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Kampf um Kanzlerkandidatur : Frist verstrichen und keine Einigung

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Die Frist für die Entscheidung um die K-Frage bei der Union ist verstrichen. Söder und Laschet trafen sich am Abend zwar in Berlin, geeinigt haben sie sich jedoch noch nicht.

Die selbstgesetzte Frist ist abgelaufen - doch einen Kanzlerkandidaten der Union gibt es bisher noch nicht. CSU-Chef Markus Söder und CDU-Chef Armin Laschet trafen am Sonntagabend beide in Berlin ein. Nach knapp dreieinhalb Stunden ging das Treffen ergebnislos zu Ende. Über das weitere Vorgehen in dem seit einer Woche andauernden Machtkampf war zunächst nichts zu erfahren.

ZDF-Korrespondent Koll: Entscheidung ist nah

Eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Union sei nah, sagt Theo Koll, Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, am Sonntagabend. Aus der Union sei zu hören, dass die Stimmung in Richtung Söder schwenke. "Der Baum fällt", hieß es. Sollte am Dienstag eine Entscheidung in der Bundestagsfraktion von CDU und CSU fallen, dürfte es eine Mehrheit für Markus Söder geben.

In der CDU sei inzwischen eine zweite Idee aufgekommen, die Entscheidung herbeizuführen, so Koll. Beide Kandidaten könnten sich mit jüngeren Unions-Mandatsträgern treffen. Dann könnten in die Entscheidung zum Beispiel auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans und der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther eingebunden werden.

Junge Union für Söder

Bei der Jungen Union (JU) ist der Favorit klar: Markus Söder. Der Wunsch sei, eine starke Führungspersönlichkeit zu haben, sagte JU-Chef Tilman Kuban im heute journal. "Wir haben ein Stimmungsbild eingefangen und das war sehr klar."

Die Junge Union hat sich für Markus Söder als Unions-Kanzlerkandidat ausgesprochen: Der Kurs von Markus Söder kommt in Deutschland sehr gut an.
Tilman Kuban

Kuban kritisierte Markus Söder allerdings auch dafür, das CDU-Präsidium als "Hinterzimmer" bezeichnet zu haben. "Ich persönlich hätte diese Wortwahl nicht gewählt", so Kuban. Er äußerte die Erwartung, dass sich Laschet und Söder bald einigen. "Ich würde mir sehr eine schnelle Entscheidung wünschen."

Auch Landesvorstand und Kreisvorsitzende der CDU Niedersachsen sprachen sich am Abend übereinstimmenden Medienberichten zufolge für Söder aus.

Vogel: "Umfragen sind eine riskante Grundlage"

Thüringens ehemaliger Ministerpräsident Bernhard Vogel kritisierte im heute journal die Diskussion um die K-Frage in der Union. Auseinandersetzungen habe es zwischen den Schwesterparteien immer gegeben. Jedoch müsse sie "sobald wie möglich" ändern.

Zudem warnte Vogel davor, zu sehr auf aktuelle Umfragen zu setzen. "Für mich ist eine Veränderung der politischen Architektur zu erkennen. Umfragen sind mir eine zu riskante Grundlage. Denn sie können in einigen Wochen wieder ganz anders aussehen."

Hätten wir den Kanzlerkandidaten vor einem halben Jahr bestimmt, hätte jemand ganz anderes an der Spitze gestanden.
Bernhard Vogel

Auch für die Zukunft müsse gelten, dass gewählte Gremien die Entscheidungen treffen.

Saar-Regierungschef: Geschlossenheit wichtig

Der saarländische Ministerpräsident Hans sagte im ZDF-Interview, er setze auf eine Einigung zwischen Armin Laschet und Markus Söder, ohne dass es zu einer Kampfabstimmung komme.

"Ich habe gesagt, dass es eine Entscheidung geben muss, die Rücksicht nehmen muss auf die Stimmung in der Bevölkerung", so Hans weiter. Wichtig sei jedoch auch, "was unsere Basis der Partei denkt", betonte er. Die Entscheidung müsse auf jeden Fall die Geschlossenheit von CDU und CSU gewährleisten.

Die von Laschet und Söder selbst gesetzte Frist für eine Einigung im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur war am Sonntag um Mitternacht abgelaufen.

Die turbulente Woche der Union

  • Am vergangenen Sonntag hatten sich sowohl Laschet als auch Söder zur Übernahme der Kanzlerkandidatur bereiterklärt.
  • Am Montag stellten sich die Spitzengremien von CDU und CSU jeweils hinter ihre Parteichefs.
  • Am Dienstag traten beide in der Bundestagsfraktion auf, wo es Dutzende Wortmeldungen gab - nach Teilnehmerangaben mehr zugunsten Söders als für Laschet. Beide stellten anschließend eine Verständigung bis Ende der Woche in Aussicht.

Seitdem herrscht in der Union Unklarheit. Während die CSU quasi geschlossen fest zu Söder steht, ist die Lage in der großen Schwesterpartei deutlich heterogener.

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