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US-Truppenabzug: Unverständnis bis Hoffnung

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Reaktionen auf Berichte - US-Truppenabzug: Unverständnis bis Hoffnung

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Die USA überlegen, rund ein Viertel der derzeit in Deutschland stationierten Truppen abzuziehen. Das stößt in der Bundespolitik auf Kritik, andere NATO-Staaten wittern eine Chance.

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Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, hat den möglichen US-Truppenabzug aus Deutschland kritisiert. "Ein solcher Abzug wäre unter jedem Gesichtspunkt sehr bedauerlich", sagte der CDU-Außenpolitiker am Samstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Einen sachlichen Grund für den Abzug vermag ich nicht zu erkennen.
Norbert Röttgen

Wadephul: "Weckruf an die Europäer"

Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, US-Präsident Donald Trump wolle voraussichtlich im September 9.500 der derzeit 34.500 in Deutschland stationierten US-Soldaten abziehen. Trumps Nationaler Sicherheitsberater Robert O'Brien habe kürzlich ein entsprechendes Memorandum unterzeichnet.

Die amerikanischen Soldaten sind willkommen in Deutschland, ihre Stationierung bei uns ist für die Koordination der internationalen militärischen Präsenz der USA enorm wichtig.
Norbert Röttgen

Unionsfraktionsvize Johann Wadephul sieht im angeblich geplanten Abzug von US-Truppen aus Deutschland einen weiteren Weckruf an die Europäer, ihr Schicksal entschiedener in die Hand zu nehmen.

Die Pläne zeigen erneut, dass die Trump-Administration eine elementare Führungsaufgabe vernachlässigt: die Einbindung der Bündnispartner in Entscheidungsprozesse.
Johann Wadephul

Nato-Mitglieder kritisieren auch die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, aus dem Rüstungskontrollvertrag "Open Skies" auszusteigen.

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Kritik vom Ex-General, Lob von der Linkspartei

Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, begrüßte die Medienberichte und sprach sich gleichzeitig auch für einen Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland aus.

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Der frühere US-Generalleutnant Mark Hertling schrieb auf Twitter hingegen, ein Teilabzug aus Deutschland wäre "gefährlich", "kurzsichtig" und werde im US-Kongress auf starke Missbilligung stoßen.

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Schritt kommt nicht unerwartet, Polen hofft zu profitieren

Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München, betonte auf Twitter, dass dieser Schritt bereits erwartet wurde. Die betroffenen US-Truppen seien "nicht in Deutschland, um Deutschland zu verteidigen". Ihre Aufgabengebiete seien vor allem die Projektion von Stärke im Nahen Osten und dem Baltikum.

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki äußerte die Hoffnung, dass ein Teil der abgezogenen amerikanischen Soldaten in seinem Land stationiert werde. Er verwies auf zahlreiche Gespräche, die Polen in der Vergangenheit geführt habe. "Die Entscheidung liegt nun aufseiten der USA", sagte Morawiecki dem Radiosender RMF24.

Andauernder Streit über Verteidigungsausgaben

Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatte im August 2019 offensiv dafür geworben, die Zahl der US-Soldaten wie ziviler Beschäftigter des US-Militärs in Deutschland zu reduzieren.

Es ist wirklich beleidigend zu erwarten, dass der US-Steuerzahler weiter mehr als 50.000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden.
Richard Grenell

Trump drängt die europäischen Nato-Verbündeten seit Jahren zu deutlich höheren Militärausgaben. Die Nato-Staaten haben als Ziel ausgegeben, mittelfristig zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Verteidigung auszugeben.

Deutschland ist weit von diesem Ziel entfernt. 2019 lag der Anteil bei 1,38 Prozent. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte bei ihrem Amtsantritt im vergangenen Jahr als Zielmarke eine Erhöhung des Wehretats auf 1,5 Prozent bis 2024 genannt.

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