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Land der Freiheit oder Land der Ungleichheit?

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Unabhängigkeitstag in den USA - Land der Freiheit oder Land der Ungleichheit?

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Die USA feiern ihren Unabhängigkeitstag. Viele streiten in diesem Jahr über die Geschichtsschreibung. Kurz vor der Wahl ist das Land gespalten wie nie.

Der Unabhängigkeitstag wird in den USA groß gefeiert. Doch dieses Jahr überlagert die Diskussion um Rassismus und Geschichte den Tag.

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Nur anderthalb Kilometer liegen zwischen dem Weißen Haus und der National Mall in Washington, D.C. - und trotzdem fühlt es sich am Nationalfeiertag an, als seien es zwei verschiedene Welten.

Auf der Mall wird gefeiert, Amerika, das Land der Befreiten, sagen sie. Mit Flugshow und Feuerwerk, dazu hat Präsident Donald Trump eingeladen. Zwar sind nicht ansatzweise so viele Menschen gekommen, wie in den Jahren vor Corona, aber die, die da sind, scheinen doppelt stolz auf ihre Vereinigten Staaten.

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Es sei ein ganz besonderer Tag für alle, weil an die Gründerväter des Landes erinnert würde, meint Todd Emerson, der mit seiner Frau und drei Kindern angereist ist.

Wir kennen unsere Geschichte und sie ist uns sehr wichtig. Abraham Lincoln und George Washington, die Gründer sind uns wichtig, weil sie unser Land aufgebaut haben.
Todd Emerson

Viele hier tragen "Stars and Stripes", die Flagge der USA. Sie sind stolz auf ihr Land und ihre Errungenschaften. Dass das Land momentan eher eine zweifelhafte Bestenliste anführt - die mit den meisten Corona-Toten und mehrmals über 50.000 Neuinfektionen an nur einem Tag - wird von vielen heruntergespielt.

Die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag der USA sind traditionell unpolitisch. Trotzdem holte Präsident Trump gegen seine politischen Gegner aus.

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Nicht dieselben Freiheiten

Ein paar Straßen weiter versammeln sich parallel Anhänger der "Black Lives Matter"-Bewegung vor dem Weißen Haus. Seit dem Tod von George Floyd gehen im ganzen Land Menschen gegen Rassismus und Diskriminierung schwarzer Menschen auf die Straße.

Um eine junge Frau mit Megafon hat sich eine Menschentraube gebildet. Auch sie spricht über die Geschichte der USA und ihre Vorfahren, allerdings klingt es ganz anders als die Narrative auf der National Mall.

"Unser Bildungssystem erzählt uns nur eine Seite der Geschichte", ruft Cherish. Sie ist mit einer Gruppe extra aus New York angereist. Die Geschichtsschreibung sei wie alles andere auch von Männern aufgebaut worden, die so systemischen Rassismus erzeugt, genutzt und missbraucht hätten, meint sie. Das sieht auch Tierra so:

Früher dachte ich, an diesem Tag würden wir Freiheit und Unabhängigkeit feiern, aber seit ich erwachsenen geworden bin, habe ich mehr über meine Geschichte gelernt und verstanden, diese Freiheit gilt nicht für Afroamerikaner in diesem Land.
Tierra

Auseinandersetzungen vor dem Weißen Haus

Auch wenn die "Black Lives Matter"-Bewegung hier in der Mehrzahl ist, ziehen vereinzelt Trump-Fans vor das Weiße Haus. Die Ansichten beider Seiten könnten nicht verschiedener sein, so kommt es immer wieder zu heftigen Diskussionen zwischen Trump-Anhängern und den Demonstrierenden. Sie teilen die Auffassung ihres Präsidenten, der bei der Auftaktrede der Feierlichkeiten sagte:

Die Nation wird gerade Zeuge einer gnadenlosen Kampagne, um die Geschichte des Landes auszulöschen, die Helden zu diffamieren, die Werte auszuradieren und die Kinder zu indoktrinieren.
Donald Trump

Die USA sind im Jahr der Präsidentenwahl gespaltener denn je. Das bunte Abschlussfeuerwerk am Abend des Unabhängigkeitstags ist nicht für alle ein Grund zum Feiern.


Der Autorin auf Twitter folgen @Alica_Jung

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