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US-Wahl 2020 - Diese Republikaner stellen sich Trump

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Neben den vielen Demokraten, die gegen Donald Trump antreten, gibt es auch Republikaner, die ihn als Präsident ablösen wollen. Wer sind sie und haben sie eine Chance?

Präsidentschaftskandidaten der Republikaner: Bill Weld, Mark Sanford und Joe Walsh.
Bill Weld (l.) und Joe Walsh (r.) sind die Republikaner, die Trump in den Vorwahlen Konkurrenz machen. Mark Sanford (M.) hat bereits aufgegeben.
Quelle: AP

US-Präsident Donald Trump will weiter regieren - und er wird wohl ein zweites Mal für die Republikaner ins Rennen zu gehen. Doch es gibt Kandidaten aus seiner Partei, die ihm bei den Vorwahlen Konkurrenz machen wollen. Es waren mal drei: Mark Sanford, Joe Walsh und Bill Weld. Sandford hat bereits aufgegeben.

Und auch Walsh und Weld haben nur sehr geringe Chancen, tatsächlich der republikanische Kandidat zu werden. Aber sie könnten Trump trotzdem Probleme bereiten. Wer sind die beiden und warum kämpfen sie diesen hoffnungslos wirkenden Wahlkampf?

William "Bill" Floyd Weld

"Ich würde mich schämen, wenn ich nicht die Hand heben und antreten würde", sagte Bill Weld, als er im April 2019 seine Kandidatur bei CNN als Erster ankündigte. Seiner Meinung nach müsse die Trump-Regierung so schnell es geht enden.

Entweder bei der diesjährigen Präsidentschaftswahl oder sogar schon früher mit dem Amtsenthebungsverfahren. "Ich glaube nicht, dass die Partei weitere vier Jahre mit Donald Trump überlebt", sagte er in einem Interview mit "yahoo! finance". Trump würde sich für niemanden interessieren außer sich selbst.

Ich glaube nicht, dass die Partei weitere vier Jahre mit Donald Trump überlebt.
Bill Weld, republikanischer Präsidentschaftskandidat in den Vorwahlen

Bill Weld gilt als liberal und sozial eingestellt und in Bezug auf Finanzen konservativ. So spricht er sich für die Legalisierung von Marihuana und Abtreibungen aus. Dass die Trump-Regierung einzelne Bundesstaaten unterstützte, die diese einschränken, kritisiert er. "Das bringt uns zurück in die Steinzeit," so Weld in einem Interview mit "Now This News". Ein großer Unterschied außerdem: Er würde als Präsident den Klimawandel zu einem wichtigen Thema seiner Regierung machen.

Weld ist seit vielen Jahren in der Politik, war den Republikanern aber nicht immer treu. In den 1990ern war er als Republikaner Gouverneur von Massachusetts, 2008 unterstützte er aber öffentlich den Demokraten Barack Obama und nicht John McCain. 2012 zeigte er wieder Loyalität und sprach sich für Mitt Romney aus, bevor er sich 2016 als Vize-Präsidentschaftskandidat der Libertarian Partei aufstellen ließ, eine der Drittparteien in den USA.

Jetzt ist er zurück bei der Grand Old Party, wie die republikanische Partei genannt wird, um der in seinen Augen "politischen Tragödie", die die USA in den vergangenen Jahren mit Trump erlebt habe, etwas entgegenzusetzen.

Joe Walsh

Im August 2019 verkündete Joe Walsh, er bewerbe sich um das Präsidentschaftsamt. Nicht, weil er sich gute Chancen ausrechnet, sondern weil es Republikaner geben müsse, die sich Donald Trump stellen.

Jemand muss ihn herausfordern. Und es braucht eine Alternative.
Joe Walsh, republikanischer Präsidentschaftskandidat in den Vorwahlen

"Jemand muss ihn herausfordern. Und es braucht eine Alternative," so Walsh in einem Interview bei "abc news". Seine Bewerbung sei ein "moral case", also moralisch motiviert. Trump ist in Walshs Augen nicht für das Weiße Haus gemacht, jemand, der nicht wisse, was er tue. "Wenn er noch weitere vier Jahre bekommt, sind wir in wirklichen Schwierigkeiten."

