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US-Minister besucht Deutschland - Pentagon-Chef Austin trifft Kramp-Karrenbauer

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Erstmals nach der Vereidigung von US-Präsident Biden besucht einer seiner Minister Deutschland: Verteidigungsminister Austin trifft in Berlin auf Amtskollegin Kramp-Karrenbauer.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin, aufgenommen am 20.03.2021
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin war selbst in Afghanistan im Einsatz - nun soll er den Truppenabzug koordinieren.
Quelle: imago

In unruhigen Zeiten ist US-Verteidigungsminister Lloyd Austin zu Besuch in Berlin. In Afghanistan rückt eine Frist für einen US-Truppenabzug immer näher, und die Lage in der Ost-Ukraine verschärft sich nicht zuletzt wegen eines russischen Truppenaufmarsches an der Grenze. Es gibt also viel zu besprechen, wenn Austin Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) trifft - und als erster Minister der Regierung des neuen Präsidenten Joe Biden Deutschland besucht.

Austin will alte Allianzen stärken

Biden setzt nach den vier Jahren des "Amerika zuerst"-Verfechters Donald Trump auf eine neue Stärkung der traditionellen Bündnisse. Insbesondere zwischen Berlin und Washington hatte es unter Trump viel geknirscht: Der Republikaner warf der Bundesregierung regelmäßig vor, nicht ausreichend für die Verteidigung auszugeben und sich sicherheitspolitisch von den USA aushalten zu lassen.

Quasi als Strafmaßnahme ordnete Trump im vergangenen Jahr einen Teilabzug der US-Streitkräfte aus Deutschland an, zu dem es aber nie kam. Biden legte das Vorhaben nach Amtsantritt auf Eis und bestellte bei Austin eine umfassende Prüfung der weltweiten US-Truppenpräsenz.

Der erste afroamerikanische Verteidigungsminister der US-Geschichte soll im Auftrag Bidens die Festigung des transatlantischen Bündnisses voranbringen. Das Agieren Russlands an der Grenze zur Ukraine, das im Westen die Alarmglocken schrillen lässt, dürfte Europäer und Nordamerikaner näher zusammenrücken lassen.

Truppenabzug aus Afghanistan auf dem Prüfstand

Enge Zusammenarbeit ist auch beim Thema Afghanistan gefragt. Trump hatte den radikalislamischen Taliban einen Abzug aller ausländischen Truppen bis Ende April zugesagt. Biden hat diese Vereinbarung allerdings auf den Prüfstand gestellt.

Die Bundeswehr bleibt in Afghanistan: Der Bundestag verlängerte am Abend das Mandat. Die Taliban drohen jetzt mit einem "großen Krieg".

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Denn Friedensgespräche zwischen der Regierung in Kabul und den Taliban haben bisher nicht zum Erfolg geführt, viele fürchten neues Chaos bei einem Abzug der westlichen Truppen. Mit Ungeduld erwarten Berlin und die anderen europäischen US-Verbündeten nun, was die stärkste Militärmacht der Welt unternehmen wird - zumal davon auch ihr eigener Verbleib in Afghanistan abhängt.

Szenario wie im Irak soll verhindert werden

Mit den Tücken von Truppenabzügen ist Austin bestens vertraut. Als Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Irak vollzog er 2011 den vom damaligen Präsidenten Barack Obama angeordneten Truppenabzug aus dem Land.

Austin hatte damals angesichts der instabilen Lage dafür plädiert, nicht vollständig abzuziehen, sondern tausende Soldaten im Irak stationiert zu lassen. Dazu kam es nicht. Wenige Jahre später musste die US-Armee zurückkehren, um den Vormarsch der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu stoppen.

Ein solches Szenario wollen die USA in Afghanistan unbedingt verhindern. Zugleich ist Biden nicht gewillt, den Militäreinsatz am Hindukusch auf ewig zu verlängern - zumindest bei diesem Thema tickt er ähnlich wie sein Vorgänger Trump. "Es ist nicht meine Absicht, dort lange zu bleiben", sagte Biden Ende März. Wie sein Verteidigungsminister Austin diesen Zielkonflikt lösen will, wird sich zeigen. Auch Berlin dürfte gespannt sein.

Ein afghanischer Soldat am 22.02.2021

Vor möglichem Truppenabzug - Kann sich Afghanistan selbst verteidigen? 

In drei Wochen sollen die USA laut dem Taliban-Abkommen aus Afghanistan abziehen. US-Präsident Joe Biden wägt noch ab. Können die afghanischen Sicherheitskräfte allein bestehen?

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