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US-Wahlkampf - Biden: Trump "vergiftet Werte der Nation"

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Unruhen in US-Städten und die Sicherheit im Land werden verstärkt zum US-Wahlkampfthema. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden warf Trump vor, Gewalt zu schüren.

Joe Biden, demokratischer US-Präsidentschaftskandidat. Archivbild
Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden (Archivbild)
Quelle: Andrew Harnik/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump versucht, im Wahlkampf das Thema Corona-Pandemie offenbar verstärkt in den Hintergrund zu drängen - und will stattdessen als Verfechter von "Recht und Ordnung" punkten. Sein Herausforderer Joe Biden geht nun in die Gegenoffensive.

Die Unruhen in Portland und anderen Städten sowie die Sicherheit im Land werden immer mehr zum Wahlkampfthema. Nach dem Schlagabtausch zwischen Präsident Donald Trump und dem Bürgermeister von Portland, Ted Wheeler, schaltet sich auch der demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden in ungewöhnlich scharfer Form in den Streit ein. In Pittsburgh, Pennsylvania, sagte er über Trump:

Er schürt die Gewalt in unseren Städten. Er kann die Gewalt nicht stoppen, weil er sie jahrelang geschürt hat.
Joe Biden, US-Präsidentschaftskandidat

Dem Präsidenten warf Biden vor, die Demokratie und "die Werte der Nation zu vergiften". Bei seiner Rede in Pittsburgh, einem der wenigen Termine, zu denen Biden in den vergangenen Wochen persönlich erschienen war, brachte er die Sprache wieder auf Trumps Umgang mit der Pandemie, durch die bisher mehr als 180.000 Menschen in den USA gestorben sind.

Biden verurteilt Gewalt

Von besorgten Demokraten war Biden dazu gedrängt worden, noch mehr auf die Unruhen in Portland und anderen Städten einzugehen, obwohl er bereits dazu aufgerufen hatte, die Gewalt zu beenden. "Es ist gesetzlos, ganz einfach", sagte Biden am Montag erneut. "Und diejenigen, die das getan haben, sollten strafrechtlich verfolgt werden." Trump nannte er zu "schwach", um seine eigenen Anhänger aufzurufen, sich nicht als "bewaffnete Miliz" aufzuspielen.

Trump und sein Wahlkampfteam hingegen wollen nun Gewalt bei Protesten als Vorgeschmack darauf darstellen, wie es im gesamten Land aussähe, falls Biden die Wahl gewinnt. Biden dagegen argumentiert, die Gewalt sei das Problem der gegenwärtigen Regierung. Dazu kämen Corona, wirtschaftliche Verwüstung, Polizeigewalt und Rassismus. Unter Trump hätten sich die Krisen vervielfältigt.

Amerikanische Flagge vor dem Weißen Haus.

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Trump ist in Kenosha nicht erwünscht

Es wird erwartet, dass Trump seine Botschaft von "Recht und Ordnung" auch in Kenosha im Bundesstaat Wisconsin zur Sprache bringt, wo er heute hinreisen wollte - trotz Bitten des demokratischen Gouverneurs Tony Evers, nicht zu kommen. In Kenosha war der Schwarze Jacob Blake kürzlich von Polizisten mehrmals in den Rücken geschossen worden. Trump will Polizisten treffen und den Schaden in der Stadt begutachten.

Der US-Präsident hat vor seiner Reise nach Kenosha den wegen Mordes angeklagten 17-Jährigen, der bei Protesten in der Stadt um sich geschossen hat, in Schutz genommen. "Er hat versucht, von ihnen wegzukommen, und dann ist er gefallen und dann haben sie ihn sehr heftig angegriffen", sagte Trump am Montag zu dem Vorfall. "Ich denke, er war in großer Not, er wäre wahrscheinlich getötet worden," so Trump weiter.

Der 17-Jährige schoss bei Protesten mit einem Sturmgewehr auf drei Demonstranten, zwei starben. Er wurde als Erwachsener wegen zwei Mordfällen ersten Grades und eines Mordversuchs angeklagt.

Wisconsins Gouverneur Tony Evers hat US-Präsident Trump gebeten, seinen Besuch in Kenosha zu überdenken. Seit den Polizeischüssen auf den Schwarzen Jacob Blake gibt es Proteste.

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