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Afghanistan : USA und Deutschland beschleunigen Evakuierung

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Mehr koordinierende US-Beamte und zusätzliche Bundeswehr-Hubschrauber sollen die Evakuierungen aus Afghanistan vorantreiben. Derweil wurden zwei Deutsche verletzt.

Die USA verstärken ihre Bemühungen zur Evakuierung von US-Amerikanern, Afghanen und Menschen anderer Nationalitäten aus Kabul. Auch Deutschland und andere Länder setzen ihre Evakuierungsflüge fort.

Die Bundeswehr verlegt zusätzlich zwei Hubschrauber nach Afghanistan. Es gehe um eine "Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums dazu in Berlin. Die Maschinen könnten für die Rettung einzelner Menschen aus "Gefahrenlagen" oder aus abgelegenen Orten eingesetzt werden.

USA schicken weitere Beamte

Aus Washington hieß es, das US-Außenministerium schicke zusätzliche Konsularbeamte nach Katar und Kuwait, um dort die Weiterreise der Menschen zu organisieren. Außerdem seien weitere Beamte in Kabul gelandet, wo rund um den Flughafen weiter Chaos herrscht.

Ziel sei es, so schnell wie möglich so viele Menschen wie möglich aus dem Land zu bringen. Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums seien in engem Kontakt mit den Taliban außerhalb des Flughafens, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby.

Wir wollen nicht, dass jemand belästigt oder verletzt wird.
John Kirby, Pentagon-Sprecher

Er betonte, dass man keinen kompletten Überblick darüber habe, was außerhalb des Flughafens passiere und ob auch Menschen mit US-Pässen oder Visa von den Taliban schikaniert würden. Man habe am Flughafen zusätzliche Gates geöffnet, um die Evakuierung zu beschleunigen.

Das Hin und Her der Verantwortung in der Afghanistanfrage erinnere an ein Massenversagen sämtlicher politischer Schaltstellen, so ZDF-Hauptstadtstudioleiter Theo Koll. Dass Heiko Maas zurücktreten könnte, hält er kurz vor der Wahl für unwahrscheinlich.

Beitragslänge:
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Chaotische Zustände am Flughafen in Kabul - zwei verletzte Deutsche

Die Journalistin Ayesha Tanzeem berichtet von "grausamen Szenen" rund um den Flughafen. Die Situation sei genauso schlimm, wie es auf zahlreichen Videos zu sehen sei - und werde immer schlimmer.

Auf dem Weg zum Flughafen erlitt ein Deutscher, ein Zivilist, eine Schussverletzung. Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte am Freitag in Berlin: "Er wird medizinisch versorgt, es besteht aber keine Lebensgefahr." Am Abend war vom Auswärtigen Amt zu hören, dass ein weiterer deutscher Staatsangehöriger in Flughafennähe verletzt wurde.

Die Taliban suchen laut einem für die Vereinten Nationen erstellten Bericht gezielt nach vermeintlichen Kollaborateuren. In dem vertraulichen vierseitigen Bericht des RHIPTO Norwegian Center for Global Analyses, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es, dem größten Risiko seien Menschen ausgesetzt, die wichtige Positionen im Militär, der Polizei oder anderen Ermittlungsbehörden eingenommen hatten. 

Kritik an US-Regierung

"Soweit ich weiß, wurde in dem Telegramm der mögliche Sturz der afghanischen Regierung nach dem Abzug der US-Truppen am 31. August vorausgesagt", sagte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Jonathan Finer dazu. Niemand habe jedoch erwartet, dass die afghanische Regierung und Armee binnen weniger Tage kollabieren würden. Der Plan sei, die Evakuierung bis zum 31. August abzuschließen.

Unterdessen hieß es aus Verhandlungskreisen, die Taliban wollten mit ihrer neuen Regierungsbildung bis zum US-Rückzug aus Afghanistan Ende August warten.

Während das US-Militär bisher insgesamt 13.000 Menschen ausgeflogen haben, hat die Bundeswehr seit Montag mehr als 1.700 Menschen aus Afghanistan in Sicherheit gebracht. Nach Angaben des Weißen Hauses vom Freitag waren es allein in den vorangegangenen 24 Stunden 5.700 Menschen.

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Derweil steigt die Sorge vor Racheakten der Taliban. Die G7-Staaten reagierten alarmiert auf entsprechende Berichte und forderten die Islamisten auf, die von ihnen zugesagte Sicherheit von Zivilisten zu gewährleisten.

Nachrichten | heute - in Deutschland - Afghanen in Brandenburg 

Nach der Landung der ersten Maschinen mit aus Afghanistan geretteten Menschen, kommen einige von ihnen in Brandenburg unter. Das Bundesland hatte sich als eines der ersten zur Aufnahme bereiterklärt.

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