Die Erkenntnis kommt spät. Joe Walsh zählte einst zu den Unterstützern Trumps, stieg ein in dessen Verschwörungstheorien über Barack Obama. Und er hat selbst Tweets in seiner Timeline, die so hasserfüllt sind wie die des Präsidenten.

Zum Beispiel 2017, da ließ er verlauten, dass die demokratische Senatorin Kamala Harris etwas "wirklich Dummes" gesagt habe. "Meh, wenn du schwarz bist und eine Frau, kannst du dumme Dinge sagen."

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Sexismus und Rassismus von dem er sich im Zuge seiner Kandidatur distanziert. "Schön an dem, was Trump getan hat, ist, dass ich einige Dinge, die ich in der Vergangenheit gesagt habe, nun reflektiert habe." Zu oft sei er bei Uneinigkeit über Politik persönlich geworden. Er entschuldige sich dafür. Etwas, das Trump nie tun würde.

In seinen Positionen ist er ihm aber weiter sehr ähnlich: Walsh will mehr Jobs in den USA schaffen, die Grenze zu Mexiko besser überwachen, ist gegen Abtreibung und Verteidiger des "Second Amendment", das US-Bürgern das Recht zuspricht, Waffen zu besitzen.

Was sagt Trump zu seinen Gegenkandidaten?

Joe Walsh meint, viele Republikaner würden sich nicht trauen, Kritik an Trump auszusprechen: "Sie haben Angst." Er aber sei mutig. "Be brave", so lautet der Kampagnenslogan. Denn mit der Ankündigung zu kandidieren erwartete Walsh, dass er nun bei Twitter Zielscheibe von Trumps Mobbing werden würde.

US-Präsident Donald Trump im Oval Office.
US-Präsident Donald Trump ist von der Konkurrenz eher unbeeindruckt.
Quelle: Evan Vucci/AP/dpa

Doch der Präsident scheint weitestgehend unbeeindruckt und schenkt ihm und Weld kaum Aufmerksamkeit. Kurz nach Walshs Ankündigung zu kandidieren, twitterte Trump: "Kann man es glauben? 94 Prozent der Republikaner schenken mir ihre Zustimmung und es gibt drei Handlanger, die gegen mich antreten." Damals war auch Mark Sanford noch im Rennen.

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Was können Walsh und Weld erreichen?

Die beiden werden Trump als republikanischen Präsidentschaftskandidaten wohl kaum stürzen. In ein paar Bundesstaaten, zum Beispiel Alaska, Kansas oder Nevada, hat die Partei die Vorwahlen abgesagt. Dort ist schon jetzt klar: Die Stimmen der Delegierten sollen beim Nominierungsparteitag an Trump gehen.

Außerdem wird es keine TV-Debatte der Republikaner geben, jedenfalls keine mit dem amtierenden Präsidenten: "Ich habe nicht vor, denen irgendeine Glaubwürdigkeit zu geben," sagte Trump laut "The Hill" gegenüber Reportern im vergangenen Dezember.

In der Vergangenheit haben es Gegenkandidaten geschafft, einen US-Präsidenten im Kampf um die Wiederwahl zu schwächen. Zum Beispiel in den Vorwahlen 1976, als bei den Republikanern Ronald Reagan den amtierenden Präsidenten Gerald Ford herausforderte.

Die Nominierung gewann Reagan zwar nicht, aber Ford verlor schließlich gegen den Kandidaten der Demokraten, Jimmy Carter. Der wiederum machte eine ähnliche Erfahrung. Als er erneut kandierte, bewarb sich aus seinen Reihen Ted Kennedy, und die Demokraten verloren das Weiße Haus - diesmal an Reagan.

Es ist wohl Walsh und Welds Hoffnung, dass sie es schaffen, Trump etwas zu schwächen. Dafür müssten sie aber beim nächsten Vorwahl-Termin in New Hampshire Mitte Februar einen deutlichen Anteil der Stimmen bekommen, um dann mehr Aufmerksamkeit zu genießen. Die Umfragen werden ihnen wohl nicht viel Hoffnung auf Erfolg machen.

Der Autorin auf Twitter folgen: @frauhou

Mehr zu den Vorwahlen in den USA

Wann finden in welchem Bundesstaat Vorwahlen statt und welche Demokraten bewerben sich um die Kandidatur, erfahren Sie hier:

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