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Absturz bei Politbarometer - Die Stunde der Union scheint vorbei

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Es lief anfangs gut im Kampf gegen Corona - die Union kann Krise, so die Wahrnehmung in der Bevölkerung. Jetzt kippt die Stimmung - die Union stürzt laut Politbarometer ab.

Im aktuellen Politbarometer verlieren CDU/CSU sieben Punkte – ein nie dagewesener Absturz in einem Politbarometer. ZDF-Korrespondent Theo Koll über die Stimmung in der Union.

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"Die Umfragen können mich nicht mehr schocken", schreibt ein Bundestagsabgeordneter als Antwort per SMS auf das heutige Politbarometer. Das ist keine Coolness oder Galgenhumor, das ist die nüchterne Erwartung gewesen vor allem nach dieser verkorksten Woche - nach dem Motto: Wir haben es auch nicht besser verdient.

28 Prozent würden am Sonntag Union wählen, wenn Bundestagswahl wäre, so hat es die Forschungsgruppe Wahlen ermittelt. Ein Absturz um sieben Prozentpunkte im Vergleich zum Februar, um zwölf Prozentpunkte im Vergleich zum letzten Sommer.

CDU: Entschuldigung von Merkel keine Hilfe

Das macht etwas mit der Partei: Die Stimmung sei schlimmer als 2015 in der sogenannten Flüchtlingskrise, schallt es aus manchem CDU-Ortsverein. Wenn man nach den konkreten Gründen fragt, bekommt man Antworten, die jede und jeder gerade aus seinem Alltag kennt: fehlende Impfstoffe, fehlende Tests, verzweifelte Eltern und Kinder im Homeschooling, Selbständige in Existenzangst, weil zugesagte Finanzhilfen nicht ankommen - der ganze Corona-Schlamassel eben.

Da helfe auch die Entschuldigung von Merkel zum Osterchaos nicht. Hinzu kommen die Korruptionsvorwürfe, die die Partei täglich tiefer in den Abgrund blicken lassen.

Das ZDF-Politbarometer zeigt, dass die Bundesbürger der Politik ein schlechtes Zeugnis für deren Corona-Management ausstellen.

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Corona war zu Beginn die Stunde der Union

Was die Basis am meisten erschüttert: Dass "die da oben" in Berlin die Corona-Krise nicht mehr vernünftig managen. Gemeint ist Angela Merkel. "Es ist ernst. Nehmen Sie es ernst." So hatte die Kanzlerin das Land im vergangenen Frühjahr in ihrer TV-Ansprache gewarnt.

Es folgten die sogenannten Gummistiefelmomente: Wie zuvor Gerhard Schröder oder Helmut Schmidt konnte die Politik nun zeigen, dass sie Krise kann. Und es waren vor allem die Kanzlerin, Gesundheitsminister Jens Spahn und Ministerpräsidenten wie Markus Söder, die davon in den Umfragen profitierten - und mit ihnen die gesamte Union. "Es ist die Stunde der Exekutive“, "es ist die Stunde der Macher", kommentierten Medien oft.

Jens Spahn und RKI-Präsident Wieler warnen am Freitagmorgen in der Pressekonferenz vor der dritten Corona-Welle. So rufen sie dazu auf, an Ostern zu Hause zu bleiben.

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Es war vor allem die Stunde der Union. In den Umfragen kletterte sie von 26 Prozent im März 2020 hoch auf 39 Prozent in der Sonntagsfrage im Juli 2020. In den Hintergrundrunden in Berlin wurde schon gewitzelt, wer was wird im schwarz-grünen Kabinett 2021. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall: Am Mittwoch schreibt die Chefin des Allensbach-Instituts in der "FAZ", dass das Wählerpotential von CDU und CSU kleiner sei als das der Grünen, das sich stabil um die 30 Prozent bewege.

Kanzlerkandidatur der Union als Risiko

Das ändert die Lage auch für die Frage der Kanzlerkandidatur: Bislang war in der Union der Gedanke eine Selbstverständlichkeit, dass Armin Laschet oder Markus Söder auf dem noch warmen Platz von Angela Merkel im Kanzleramt nach der nächsten Bundestagswahl Platz nimmt.

Heute ist die Frage, wer das Risiko in dieser Lage auf sich nehmen will. Oder muss.

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