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Reduzierung von Soldaten - Grenell verteidigt möglichen US-Truppenabzug

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Ex-US-Botschafter Grenell hat die Überlegungen der Trump-Regierung, Soldaten aus Deutschland abzuziehen, als nicht überraschend bezeichnet. Die Diskussion gebe es schon lange.

US-Soldaten bei einer miltärischen Zeremonie in den Storck-Barracks im bayerischen Illesheim. US-Präsident Trump plant, rund 9.500 in Deutschland stationierte amerikanische Soldaten abzuziehen.
US-Präsident Trump überlegt, 9.500 in Deutschland stationierte Soldaten abzuziehen. (Archivfoto)
Quelle: dpa

Richard Grenell, ein enger Vertrauter von US-Präsident Donald Trump, sagte bei "Bild Live", dass der Schritt aus seiner Sicht nicht überraschend sei. Ein Abzug von US-Soldaten aus Deutschland "wurde groß und breit diskutiert", erklärte der frühere US-Botschafter in Berlin, der Anfang Juni seinen Rücktritt einreichte.

Die Bundesregierung wurde nach tagelanger Spekulation inzwischen offiziell darüber unterrichtet, dass die USA einen Truppenabzug von 9.500 der rund 34.500 Soldaten aus Deutschland zumindest in Erwägung ziehen. Das bestätigte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer.

Grenell: US-Truppenabzug auch aus Japan und Südkorea

Die Amerikaner hätten die Europäer immer wieder gebeten, mehr für die Nato zu zahlen, sagte Grenell. Gleichzeitig betonte er: "Es wird weiterhin 25.000 Soldaten in Deutschland geben, das ist doch keine kleine Zahl."

Reaktionen auf Berichte -
US-Truppenabzug: Unverständnis bis Hoffnung
 

Die USA überlegen, rund ein Viertel der derzeit in Deutschland stationierten Truppen abzuziehen. Das stößt in der Bundespolitik auf Kritik, andere NATO-Staaten wittern eine Chance.

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"Letzten September haben die Berliner Medien beschlossen, dass dies nie geschehen würde", so Grenell. Allerdings sei auch auf dem Nato-Gipfel im Dezember über den Truppenabzug gesprochen worden. Laut Grenell sollen Truppen auch aus Japan und Südkorea abgezogen werden.

Die amerikanischen Steuerzahler haben keine Lust mehr, zu viel für die Verteidigung anderer Länder zu zahlen.
Richard Grenell, ehemaliger US-Botschafter

Zwar ist der deutsche Verteidigungsetat und Nato-Beitrag zuletzt gestiegen, liegt aber immer noch unter dem Nato-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

US-Abgeordnete besorgt über Teilabzug

Republikanische Abgeordnete in den USA drückten unterdessen ihre Sorge über einen möglichen Teilabzug aus. "Wir glauben, dass solche Schritte die nationale Sicherheit der USA erheblich schädigen und die Position Russlands zu unserem Nachteil stärken würden", heißt es in einem Brief an Trump, den mehr als 20 Republikaner des Abgeordnetenhauses unterzeichneten.

Man glaube zwar, dass Nato-Verbündete wie Deutschland mehr zur gemeinsamen Verteidigung beitragen sollten, doch die Reduzierung der US-Soldaten in Europa könne zu "weiteren Aggressionen" aus Moskau führen.

Truppenpräsenz wichtig für militärische Macht

Militärexperten hatten wiederholt darauf hingewiesen, dass die US-Truppenpräsenz in Deutschland nicht nur Teil amerikanischer Beistandsverpflichtungen innerhalb der Nato sei, sondern diese es den USA auch erlaube, militärische Macht über Standorte in Europa beispielsweise in den Nahen Osten und nach Afrika auszuüben.

Das Wallstreet Journal und der SPIEGEL berichten übereinstimmend, US-Präsident Trump habe angewiesen, die US-Truppenpräsenz in Deutschland stark zu reduzieren. Die Bundesregierung ist davon wohl nicht unterrichtet worden, zumindest nicht offiziell.

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