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EuGH-Urteil zu Hochschulgesetz - Ungarn verstößt gegen EU-Recht

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Erneute Schlappe für Ungarn vor dem Europäischen Gerichtshof: Ein Gesetz, mit dem eine Hochschule von US-Milliardär Soros aus Ungarn vertrieben wurde, verstößt gegen EU-Recht.

Jugendliche demonstrieren in Budapest (Ungarn) am 24.11.2018
Jugendliche protestieren gegen das ungarische Hochschulgesetz in Budapest (Archivfoto)

Das ungarische Hochschulgesetz verstößt nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen EU-Recht. Das Gesetz, mit dem die von US-Milliardär George Soros gegründete Central European University (CEU) aus Ungarn vertrieben wurde, verletze unter anderem EU-Grundrechte wie die akademische Freiheit, urteilten die Luxemburger Richter am Dienstag (Rechtssache C-66/18).

Das Gesetz der rechtsnationalen Regierung in Budapest sieht vor, dass ausländische Universitäten auch in ihrem Heimatland lehren müssen und der Betrieb von Ungarn vertraglich mit dem Heimatland vereinbart sein muss. Die von Soros gegründete CEU war die einzige Universität aus dem Ausland, die diese neuen Anforderungen von 2017 nicht erfüllte.

EU-Kommission: Ungarn verletzt gleich mehrere EU-Grundsätze

Ende 2018 verkündete die CEU ihren weitgehenden Umzug nach Wien. Betroffen davon waren Lehrgänge, die amerikanische Diplome vergeben - das Kernstück der CEU. Die EU-Kommission sah durch das Gesetz EU-Recht verletzt und leitete im April 2017 ein sogenanntes Vertragsverletzungsverfahren gegen Budapest ein.

In Budapest haben zehntausende Menschen für den Erhalt der vom US-Milliardär Soros gegründeten Universität demonstriert, die sich durch Gesetzespläne der rechtsgerichteten Regierung bedroht sieht.

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Weil Ungarn die Bedenken nicht ausräumte, klagte die Brüsseler Behörde schließlich vor dem EuGH. Sie argumentierte, das neue Gesetz sei ein Verstoß "gegen die Freiheit von Hochschuleinrichtungen, in der gesamten EU Dienstleistungen anzubieten oder sich niederzulassen". Zugleich liefen die neuen Vorschriften "dem Recht auf akademische Freiheit, dem Recht auf Bildung und der unternehmerischen Freiheit" zuwider, die in der EU-Grundrechte-Charta verankert sind. Außerdem würden Verpflichtungen aus dem internationalen Handelsrecht - dem GATS-Abkommen - verletzt.

Soros als Feindbild für Orban

Die Luxemburger Richter gaben der EU-Kommission nun weitgehend Recht. Das GATS-Abkommen werde verletzt und zudem werde gegen EU-Grundrechte wie die akademische Freiheit verstoßen. Kritikern zufolge setzt Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban die Zivilgesellschaft des Landes seit Jahren unter Druck.

Den aus Ungarn stammenden Holocaust-Überlebenden Soros hat Orban als Feindbild auserkoren. Er überzieht ihn mit Verleumdungen und antisemitisch konnotierten Anfeindungen.

Das Urteil vom Dienstag ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass das höchste EU-Gericht dem Rechtsnationalen Orban und seiner Regierung Einhalt gebietet. Im Mai erklärte der EuGH, dass grundlegende Teile des ungarischen Asylsystems gegen EU-Recht verstießen. Im Juni erklärten die Luxemburger Richter das sogenannte NGO-Gesetz von 2017 für rechtswidrig.

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg.

Urteil des EuGH -
Ungarns NGO-Gesetz verstößt gegen EU-Recht
 

Im Streit um Nichtregierungsorganisationen hat die ungarische Regierung eine Niederlage vor dem EuGH kassiert. Das sogenannte NGO-Gesetz verstoße gegen EU-Recht.

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