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Amazonas-Rettung und Mauerbau - Was die US-Wahl für Lateinamerika bedeutet

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Wenn heute in den USA gewählt wird, steht auch für Lateinamerika eine Menge auf dem Spiel. Welche Politik Trump und Biden für Brasilien, Mexiko und Kuba verfolgen.

Brandrodung im tropischen Regenwald
Brandrodung im Regenwald - was die Wahl Trumps oder Bidens für Lateinamerika bedeutet.
Quelle: picture alliance/WILDLIFE

Joe Biden oder Donald Trump? Nicht nur für die US-Amerikaner ist es von fundamentaler Bedeutung, wer am kommenden Dienstag als Sieger aus der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten hervorgeht. "Mit einem Wahlsieger Joe Biden gibt es eine Stärkung des multilateralen Systems", glaubt Marcio Coimbra von der Falkultät Presbiteriana Mackenzie in Brasília.

Tatsächlich steht für Lateinamerika wohl am meisten auf dem Spiel - ganz besonders für Brasilien, dessen rechtspopulistischer Präsident Jair Bolsonaro als politischer Partner von Donald Trump gilt. Tatsächlich hat Bolsonaro aus seiner Vorliebe für einen Trump-Erfolg keinen Hehl gemacht. Biden hat jedoch angekündigt, in die Rettung des Amazonas-Regenwaldes investieren zu wollen.

Illegale Holzfäller gefährden nicht nur den Urwald, sondern auch die indigenen Völker. In Zeiten von Corona sind sie noch gefährlicher.

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Brasilien: Unterschiedliche Politik bei Regenwald-Abholzung

Professor Wellington Almeida von der Universität Brasilia ist ohnehin davon überzeugt, dass auch bei einem Wahlsieg Bidens das Verhältnis der beiden Länder nicht strukturell verändert wird. "Die Vereinigten Staaten haben große Interessen an einer Partnerschaft mit Brasilien." Und dann ist es erst einmal egal, wer Präsident in Washington ist.

Von dort aus signalisierten Vertreter der brasilianischen Regierung bereits vorsichtig, Hilfe für den Amazonas - der unter der Bolsonaro-Regierung wieder so stark abgeholzt wird wie zu Beginn des Jahrhunderts - sei grundsätzlich willkommen.

Mexiko hat eine über 3000 Kilometer lange Grenze mit den USA. Seit Donald Trump im Weißen Haus sitzt, lässt die USA an der nördlichen Grenze Mexikos eine Mauer bauen. Migration, Drogenkartelle, Gewalt – das sind Themen, die viele mit Mexiko verbinden.

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Mexiko: Thema Mauerbau und Trennung von Familien

Ein zweites Land, das mit großem Interesse Richtung Washington blickt, ist naturgemäß Mexiko. Für den südlichen Nachbarn ist ein gutes Verhältnis zu den USA in jeglicher Hinsicht wichtig. Die Migrationspolitik Washingtons unter Trump hat bereits zu einer Änderung der mexikanischen Politik geführt. Mexiko hat wie Guatemala seine eigenen Südgrenzen verstärkt, um Migrationsbewegungen aus dem Süden zu erschweren.

Ein Wahlsieg Trumps würde wohl bedeuten, dass die Mauer an der mexikanischen Grenze weiter gebaut wird. Biden erklärte dagegen, dass die von den US-Behörden vollzogene Trennung von Migranten-Eltern und ihren Kindern an der US-Grenze unmenschlich gewesen sei.

Ähnlich sieht es der Geschäftsführer des deutschen Lateinamerika-Hilfswerkes Adveniat: "Die Rechte der lateinamerikanischen Migranten dürfen nicht länger mit Füßen getreten werden. Nie wieder dürfen Tausende Kinder von ihren Eltern an der Grenze getrennt werden. Millionen in den USA lebende Migranten aus Lateinamerika müssen gültige Papiere erhalten, um sich in den Arbeitsmarkt integrieren zu können", fordert Pater Michael Heinz.

Die kubanische Wirtschaft hatte bereits vor Corona erhebliche Probleme. Vor allem der Einbruch des Tourismus setzt der Wirtschaft zu. Unterdessen verschärft sich die Versorgungslage. In vielen Lebensmittelgeschäften gibt es kaum noch etwas zu kaufen.

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Kuba: Trump hatte Sanktionen verschärft

Eine entscheidende Rolle im Wahlausgang können in den USA auch die Wähler lateinamerikanischer Abstammung spielen. Besonders umkämpft ist Florida. Dort lebe viele Exil-Kubaner sowie deren Nachfahren.

Und auch hier ist von entscheidender Bedeutung, wer der kommende Präsident der USA wird. Denn US-Präsident Trump verschärfte zuletzt noch einmal die Sanktionen gegen das Ein-Parteien-System in Havanna. Betroffen waren davon unter anderem Familien, die Geldüberweisungen aus den USA erhielten - und die gerade in den Zeiten der Pandemie auch in Kuba dringend notwendig sind.

Daran verdienen laut US-Einschätzung kubanische Militärs mit, die diese Firmen kontrollieren. Mit Trump ist eine Lockerung des Verhältnisses zu Havanna nur schwer vorstellbar. Biden sagte vor wenigen Tagen: "Kuba ist heute nicht näher dran an Freiheit und Demokratie als vor vier Jahren." Es gäbe dort mehr politische Gefangene und eine brutalere Geheimpolizei als jemals zuvor. Deswegen sei eine neue Kuba-Politik notwendig. Wie die allerdings konkret aussehen soll, das verriet auch Biden nicht wirklich.

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