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Bericht von UN-Experten - Russland: Menschenrechte in Afrika verletzt?

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Experten der Vereinten Nationen beschuldigen russische Militärausbilder, an Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik beteiligt gewesen zu sein. Russland bestreitet die Vorwürfe.

Mehrere Menschen überqueren mit Hab und Gut einen Fluss in der Zentralafrikanischen Republik.
Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik: Hunderttausende auf der Flucht
Quelle: AP (Archiv)

Nach Einschätzung von UN-Experten sind Russische Einsatzkräfte für schwere Menschenrechtsverletzungen in der Zentralafrikanischen Republik verantwortlich.

Zu den Taten, die Regierungstruppen zusammen mit denen offiziell als "Militärberater" operierenden russischen Kräften begangen hätten, "zählten Fälle von exzessiver Gewaltanwendung, wahllose Tötungen, die Besetzung und Plünderungen von Schulen in großem Umfang sowie auch von humanitären Organisationen".

Interner Bericht des Sicherheitsrats

Das geht aus einem internen Bericht an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hervor, der unter anderem der Deutschen Presse-Agentur und der Nachrichtenagentur AP vorliegt.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestritt die zunächst von der "New York Times" vermeldeten Vorwürfe, dass russische Ausbilder an der Tötung von Zivilisten und Plünderung von Wohnungen beteiligt gewesen seien. "Russische Militärberater nahmen nicht an irgendwelchen Tötungen oder Plünderungen teil", sagte er. "Dies ist noch eine weitere Lüge."

Allein im Frühjahr 180.000 Flüchtlinge

Seit einer Rebellion 2013 hat das Bürgerkriegsland keine Stabilität gefunden. Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen und Truppen der Regierung, die von den Russen unterstützt werden, haben in dem Staat im Frühjahr mehr als 180.000 Menschen in die Flucht getrieben.

Die Zentralafrikanische Republik, eine ehemalige französische Kolonie mit rund 4,7 Millionen Einwohnern, gilt trotz reicher Mineralienvorkommen als eines der ärmsten Länder der Welt. Beim Index für menschliche Entwicklung des Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) belegt sie - knapp vor Niger - den vorletzten von 189 Plätzen.

Augenzeugenberichte über "aktive Teilnahme russischer Militärberater an Kampfhandlungen"

Die UN-Experten sammelten nach eigenen Angaben Aussagen vieler Augenzeugen, die eine "aktive Teilnahme russischer Militärberater an Kampfhandlungen" bei einer Regierungsoffensive bestätigten. Demnach hätten sie nach Einschätzung vieler Befragter den Vormarsch auf Städte und Dörfer angeführt.

Der Koordinator der russischen Ausbilder habe der Expertengruppe gesagt, sie seien alle Russen und nicht von "einem privaten Unternehmen" angeheuert worden, anders als von einer Arbeitsgruppe der UN-Menschenrechtskommission und mehreren Medien vermeldet, heißt es in dem Bericht.

Unklare Rolle russischer Sicherheitsfirmen

Bereits im Frühjahr hatte ein UN-Expertengremium die private russische "Wagner"-Gruppe und die "Sicherheitsfirmen" Sewa Security Services und Lobaye Invest Sarlu in Zusammenhang mit gewalttätigen Angriffen in dem Land seit Dezember gebracht.

Es gibt immer wieder Berichte über den Einsatz russischer Söldner in verschiedenen Ländern, darunter im Bürgerkriegsland Libyen. Dazu hatte Präsident Wladimir Putin einmal gesagt: In dem Land seien Söldner aller möglichen Staaten im Einsatz. Sollten darunter Russen kämpfen, seien sie nicht im staatlichen Auftrag dort.

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