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Ziehen USA tausende Soldaten aus Deutschland ab?

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Berichte über Trump-Anordnung - Ziehen USA tausende Soldaten aus Deutschland ab?

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US-Medienberichten zufolge will US-Präsident Trump noch in diesem Jahr 9.500 Soldaten aus Deutschland abziehen. Ein Sprecher des Weißen Hauses bestätigte den Bericht nicht.

US-Truppen in Deutschland. Archivbild
Dem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge sollen künftig maximal 25.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert sein.
Quelle: Nicolas Armer/dpa

US-Präsident Donald Trump hat Berichten zufolge den zügigen Abzug tausender US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Er habe das Pentagon angewiesen, die Truppenstärke bis September um 9.500 Soldaten zu reduzieren - von derzeit 34.500 Soldaten, melden das "Wall Street Journal" und die Agentur Reuters. Beide beziehen sich auf US-Regierungsvertreter.

Außerdem solle eine Obergrenze von 25.000 US-Soldaten in Deutschland eingeführt werden, heißt es weiter. Das Memorandum des Weißen Hauses sei von Trumps Nationalem Sicherheitsberater Robert O'Brien unterzeichnet worden. Auch der "Spiegel" berichtet von Reduzierungsplänen. Das Pentagon äußerte sich auf Anfrage nicht zu den Berichten.

Weißes Haus bestätigt Abzugsplan nicht

Auch aus dem Weißen Haus kam keine Bestätigung. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, John Ullyot, erklärte, derzeit gebe es dazu keine Ankündigung. Trump überprüfe aber ständig den Einsatz von US-Soldaten im Ausland. "Die Vereinigten Staaten sind weiterhin entschlossen, mit unserem engen Verbündeten Deutschland zusammenzuarbeiten."

Bereits im vergangenen Jahr hatten die USA mit dem Teilabzug ihrer Truppen aus Deutschland gedroht. Der damalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatte im August gesagt: "Es ist wirklich beleidigend zu erwarten, dass der US-Steuerzahler weiter mehr als 50.000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden."

Zu dem Zeitpunkt waren 35.000 US-Soldaten in Deutschland. Hinzu kamen 17.000 amerikanische und 12.000 deutsche Zivilisten, die von den US-Truppen beschäftigt wurden. Zehntausende weitere Arbeitsplätze hängen von den amerikanischen Streitkräften ab.

Trump will höheren deutschen Beitrag zur Nato

Das "Wall Street Journal" berichtet, die Entscheidung stehe auch im Zusammenhang mit Trumps Ärger über die deutschen Militär-Ausgaben. Der US-Präsident fordert seit langem eine gerechtere Lastenteilung innerhalb der Nato und kritisierte in dem Zusammenhang wiederholt die aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben Deutschlands.

Das Auswärtige Amt in Berlin wollte sich zunächst nicht zu den Angaben äußern. Der SPD-Verteidigungspolitiker Fritz Felgentreu twitterte: "Das können die USA entscheiden, wie es für sie sinnvoll ist. Um Druck aufzubauen, eignet sich das Thema nicht." Die spannende Frage sei, wohin die
Soldaten kämen. "Nach Hause oder weiter nach Osten?" Trump hatte vor gut einem Jahr eine Verlegung von US-Soldaten aus Deutschland nach Polen ins Gespräch gebracht.

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