukraine-Konflikt 

Russland führt Krieg gegen die Ukraine. Es gibt zahlreiche Sanktionen des Westens gegen Russland und in der Nato abgestimmte Waffenlieferungen an die Ukraine. Alle Nachrichten und Hintergründe.

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