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Wer bei den Demokraten Präsident werden will

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Vorwahlen in den USA - Wer bei den Demokraten Präsident werden will

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Nach den ersten Vorwahlen bewerben sich noch zwei Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur zur US-Wahl 2020. Wer sie sind - und wofür sie stehen.

Kandidaten der Demokraten bei der letzten Debatte vor Beginn der Vorwahlen
Gleich mehrere Kandidaten gehen für die demokratische Nominierung ins Rennen.
Quelle: Reuters/Brenna Norman

Insgesamt 28 Kandidaten wollten ursprünglich für die Demokraten ins Rennen um die US-Präsidentschaftswahl 2020 gehen. In die Vorwahlen starteten schließlich elf Kandidaten, unter ihnen Kongressabgeordnete, ehemalige Bürgermeister, Gouverneure und auch Milliardäre sowie Unternehmer. Nach den ersten Vorwahlen sind nun noch zwei Kandidaten übrig. Wer bisher ausgestiegen ist, wer noch im Rennen ist, welche politischen Erfahrungen die Kandidaten mitbringen und was zentrale Wahlkampfthemen sind: ein Überblick.

Joe Biden

  • Joe Biden bei einem Wahlkampf-Auftritt

    ehemaliger Vize-Präsident

Joe Biden (77) tritt zum dritten Mal als Präsidentschaftskandidat an. 1988 und 2008 hatte er es schon einmal versucht. Nach seinem Ausstieg aus dem Rennen während der Vorwahlen 2008 stieg er in Barack Obamas Wahlkampf ein und wurde Vize-Präsident. Dieses Amt hatte er von 2009 bis 2017 inne. Als ehemaliger Vorsitzender des Senate Foreign Relations Committee hat Biden besonders in der Außenpolitik viel Erfahrung gesammelt.

Wir befinden uns im Kampf um die Seele Amerikas.
Joe Biden bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur

Er gilt laut einiger Umfragen als einer der Top-Favoriten bei den Demokraten. Für viele potenzielle Wähler steht Biden für die "Mitte" - ein Kandidat, den unterschiedliche Strömungen innerhalb der Partei unterstützen könnten. Zentrale Themen im Wahlkampf sind für Biden das Gesundheitssystem und die Außenpolitik.

Bernie Sanders

  • Bernie Sanders bei einem Wahlkampf-Auftritt

    Senator für Vermont

Bernie Sanders (78), der seit 2007 für den Bundesstaat Vermont im US-Senat sitzt, ist der älteste Kandidat bei den Demokraten. Neben Biden ist er der einzige Kandidat, der zum wiederholten Mal antritt. Er war 2016 in den Vorwahlen der Demokraten Hillary Clinton unterlegen.

Sanders selbst bezeichnet sich als Sozialdemokrat und unterstützt vor allem Vorschläge wie die Gesundheitsreform "Medicare For All" und die Abschaffung von Studiengebühren an öffentlichen Hochschulen. Seine Wahlkampfkampagne bezeichnet er als "grassroots movement" - er will mit vielen kleinen Spenden große Summen sammeln. Besonders viel Unterstützung erhält er von jüngeren Amerikanern.

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Wegen eines Herzinfarkts und einer Not-Operation musste Sanders im vergangenen Jahr kurz pausieren, kehrte aber schnell wieder zurück in den Wahlkampf-Modus. Sein Team betont immer wieder, es gehe ihm nun gesundheitlich gut.

Wer während der Vorwahlen ausgestiegen ist

Tulsi Gabbard, Rückzug am 19. März

  • Tulsi Gabbard bei einem Wahlkampf-Auftritt

    Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus

Die Army-National-Guard-Veteranin Tulsi Gabbard (38) vertritt seit 2013 den Bundesstaat Hawaii im US-Repräsentantenhaus. Sie ist die erste Hindu im US-Kongress. Geboren wurde sie in Amerikanisch-Samoa. Gabbard war zuvor im Repräsentantenhaus von Hawaii und im Stadtrat von Honolulu tätig.

In ihrem Wahlkampf hatte Gabbard häufig das Democratic National Committee (DNC), die nationale Organisation der Demokratischen Partei, kritisiert. Auch gegen die amerikanischen Medien richtete sich ihre Kritik oft. Unter anderem warf sie dem DNC und den Medien vor, sie von TV-Debatten auszuschließen. Tatsächlich entscheidet sich aber über Spendeneinnahmen und Umfragewerte die Qualifikation zur Teilnahme an TV-Debatten.

Gabbard unterstützte lange Anti-LGBTQ-Organisationen und befürwortete ein Gesetz gegen die Homoehe in Hawaii. 2012 entschuldigte sie sich für ihre Anti-LGBTQ-Positionen und arbeitet seit 2013 im US-Kongress für LGBTQ-Rechte. Während des Wahlkampfes betonte Gabbard immer wieder, dass sie gegen amerikanische Militärinterventionen im Ausland, zum Beispiel in Syrien, sei. Nach schlechtem Abschneiden in den Vorwahlen gab Gabbard am 19. März ihren Rückzug bekannt.

