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Bei diesen Wählergruppen konnte Trump punkten

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Latinos, Schwarze, Frauen - Bei diesen Wählergruppen konnte Trump punkten

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Biden galt vor der Wahl als klarer Favorit - weil Trump bei Frauen, Schwarzen und Latinos angeblich an Zustimmung verlor. Das Gegenteil trat ein. Auch Corona war nicht so wichtig.

Verschiedene Wählergruppen in den USA
Quelle: ZDF/dpa

In den USA schrumpft der Anteil weißer Wähler, deshalb bekommt Donald Trump auch weniger Stimmen als vor vier Jahren: Diese simple Formel schien bis zuletzt Gewissheit bei vielen Expertinnen und politischen Beobachtern. Dann kam die Wahl - und vieles anders als gedacht.

Die erste Überraschung: Ein großer Teil der Wählerinnen und Wähler stimmte genauso ab wie vor vier Jahren. Junge, Geringverdiener und College-Absolventen eher für Hillary Clinton beziehungsweise Joe Biden, evangelikale Christen und Weiße mit formal niedriger Bildung eher für Trump.

Der Anteil weißer Wähler ist zwar tatsächlich geschrumpft, von 71 Prozent im Jahr 2016 auf rund 65 Prozent im Jahr 2020. Und nicht-weiße Wähler stimmen traditionell eher für die Demokraten. Allerdings trifft das nicht auf alle ethnischen Gruppen und alle Bundesstaaten zu. Das zeigt der Blick auf die vorläufigen Ergebnisse der Nachwahlbefragungen, die sogenannten Exit Polls.

Warum Schwarze und Latinos Trump wählen

Bei hispano- und afroamerikanischen Wählern hat Trump hat seine Zustimmung nicht nur halten, sondern insgesamt sogar ausbauen können. Bei den Latinos vor allem in den Schlüsselstaaten Florida und Georgia. Trotz Anti-Mexiko-Rhetorik.

Ein Grund dafür dürfte sein, dass es in dieser Wählergruppe viele konservative Katholiken und Abtreibungsgegner gibt. Auch Schwarze wurden zuletzt heftig umworben von Trump. Auf dem republikanischen Parteitag Ende August traten auffällig viele schwarze Delegierte ans Rednerpult - bemerkenswert für eine Partei, die zu 80 Prozent weiß ist.

Biden bekommt mehr Stimmen von weißen Männern

Insgesamt stimmten sogar mehr Frauen für Trump als im Jahr 2016. Dafür weniger Männer. Vor allem weiße Männer gaben ihre Stimme im Jahr 2020 häufiger dem demokratischen Kandidaten als vor vier Jahren.

Bei der Wählergruppe, die einige Beobachter als wahlentscheidend ansahen, hat sich hingegen kaum etwas getan: Die weißen Frauen mit formal niedriger Bildung stimmten erneut zu rund 60 Prozent für Donald Trump.

Großer Unterschied zwischen Stadt und Land

Bewegung gab es hingegen auf dem Land: Dort verlor Trump an Zustimmung. Auch in der Gruppe der 45- bis 64-Jährigen konnte Biden Trump-Wähler für sich gewinnen.

Corona war weniger wichtig als gedacht

Überschätzt wurde offenbar die Rolle der Corona-Pandemie. Noch im Oktober fand eine deutliche Mehrheit der vom Meinungsforschungsinstitut Gallup befragten US-Amerikanerinnen und -Amerikaner, dass die Pandemie das derzeit drängendste Problem der USA sei.

Die Konjunktur, Trumps wichtigstes Thema, sank in der Umfrage auf ein historisches Tief und lag sogar noch hinter den Themen Kriminalität und ethnische Ungleichheiten. In den Exit Polls war die Wirtschaft mit 35 Prozent plötzlich der am häufigsten genannte Grund, zur Wahl zu gehen.

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