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Woran es Kindern auf der Welt fehlt

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Unicef-Report - Woran es Kindern auf der Welt fehlt

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Ein neuer UN-Bericht offenbart: Weltweit lassen Regierungen Kinder im Stich. Während in armen Ländern Nahrung fehlt, landet Deutschland in einem anderen Bereich nur auf Platz 161.

Man sieht sechs Kinder aus Somalia mit Eimern und anderen Kanistern in der Hand in einer Schlange auf eine Notspeisung warten. Im Hintergrund sind unscharf weitere Kinder zu erkennen.
Kinder in Somalia warten auf Nahrungsmittel: Etwa 250 Millionen Kinder bleiben weltweit wegen Mangelernährung in ihrer Entwicklung zurück, schätzen WHO und Unicef.
Quelle: dpa

Kinder und Jugendliche aus ...

  • Norwegen
  • Südkorea
  • und den Niederlanden

... haben weltweit die besten Chancen auf ein gutes Leben. Ihre Altersgenossen in ...

  • der Zentralafrikanischen Republik
  • im Tschad
  • und in Somalia

... sind dagegen weltweit am schlechtesten dran.

Das zeigt ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des UN-Kinderhilfswerks Unicef, der in der Fachzeitschrift "The Lancet" vorgestellt wurde.

Lebensaussicht: Deutsche Kinder auf Rang 14

Deutschland liegt in der Studie, die Faktoren wie Ernährung, Gesundheit und Bildung berücksichtigt, auf Platz 14 von insgesamt 180 Ländern.

Der Report offenbart, dass in ärmeren Ländern schätzungsweise 250 Millionen Kinder wegen Mangelernährung in ihrer Entwicklung so weit zurück bleiben, dass sie ihr Potenzial ihr Leben lang nicht ausschöpfen könnten.

Es gebe aber kein Land der Welt, das seine Minderjährigen nicht in mindestens einem Bereich im Stich lasse, sagte der Gesundheitsexperte Anthony Costello, einer der Hauptautoren. Alle Länder setzten junge Menschen Werbung für Produkte wie Alkohol, Tabak, überzuckerte Getränke und Fast Food aus. In China könnten 86 Prozent der Fünf- und Sechsjährigen mindestens eine Zigarettenmarke identifizieren.

Jede Regierung muss Minderjährige zur Priorität ihrer Entwicklungspläne machen.
Unicef-Chefin Henrietta Fore

Die Werbung für stark zuckerhaltige Getränke und Fast Food sei mitverantwortlich für die alarmierende Ausbreitung von Fettleibigkeit. 1975 seien elf Millionen Minderjährige weltweit fettleibig gewesen, 2016 schon 124 Millionen. Der Bereich der Online-Werbung, die auf Minderjährige ziele, sei völlig unreguliert, monierte Costello. Vereinbarungen mit der Industrie zu Selbstregulierung funktionierten nicht.

Emissionen: Nur 19 Länder schlechter als Deutschland

Auch im Bereich Nachhaltigkeit hinkten die Industrienationen zurück, kritisierte Costello. Durch ihre hohen CO2-Emissionen gefährdeten sie nicht nur die Kinder im eigenen Land, sondern weltweit. Deutschland liege in diesem Bereich nur auf Platz 161. Norwegen (Platz 156) und die Niederlande (Platz 160) schnitten kaum besser ab.

Wir stimmen mit Greta Thunberg überein. Unsere Welt brennt.
UN-Gesundheitsexperte Costello

Wegen ihrer niedrigen Emissionen stehen Burundi, Tschad und Somalia dort auf den ersten Plätzen - Länder, die insgesamt auf der Skala des Wohlergehens wegen den Faktoren Gesundheit, Ernährung und Bildung aber auf den hinteren Plätzen liegen.

Von den Ländern, in denen es jungen Leuten relativ gut geht (Top 70), schafften es voraussichtlich nur neun Länder, ihre Ziele zur Reduktion der Pro-Kopf-Emissionen von CO2 bis 2030 zu erreichen, schreiben die Autoren. Darunter sind Sri Lanka, Moldau und Armenien - keine Industrieländer.

Wie können Länder die Bedingungen für Kinder verbessern?

Um das Kinderwohl weltweit dauerhaft zu verbessern, empfehlen die Autoren unter anderem, den CO2-Ausstoß dringend zu stoppen, Kinder und Jugendliche in politische Entscheidungen mit einzubeziehen und Werbeeinschränkungen zu verschärfen.

Archiv: Ein syrischer Junge im zerstörten Aleppo im Jahre 2019.

Bericht zur Sicherheitskonferenz -
415 Millionen Kinder leben im Krieg
 

Anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz zeigt ein Bericht: Jedes sechste Kind muss heute in Konfliktgebieten aufwachsen. Was bedeutet das für die Betroffenen - und für uns?

von Jenifer Girke
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