Elizabeth Warren, Rückzug am 5. März

  • Elizabeth Warren bei einem Wahlkampf-Auftritt

    Senatorin für Massachusetts

Elizabeth Warren (70) gehörte zu den Top-Favoriten im Rennen um die Nominierung der Demokraten und konnte sich zuletzt die Unterstützung renommierter Medien wie der New York Times sichern. Seit 2013 sitzt sie für den Bundesstaat Massachusetts im US-Senat, ihre Politik wird als sehr fortschrittlich angesehen. Zuvor hatte Warren als Jura-Professorin an verschiedenen Universitäten gearbeitet, unter anderem an der renommierten Harvard University.

Symbolisch für Warrens Wahlkampf war der Satz "I have a plan for that" ("Ich habe einen Plan dafür") geworden, denn Warren hatte einen enorm großen Katalog an detaillierten Plänen für ihre Präsidentschaft veröffentlicht, unter anderem für eine Gesundheitsreform und eine Senkung der Studiengebühren in den USA. Auch die sogenannte "Selfie-Line", bei der Warren nach jeder Wahlkampf-Veranstaltung stundenlang Selfies mit jedem einzelnen Anwesenden machte, prägte Warrens Wahlkampf und ihren Draht zu den Wählern.

Besonders bekannt wurde Warren im Februar 2017, als sie während der Anhörung zur Bestätigung von Jeff Sessions als Justizminister einen Brief vorlas, in dem Coretta Scott King, die Ehefrau von Martin Luther King, Sessions Rassismus vorwarf. Der republikanische Fraktionsvorsitzende Mitch McConnell untersagte ihr das Vorlesen des Briefes und warf ihr später vor, dieses Verbot nicht geachtet zu haben. Denn Warren hatte den Brief in einem Video auf ihrer Facebook-Seite weiter vorgelesen. Der Vorwurf McConnells "Nevertheless, she persisted" wurde schnell zum Meme und zu einem prägenden politischen Slogan für Warren.

Michael Bloomberg, Rückzug am 4. März

  • Michael Bloomberg bei einem Wahlkampf-Auftritt

    ehemaliger Bürgermeister von New York City

Vergleichsweise spät stieg Michael Bloomberg (77) ins Rennen ein: Erst Ende November 2019 gab der Milliardär seine Kandidatur bekannt. Bloomberg ist der Gründer der Unternehmen Bloomberg L.P. und Bloomberg Television. Von 2002 bis 2013 war er Bürgermeister von New York City.

Bereits 2016 hatte Bloomberg eine Kandidatur in Erwägung gezogen, damals jedoch zurückgesteckt, als seine Favoritin Hillary Clinton zur demokratischen Nominierten gekürt wurde. Im Wahlkampf 2020 spricht Bloomberg vor allem über Waffenkontrolle, Umwelt, Wirtschaft und Gesundheit.

Viel Kritik musste er für seine "Stop-and-frisk"-Strategie in New York City einstecken. Sie erlaubte es der Polizei, Menschen ohne Grund anzuhalten und zu überprüfen. Kritiker bezeichnen die Anweisung als rassistisch. Am 4. März gab er seinen Rückzug bekannt. Bloomberg kündigte an, Ex-Vizepräsident Joe Biden zu unterstützen.

Amy Klobuchar, Rückzug am 2. März

  • Amy Klobuchar bei einem Wahlkampf-Auftritt

    Senatorin für Minnesota

Seit 2007 vertritt Amy Klobuchar (59) den Bundesstaat Minnesota im US-Senat. Zuvor hatte sie als Anwältin in Minneapolis und als Staatsanwältin für Hennepin County, Minnesota, gearbeitet. Besonders bekannt wurde sie durch ihren Auftritt während der Anhörungen im Bestätigungsverfahren für Brett Kavanaugh als Supreme-Court-Richter.

In den Umfragen lag Klobuchar knapp hinter dem Spitzenquartett um Biden, Sanders, Buttigieg und Warren und konnte sich teils hochrangige Unterstützung sichern. In ihrem Wahlkampf befasste sie sich bisher besonders mit der Bekämpfung von Drogen- und Alkoholsucht sowie mit einem besseren Gesundheitssystem für psychische Erkrankungen. Am 2. März gab sie ihren Rückzug und ihre Unterstützung für Joe Biden bekannt.

Pete Buttigieg, Rückzug am 1. März

  • Pete Buttigieg bei einem Wahlkampf-Auftritt

    ehemaliger Bürgermeister von South Bend, Indiana

Der jüngste Kandidat im Rennen, Pete Buttigieg (37), ist ein US-Navy-Veteran des Afghanistankriegs und war von 2012 bis Ende 2019 Bürgermeister von South Bend, Indiana, einer Stadt mit rund 100.000 Einwohnern. Der Spitzname "Mayor Pete" folgte Buttigieg auch auf die große Bühne des Präsidentschaftswahlkampfs. Buttigieg ist schwul und lebt mit seinem Ehemann Chasten Buttigieg, der gerne in den sozialen Netzwerken die Werbetrommel für den Wahlkampf rührte, in Indiana.

