Sie sind hier:

Primaries und Caucuses - Wie funktionieren die US-Vorwahlen?

Datum:

Im November wählen die USA ihren Präsidenten. Bis dahin müssen die beiden Parteien entscheiden, wen sie dafür ins Rennen schicken - ein aufwendiges Verfahren. So funktioniert es.

Wahlkabine USA
Eine Wahlkabine in USA.
Quelle: reuters

Es geht los: Die USA wählen einen neuen Präsidenten - ein langer, komplizierter, teils chaotischer Prozess. Noch vor der Präsidentschaftswahl im November muss entschieden werden, welche Kandidaten die beiden großen Parteien für sich ins Rennen schicken.

Worum geht’s?

Republikaner und Demokraten wählen die Delegierten für ihre Nominierungsparteitage, die sogenannten National Conventions. Dort wird im Sommer jeweils der Kandidat nominiert, der dann von ihnen in das Rennen um das Weiße Haus geschickt wird und bei der Wahl im November antritt.

Bei den Vorwahlen wird entschieden, wie viele Delegierte einer Partei für welchen Kandidaten stimmen werden. Danach ist also klar, wer bei den großen Parteitagen jeweils mit hoher Wahrscheinlichkeit gewinnen wird.

Wie laufen die Vorwahlen ab?

Je nach Bundesstaat und Partei werden die Vorwahlen unterschiedlich durchgeführt - als Primary oder Caucus.

Caucus in Iowa (Archiv 2016)
Caucus in Iowa, 2016
Quelle: imago/ZUMA Press

Caucus: Menschen eines Wahlbezirks treffen sich in einem Gemeindesaal, einer Kirche oder Sporthalle und diskutieren miteinander über die zur Wahl stehenden Kandidaten ihrer Partei. Unterstützer der Kandidaten oder die Kandidaten selber versuchen die Bürger zu überzeugen. Anschließend stellen sich die Teilnehmenden in Gruppen zusammen, je nach dem, wen sie favorisieren. Sie wählen mit Handzeichen oder werfen ihren Simmzettel in eine Urne.

Bei diesem Verfahren wird viel diskutiert. Kleine Gruppen spalten sich immer wieder auf bis Mehrheiten gefunden werden. Deswegen nehmen die Treffen häufig viel Zeit in Anspruch und vor allem politisch sehr aktive Bürger daran teil.

Vorwahlen in New Hampshire (Archiv 2016)
Primary in New Hampshire, 2016
Quelle: imago/Xinhua

Primary: Dieses Verfahren funktioniert wie eine klassische Wahl. Mit der Stimmabgabe in einem Wahllokal wählen Bürgerinnen und Bürger denjenigen, den sie als Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei bevorzugen. An manchen Primaries dürfen nur Mitglieder der jeweiligen Partei teilnehmen, an anderen auch parteilose Bürger oder Mitglieder einer anderen Partei. Es gibt häufig auch die Möglichkeit seine Stimme per Briefwahl abzugeben.

So werden die Ergebnisse der Primaries und Caucuses von den Parteien ausgewertet

Es gibt zwei Möglichkeiten:

  1. Die Kandidaten um das Präsidentschaftsamt bekommen Delegierte nach Verhältnis der gewonnen Wählerstimmen zugeteilt, die dann bei der National Convention für sie stimmen werden. 
  2. "The Winner Takes it All": Der Kandidat mit den meisten Stimmen, bekommt alle Delegierten zugeteilt, die die Partei aus diesem Staat zu ihrer National Convention schicken kann.

Es gibt aber Ausnahmen: In manchen Staaten sind nicht alle Delegierte an das Ergebnis aus ihrem Staat gebunden. Sogenannte "Super Deligates" dürfen bei dem Nominierungsparteitag wählen, wen sie möchten.

Besonders außerdem: In North Dakota und in Wyoming richtet die republikanische Partei statt Primaries oder Caucuses bei dieser Präsidentschaftswahl Conventions, also Parteitage aus. Dort werden ihre Delegierten für den Nomminierungsparteitag gewählt.

Und was macht den Super Tuesday so super?

Der "Super Tuesday" ist in jedem Wahljahr der Tag, an dem in den meisten Bundesstaaten gleichzeitig Vorwahlen stattfinden. Bei der US-Wahl 2020 ist es der 3. März. Dann werden in 14 Bundesstaaten Primaries ausgerichtet - unter anderem in Kalifornien oder Texas, die viele Delegierte zu den Nominierungsparteitagen schicken.

Am Super Tuesday wird übrigens nicht nur in diesen Bundesstaaten gewählt. Es findet auch ein Caucus der Demokraten im US-amerikanischen Außengebiet American Samoa statt und es ist der Start der Briefwahl für Demokraten, die im Ausland leben.

Warum bekommen manche Vorwahlen mehr Aufmerksamkeit als andere?

Der Iowa Caucus und die New Hampshire Primaries sind in jedem Wahljahr zwei wichtige Termine. Und das, obwohl die beiden vergleichsweise kleinen Bundesstaaten nur wenig Delegierte zu den Nominierungsparteitagen schicken. Iowa im mittleren Westen hat nur drei Millionen, New Hampshire im Nordosten etwas mehr als eine Million Einwohner. Doch weil sie in jedem Wahljahr die Ersten sind, gelten sie als Trendsetter. Die Kandidaten, die dort gut abschneiden, bekommen viel Aufmerksamkeit. Woraus wiederum eine breitere Unterstützung resultiert - mehr Geldgeber und Wähler in anderen Staaten.

In Iowa werden rund 1.500 Caucuses auf Bezirksebene ausgerichtet. Sie finden dieses Jahr am 3. Februar statt.

Bei den New Hampshire Primaries ist besonders, dass auch als "Independent Voters" registrierte Bürger ihre Stimme abgeben dürfen. Sie haben die Wahl, ob sie sich an der Vorwahl der Demokraten oder Republikaner beteiligen wollen. Sie finden dieses Jahr am 11. Februar statt.

Ist nicht klar, dass Donald Trump wieder für die Republikaner antritt?

Tatsächlich haben die Republikaner in sieben Bundesstaaten die Vorwahlen abgesagt. In Alaska, Arizona, Hawaii, Kansas, Nevada, South Carolina und Virginia sollen alle Delegierten voraussichtlich für Donald Trump stimmen. In den anderen Bundesstaaten richtet die Partei Primaries oder Caucuses aus, bei denen neben dem jetzigen Präsidenten auch zwei andere republikanische Kandidaten antreten: Joe Walsh aus Illinois und Bill Weld aus New York.

Der Autorin auf Twitter folgen: @frauhou

So geht es weiter:

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.