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US-Vorwahlen der Demokraten - Sanders bei TV-Debatte in der Schusslinie

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Vor dem "Super Tuesday" prallen bei den Demokraten gemäßigte Ideologien auf linke Extreme. Experten glauben, dass Sozialist Bernie Sanders nur schwer zu stoppen ist.

Auf dem Foto ist der demokratische Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders zu sehen bei einer Wahlkamapveranstaltung in Charleston, South Carolina. Der Senazor aus Vermont  ist der derzeit der Favorit auf die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten.
Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders muss derzeit viel Gegenwind von den Kontrahenten ertragen. Der Senator aus Vermont ist der Frontrunner der US-Demokraten.
Quelle: ap

Vor der wichtigen Vorwahl im US-Bundesstaat South Carolina und eine Woche vor dem Superwahltag "Super Tuesday" sind sieben der acht noch verbliebenen Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten in einer TV-Debatte gegeneinander angetreten. In der Schusslinie stand diesmal vor allem der 78-jährige Senator Bernie Sanders. Dieser hatte mit einem Sieg bei der Vorwahl im Bundesstaat Nevada seine Favoritenrolle gefestigt.

Neben Sanders standen der frühere Vizepräsident Joe Biden, der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der frühere Bürgermeister von South Bend, Pete Buttigieg, Senatorin Amy Klobuchar, der frühere Hedgefonds-Manager Tom Steyer und Senatorin Elizabeth Warren auf der Bühne. Nicht qualifiziert hat sich die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard, die in den meisten landesweiten Umfragen auf dem letzten Platz liegt.

Bloomberg: Putin will Wiederwahl von Trump

Der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg fuhr gleich zum Auftakt der Debatte die erste Frontalattacke gegen Sanders: Der russische Staatschef Wladimir Putin sei für eine Wiederwahl Trumps. Deswegen wolle er Sanders zur Präsidentschaftskandidatur verhelfen - damit dieser dann gegen Trump unterliege:

Bernie wird gegen Donald Trump verlieren.
Michael Bloomberg, Ex-Bürgermeister von New York

Der frühere Vizepräsident Joe Biden warf Sanders vor, in der Vergangenheit als Senator gegen ein schärferes Waffenrecht gestimmt zu haben. Senatorin Amy Klobuchar und Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg - beide wie Biden Vertreter des moderaten Parteiflügels - kritisierten vor allem Sanders' Vorschläge für eine gesetzliche Krankenversicherung für alle US-Bürger. Die Pläne seien nicht finanzierbar.

Warren: Die bessere progressive Kandidatin?

Die linksgerichtete Senatorin Elizabeth Warren sagte, Sanders trete zwar wie sie für "progressive Ideen" ein. Der Senator erkläre aber nicht, wie er seine Pläne finanzieren wolle. Sie dagegen könne ihre Reformvorschläge umsetzen und finanzieren - und sei deswegen die bessere progressive Kandidatin.

Kandidaten der Demokraten bei der letzten Debatte vor Beginn der Vorwahlen

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Sanders verteidigte energisch seine politischen Vorschläge. So beteuerte er, eine gesetzliche Krankenkasse für alle würde die Kosten für das Gesundheitssystem letztlich senken und nicht erhöhen.

Sanders bei der TV-Debatte nicht in Bestform

Insgesamt präsentierte sich Sanders bei der Debatte jedoch nicht in bester Form. Er wirkte zeitweise etwas abwesend. Spekulationen über seinen Gesundheitszustand machten in den sozialen Netwzerken erneut die Runde. Beobachter des US-Senders MSNBC spekulierten, vereinzelte Buh-Rufe gegen Sanders aus dem Publikum könnten ihn aus der Bahn geworfen haben.

Schon in den Tagen vor der Debatte verschärften die moderaten Präsidentschaftsbewerber nach Sanders' Sieg im Staat Nevada noch einmal die verbalen Angriffe auf den linken Senator von Vermont. Die Vorwahlerfolge von Bernie Sanders sorgen bei gemäßigten US-Demokraten für zunehmende Nervosität.

Zu ehen ist der demokratische Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur, Bernie Sanders, auf einer Kundgebung an einem Podium mit engagierter Miene und dem rechten Arm und Zeigefinger fuchtelnd. Im Hintergrund erkennt man unscharf die US-Flagge und eine Unterstützerin mit einem "Bernie"-Schild. Vorn auf dem Podium steht "BernieSanders.com".

Medienberichte zu Vorwahlkampf - Russen wollen offenbar auch bei Demokraten manipulieren 

Laut Berichten haben Behörden bestätigt, dass Russland gezielt den Vorwahlkampf der Demokraten stören will, um schlussendlich Donald Trump zu helfen. Russland wehrt sich vehement.

Sanders punktet vor allem bei jüngeren Wählern mit seinen Versprechen nach einer allgemeinen staatlichen Krankenversicherung, dem Kampf gegen den Klimawandel und einer kostenlosen College-Ausbildung. Seine Kriegskasse ist prall gefüllt. Bis Jahresende sammelte er fast 96 Millionen Dollar ein und im Januar noch einmal 25 Millionen Dollar. Mit Sanders' finanziellem Vorsprung vermögen nur wenige Bewerber mitzuhalten.

Partei-Establishment befürchtet Niederlage Sanders' gegen Trump

Unter den Strategen des Partei-Establishments wie dem demokratischen Abgeordneten Jim Clyburn, Mehrheitsbeschaffer seiner Partei im Repräsentantenhaus, geht die Sorge um, Sanders könnte den Demokraten im Falle seiner Nominierung eine krachende Niederlage bei der Hauptwahl im November bescheren. Sie fürchten zudem Einbußen im Rennen um Kongressmandate.

Konsequenzen könne eine mögliche Sanders-Kandidatur vor allem für die Rennen um jene Wahlbezirke haben, die bei den Zwischenwahlen 2018 von den Republikanern erobert worden seien.

Es wird schwierig werden, die Mandate zu halten, wenn man für die Akzeptanz eines selbsterklärten demokratischen Sozialisten werben muss.
Jim Clyburn, Mehrheitsbeschaffer der Demokraten im Repräsentantenhaus

Sanders' Griff nach der Nominierung sei wahrscheinlich kaum mehr zu lockern, wenn kein Kandidat vor dem "Super Tuesday" aussteige und die Gemäßigten die Delegiertenstimmen dann weiter unter sich aufteilten, glaubt Dan Pfeiffer, Ex-Berater des früheren Präsidenten Barack Obama. "Das ist einfach simple Mathematik," so Pfeiffer.

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