Der ehemalige Bürgermeister stieg als Außenseiter ins Rennen ein und galt besonders nach seinem Sieg in den Iowa Caucuses als einer der Top-Favoriten. Einige kritisierten, dass Buttigieg noch sehr jung und im politischen Washington unerfahren ist, doch für viele seiner Unterstützer waren gerade das positive Eigenschaften. Buttigieg selbst versprach, als junger Kandidat frischen Wind nach Washington bringen zu können. Nach der Vorwahl in South Carolina gab Buttigieg das Ende seiner Kandidatur bekannt.

Tom Steyer, Rückzug am 29. Februar

  • Tom Steyer bei einem Wahlkampf-Auftritt

    Milliardär und Fondsmanager

Tom Steyer (62) ist Milliardär und Fondsmanager. Vor seiner eigenen Kandidatur hatte er sich oft für demokratische Kandidaten eingesetzt, auch finanziell. Zudem engagiert er sich als Aktivist für die Umwelt. Er unterstützte das Amtsenthebungsverfahren gegen Trump. So investierte er Millionen von Dollar in TV-Spots, um für die Amtsenthebung Trumps zu werben.

Im Rennen um die demokratische Nominierung galt Steyer weitgehend als Außenseiter. Seine zentralen Wahlkampfthemen waren politische Reformen in Washington, Klimwandel und Einwanderung. Unter anderem wollte Steyer den Supreme Court vergrößern und Amtszeiten im US-Kongress beschränken. Nach der Vorwahl in South Carolina zog Steyer seine Kandidatur zurück. Er sehe für sich keinen Weg zur Präsidentschaft.

Deval Patrick, Rückzug am 12. Februar

  • Deval Patrick bei einem Wahlkampf-Auftritt

    ehemaliger Gouverneur von Massachusetts

Von 2007 bis 2015 war Deval Patrick (63) Gouverneur von Massachusetts. Seit 2015 arbeitet Patrick als Manager für die Finanzinvestmentfirma Bain Capital in Boston. Erst im November 2019 erklärte er seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2020, ein Schritt, den er zuvor ausgeschlossen hatte.

Patrick hat enge Kontakte zu den Obamas und den Clintons. Von 1994 bis 1997 hatte er als Assistent des US-Generalbundesanwaltes unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton gearbeitet. Thematisch stellt sich Patrick gegen Reformen für das Gesundheitssystem, die zum Beispiel von Sanders und Warren vorgestellt wurden. Wie auch schon in seiner Amtszeit als Gouverneur widmete er sich im Wahlkampf dem Bildungssystem. Nach den Vorwahlen in New Hampshire beendete Patrick seinen Wahlkampf.

Andrew Yang, Rückzug am 11. Februar

  • Andrew Yang bei einem Wahlkampf-Auftritt

    Unternehmer

Andrew Yang (45) ist Unternehmer und der Sohn taiwanesischer Einwanderer. Beruflich beschäftigt er sich hauptsächlich mit Technik und wirtschaftlicher Entwicklung. Dies waren auch seine zentralen Wahlkampfthemen. Yang wollte unter anderem einen Mindestlohn von 1.000 US-Dollar pro Monat für alle Amerikaner einführen.

Während er in Umfragen deutlich hinter dem Spitzenquartett lag, hatte er in sozialen Netzwerken eine durchaus große Reichweite. Seine Unterstützer nennen sich selbst "Yang Gang". Nach der zweiten Vorwahl der Demokraten in New Hampshire erklärte Yang angesichts seines schwachen Abschneidens das Ende seiner Kampagne.

Michael Bennet, Rückzug am 11. Februar

  • Michael Bennet bei einem Wahlkampf-Auftritt

    Senator für Colorado

Michael Bennet (55) sitzt seit 2009 für den Bundesstaat Colorado im US-Senat und gilt als moderater Demokrat, der für Kompromisse offen ist. Zuvor hatte er unter anderem als Berater im Bereich Justiz in der Clinton-Regierung gearbeitet und war vor seiner Arbeit als Senator Schulinspektor und Leiter des Schulbezirks Denver.

Im April 2019 wurde bekannt, dass Bennet an Prostatakrebs erkrankt war. Die anschließende Operation sei seinem Wahlkampfbüro zufolge "erfolgreich" verlaufen. In seinem Wahlkampf beschäftigte er sich hauptsächlich mit dem Bildungssystem. Auch das Thema Einwanderung prägte Bennets Wahlkampf. Nach der Vorwahl in New Hampshire zog Bennet seine Präsidentschaftskandidatur zurück.

Der Autorin auf Twitter folgen: @carolineleicht.

Mehr zu den Vorwahlen in den USA

Wann in welchem Bundesstaat Vorwahlen stattfinden und wer bei den Republikanern Präsident Trump Konkurrenz machen will, erfahren Sie hier:

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