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Angespannte Lage in Ukraine : Nicht nur Kriegsangst: Was Kiew besorgt

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Die Lage in der Ukraine ist angespannt. Am ukrainischen Präsidenten Selenskyj jedoch geht die Kriegsangst offenbar vorbei. Ihn treibt die Sorge um die Wirtschaft in seinem Land um.

In den Medien wird über die Wahrscheinlichkeit einer russischen Invasion diskutiert, die Bevölkerung fürchtet sich vor einer Eskalation der Situation.

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Aus westlicher Sicht herrscht in der Ukraine-Krise längst Alarmstufe Rot. Seit Wochen warnt die Nato vor einem Angriff aus Russland. Nach Überzeugung der US-Regierung hätte Moskau dafür genug Soldaten an der Grenze zum Nachbarland zusammen.

Selenskyj spricht von Panikmache

Beinahe täglich kommen aus den USA und Europa Appelle zur Deeskalation. Ausgerechnet an einem jedoch scheint die Kriegsangst weitgehend vorbeizugehen: am Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj.

ZDF-Korrespondent Christian Semm berichtet aus Kiew in welchem Spannungsfeld sich die ukrainische Regierung befindet.

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Ausländischen Journalisten warf Selenskyj bei einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag Panikmache vor. Es gebe keine größere Eskalation als noch vor einem Jahr.

Fahren bei uns etwa Panzer auf den Straßen herum? Nein! Doch das ist das Gefühl, wenn du nicht hier bist.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Die Nato erlebt in der Ukraine-Krise eine "Wiederauferstehung". So hatte sie manch einer schon für "tot" erklärt. Noch im Sommer war sie eine Allianz auf Sinnsuche. Nun lässt die Bedrohung im Osten die Allianz offenbar zusammenrücken.

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Sorge um wirtschaftliche Lage der Ukraine

Auch die USA bekamen Selenskyjs verbale Attacke ab: "Sobald das Weiße Haus begreift, dass es gewisse Risiken gibt, reden sie ständig davon. Meiner Meinung nach ist das ein Fehler, weil die Welt sehr stark darauf reagiert." In Washington wurde dies irritiert zur Kenntnis genommen.

Zugleich wissen die Amerikaner um ein Dilemma Selenskyjs: Dieser hat verschiedene Zuhörerschaften zu bedienen. Einerseits braucht er die finanzielle und militärische Unterstützung internationaler Partner, allen voran der USA, und muss das russische Vorgehen daher als bedrohlich darstellen. Gleichzeitig will er den Ukrainern den Eindruck vermitteln, er habe die Lage im Griff.

Eine große Angst offenbarte Selenskyj selbst:

Wir müssen heute die Wirtschaft unseres Landes stabilisieren. Durch all diese Signale, dass morgen Krieg ist, gibt es Panik auf den Märkten und im Finanzsektor.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Hohe Importpreise - Inflation zweistellig

Die Angst vor einer militärischen Eskalation macht der ökonomisch ohnehin schwachen Ukraine zu schaffen. Umgerechnet mehr als elf Milliarden Euro haben ausländische Investoren Selenskyj zufolge bereits abgezogen. Die Landeswährung Hrywnja fiel gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit Februar 2015.

Schon jetzt ist die Inflation zweistellig. Eine weitere Abwertung der Hrywnja würde die bereits hohen Importpreise für Erdgas, Kohle und Atombrennstoff noch mehr nach oben treiben. Das wiederum zwänge die Regierung, die Inlandspreise für Gas, Strom, Warmwasser und Heizung stark anzuheben. Die Unzufriedenheit mit der Wirtschaftslage könnte Selenskyjs Beliebtheitswerte noch weiter nach unten drücken.

Der Konflikt zwischen Russland und er Ukraine hält an. Nun befasst sich der UN-Sicherheitsrat mit dem Thema und der Verschärfung der Sanktionen im Falle eines Einmarschs Russlands.

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Ukrainische Experten rechnen nicht mit Einmarsch

Und noch etwas könnte eine Rolle spielen. Mit der Verbreitung von Kriegsangst setzten die USA die Ukraine unter Druck, weitere Verpflichtungen aus dem 2015 ausgehandelten Friedensplan von Minsk umzusetzen, sagte der ukrainische Politologe Mychajlo Pohrebynskyj der russischen Tageszeitung "Kommersant". Nur ein Entgegenkommen Kiews könne die Lage noch deeskalieren. In der eigenen Bevölkerung würde sich Selenskyj damit allerdings viele Feinde machen.

Viele ukrainische Militärexperten rechnen nicht mit einem großangelegten Einmarsch des großen Nachbarn. Umfragen zufolge hält knapp die Hälfte der Bevölkerung die Gefahr aber für real. Für die 2014 erstmals aufgestellten Gebietsverteidigungsbataillone meldeten sich Hunderte neue Freiwillige.

Die USA und ihre westlichen Verbündeten befürchten eine russische Invasion in der Ukraine. Besonders groß ist die Angst vor einem russischen Einmarsch auch bei den Menschen in den Grenzregionen und in Kiew.

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Patrioten bringen sich in Stellung

Im Ernstfall wollen sie der regulären Armee den Rücken freihalten: Nun laufen Frauen und Männer mit Gewehrattrappen aus Holz durch Waldstücke und verfallene Fabrikanlagen. Auf Videos ist auch zu sehen, wie sie mit "Peng, Peng"-Rufen Gefechte nachstellen.

Auf der patriotischen Welle surfen auch einige Politiker mit. Der als Präsidentenkandidat für 2024 gehandelte Kiewer Bürgermeister und Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko versicherte kürzlich in einer Talkshow:

Wenn eine militärische Aggression beginnt, dann werde ich ein Sturmgewehr nehmen und für die Ukraine kämpfen gehen.
Vitali Klitschko
Ukraine, Donezk: Ein ukrainischer Soldat steht an der Trennlinie zu pro-russischen Rebellen in der Region Donezk. In der Ukraine-Krise haben die USA und Russland bei Gesprächen in Genf zunächst auf ihren bekannten Standpunkten beharrt.

Nachrichten | Thema - Krieg in der Ukraine 

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