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Bildung: Corona lässt Fortschritte verblassen

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Weltbildungsbericht 2020 - Bildung: Corona lässt Fortschritte verblassen

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Bildung ist noch immer ein Privileg wohlhabender Kinder. Das zeigt der aktuelle Unesco-Weltbildungsbericht. Dabei war der Trend vor der Corona-Krise eigentlich positiv.

Behinderter Junge allein im Klassenraum in Vietnam
15 Prozent der Kinder, die keine Schuldbildung erhalten, sind Kinder mit Behinderung.
Quelle: AP

Die Corona-Pandemie ist ein Tiefschlag für die Bildung: Weltweit durften zeitweise rund 87 Prozent aller Schüler und Studenten aufgrund des Infektionsrisikos nicht in ihre Lehreinrichtungen gehen, wie die Unesco schon Ende März mitteilte. Niemals zuvor habe es derartige Störungen im Bildungswesen gegeben, erklärte die Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay.

Dabei war die Lage vor der Corona-Krise tendenziell durchaus positiv zu bewerten. Die veröffentlichten Zahlen zeigen, dass der Anteil der Kinder, die keine Schule besuchen, insgesamt rückläufig ist, wenn auch die Veränderung in den letzten Jahren nicht mehr so groß ist:

Unterschiedliche Voraussetzungen führen zu ungleichen Chancen

Jedoch sind die Unterschiede weltweit gravierend: Im Vergleich zu den 100 reichsten Jugendlichen schließen nur 18 der ärmsten die Sekundarschule ab. Dies gilt für alle Länder, außer für die mit hohem Einkommen. Auch der Vergleich der Länder untereinander bei Kindern ohne Schulbildung zeigt große Diskrepanzen:

Dazu kommen geschlechtsspezifische Unterschiede. In mindestens 20 Ländern, vorrangig in Subsahara-Afrika, schließt kaum eine arme und junge Frau aus dem ländlichen Raum die Sekundarschule ab. Im weltweiten Durchschnitt sieht die Lage der Mädchen und Jungen ohne Schulbildung so aus:

Kinder mit Behinderungen machen 15 Prozent all jener Kinder aus, die keine Schulbildung erhalten. Das schlägt sich im Vergleich zu Kindern ohne Behinderungen auch im Anteil der Schulabschlüsse nieder. Die Datenlage ist hier lückenhaft, daher im Folgenden lediglich einige ausgewählte Länder:

Benachteiligte Kinder besuchen zudem oft keine Regelschule. In einem Viertel aller Länder ist die getrennte Bildung von Kindern mit und ohne Behinderung sogar gesetzlich vorgeschrieben. Ziel der Bildungsagenda ist jedoch die Inklusion aller Kinder und so die Herstellung gleichwertiger Chancen.

Jede Form der Exklusion wirkt einem friedlichen, sozialen und humanen Zusammenleben entgegen.
Unesco

Inklusion ist dabei mehr als Integration - nicht der einzelne muss sich verändern, sondern das bestehende System.

Inklusion in Deutschland

2017 wurde eine Resolution für inklusive Bildung in Deutschland verabschiedet. Ein Ziel darin ist, Regelschulen so zu gestalten, dass sie eine individuelle Förderung in heterogenen Gruppen ermöglichen. Die Inklusionsquote misst hierbei den Anteil von benachteiligten Kindern, die eine Regelschule besuchen.

Die Exklusionsquote, also der Anteil von Schülern, der eine Förderschule in Deutschland besucht lag im Schuljahr 2016/2017 bei 4,34 Prozent. Es sind also immer noch deutlich mehr benachteiligte Kinder in speziellen Einrichtungen untergebracht als in einer Regelschule.

Wegen Corona mussten Schulen deutschlandweit auf Online-Angebote ausweichen. Der nationale Bildungsbericht bescheinigt vielen Schulen aber Nachholbedarf bei der Digitalisierung.

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1 min
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Auch wenn die Zahlen insgesamt auf einem richtigen Weg sind, ist die Weltgemeinschaft noch weit von ihrem Ziel der Chancengleichheit bei Bildung entfernt. Zudem bremst die Covid-19-Pandemie Erreichtes nun aus.

Den ausführliche Weltbildungsbericht der Unesco finden Sie hier.

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