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UN melden mehr Flüchtlinge denn je

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79,5 Millionen auf der Flucht - UN melden mehr Flüchtlinge denn je

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Immer Menschen fliehen vor Krieg, Armut und Unterdrückung. 2019 war ein Prozent der Weltbevölkerung auf der Flucht. Und das noch vor der Corona-Krise.

Kinder in einem Zelt des Flüchtlingshilfswerkes. Archivbild
UN: 2019 weltweit fast neun Millionen Flüchtlinge mehr als im Vorjahr
Quelle: Ben Curtis/AP/dpa

Die Zahl der vor Gewalt und Konflikten geflüchteten Menschen hat laut den Vereinten Nationen einen neuen Höchststand erreicht. Weltweit seien 79,5 Millionen Kinder, Frauen und Männer Ende des vergangenen Jahres auf der Flucht gewesen, heißt es im Jahresbericht des Hilfswerkes UNHCR.

"Die Zahl der Menschen auf der Flucht entspricht einem Prozent der Weltbevölkerung", sagte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, der das Hilfswerk leitet. Kurz vor dem Weltflüchtlingstag am Samstag hielt der Italiener fest:

Niemals zuvor haben wir so viele Menschen auf der Flucht erfasst.
Filippo Grandi, UN-Flüchtlingskommissar

Grandi äußerte sich tief besorgt über das "immense Leiden" der Betroffenen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten.

Fast neun Millionen Flüchtlinge mehr als im Vorjahr

Der UNHCR-Bericht deckt das Jahr 2019 ab, neue Flüchtlingsbewegungen in diesem Jahr wie in Libyen sind noch nicht erfasst. Grandi ging jedoch auf die Corona-Pandemie ein, die auch die Menschen auf der Flucht bedroht. Glücklicherweise sei es in Flüchtlingsunterkünften noch nicht zu großen Corona-Ausbrüchen gekommen, erklärte Grandi. Doch die Pandemie stürze viele Geflohene in noch tiefere wirtschaftliche Not.

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Ende 2018 waren den Angaben nach 70,8 Millionen Menschen auf der Flucht. Den millionenfachen Anstieg im vergangenen Jahr erklärte Hochkommissar Grandi vor allem mit neuen Vertreibungen in der Demokratischen Republik Kongo, der Sahel-Region, im Jemen und in Syrien.

Der Konflikt in Syrien alleine hat laut Grandi mehr als 13 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Ein weiterer Grund für den Anstieg ist den Angaben nach die bessere Erfassung von Flüchtlingen und Asylbewerbern aus Venezuela. Viele von ihnen seien lange Zeit nicht registriert worden.

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Immer weniger kehren nach Flucht zurück in die Heimat

Gleichzeitig beklagte Grandi, dass immer weniger Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren könnten. Konflikte wie in Syrien ziehen sich hin und erlauben den Flüchtlingen keine sichere Heimkehr. Seien in den 1990er Jahren noch durchschnittlich 1,5 Millionen Flüchtlinge pro Jahr zurück nach Hause gelangt, sank diese Zahl im vergangenen Jahrzehnt auf 385.000.

Unter den Menschen auf der Flucht befinden sich laut UN knapp 46 Millionen Binnenflüchtlinge: Sie versuchen, sich innerhalb des eigenen Landes vor Gewalt und Repression in Sicherheit zu bringen. Knapp 30 Millionen Kinder, Frauen und Männer suchten Schutz außerhalb ihrer Heimatländer. Rund vier Millionen Menschen befinden sich den Angaben nach in einem Bewerbungsverfahren für Asylschutz in einem fremden Land.

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