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Interview

Unionsfraktion für Söder? - "Meinungsbild, aber keine ganz klare Tendenz"

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Die Bundestagsfraktion spielt zunehmend eine größere Rolle bei der K-Frage der Union. Ein Interview mit zwei CDU-Fraktionsmitgliedern zeigt, wie gespalten die Partei ist.

Die CDU-Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter und Norbert Barthle berichten von der kontroversen Diskussion in der Unionsfraktion zum Machtkampf um die angestrebte Kanzler-Kandidatur von Armin Laschet und Markus Söder.

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Das Duell zwischen CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder geht weiter: Und auch wenn die K-Frage der Union nach heutigen Gesprächen mit der Fraktion nicht geklärt ist, soll es bei den Bundesabgeordneten der großen Schwesterpartei einen Stimmungsumschwung in Richtung des bayerischen Ministerpräsidenten gegeben haben - allerdings sei dieser nur ein "spannendes Meinungsbild, aber keine ganz klare Tendenz", verdeutlicht der CDU-Abgeordnete Roderich Kiesewetter im ZDF heute journal.

Barthle: Alle Verbände für Söder - außer NRW

Einen Stimmungsumschwung sieht hingegen der CDU-Abgeordnete Norbert Barthle aus Baden-Württemberg. Die Stimmungslage bei der Sitzung hätte "eindeutig wiedergegeben", dass Rückendeckung für Armin Laschet primär nur aus seinem NRW-Landesverband komme. Die anderen Landesverbände würden eher zu Markus Söder tendieren.

Auf die Frage, inwiefern diese Tendenz einem Misstrauensvotum gleiche, erwiderte der CDU-Abgeordnete: Man habe bei der Wahl des Vorsitzenden mit "klarer Ansage" einen Parteichef gewählt - und keinen Kanzlerkandidaten. Gleichzeitig sicherte Barthle jedoch zu, jeden Kandidaten zu unterstützen, "egal, wer es wird".

Fast vier Stunden diskutiert die Unionsfraktion mit Armin Laschet und Markus Söder um deren Kanzlerkandidaten-Kandidatur: Wer ist der Bessere, wer hat größere Chancen, wer garantiert den Erfolg? Eine Entscheidung wurde erst mal verschoben.

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Den meisten Abgeordneten sei jedoch bewusst, dass mit Söder bessere Ergebnisse bei der Bundestagswahl eingefahren würden. Man solle demnach den "Vertrauensvorschuss nutzen", den der CSU-Chef den Umfragen zufolge in der Bevölkerung genieße. Hier müsse man die "kleine Schwesterpartei nach vorne schieben", wenn die große Schwester "etwas zerzaust" sei, so Barthle.

Kiesewetter: "Meinungsbild" und "keine ganz klare Tendenz"

Roderich Kiesewetter sprach sich hingegen deutlich für eine Kandidatur Laschets aus. Die CDU sei "alles andere als zerzaust", erwidert der Abgeordnete. Laschet habe gezeigt, wie er ein Land wie Nordrhein-Westfalen, auch mit nur einer Stimme Mehrheit im Landesparlament, führen könne.

Was Barthle als Stimmungsumschwung für Söder deutet, sei nicht mehr als ein "spannendes Meinungsbild" von "primär Kollegen aus NRW und Bayern" - und "keine ganz klare Tendenz", so Kiesewetter. Man solle sich jetzt weniger auf Umfrageergebnisse konzentrieren, sondern auf die "Haltung", die Armin Laschet mitbringe.

Entscheidung noch in dieser Woche angekündigt

Auch wenn die Entscheidung, wer ins Rennen zieht, - stand Dienstagabend - letztendlich beim Vorstand liegt, nimmt die Fraktion laut ZDF-Korrespondent Theo Koll die Rolle des "Schiedsrichters" im Machtkampf ein - und gewinnt somit an Entscheidungsgewalt. Beide Parteichefs haben angekündigt, noch in dieser Woche eine Entscheidung zu fällen.

Wer geht für die Schwesterparteien ins Rennen um die Kanzlerschaft? Eine Entscheidung soll noch diese Woche getroffen werden, so die Parteichefs nach einer Unions-Fraktionssitzung.

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