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"Wir gegen die" oder "wir alle zusammen"

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Die Rhetorik von Biden und Trump - "Wir gegen die" oder "wir alle zusammen"

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Die Rhetorik von Donald Trump und Joe Biden nach der US-Wahl könnte unterschiedlicher nicht sein. Einer spricht von Einheit und Geduld, der andere von Kampf und Betrug.

Donald Trumps spricht am 04.11.2020 in Washington, USA
US-Präsident Donald Trump fordert einen Auszähl-Stopp der Stimmen.
Quelle: dpa

Demokratie, das bedeutet, das Volk entscheidet, das bedeutet auch: Jede Stimme zählt. Nach der Wahl in den USA und den Reaktionen von Präsident Trump ist es fraglich, ob er an diese Grundsätze glaubt. Noch in der Nacht, bevor alle Stimmen ausgezählt waren, verkündete Trump seinen Wahlsieg. Zudem forderte er, dass keine der Stimmen zählen sollten, die durch die Briefwahl erst später eintreffen und ausgezählt werden können.

Trump schürt Ängste

Das ist nicht rechtens und auch nicht demokratisch. Doch es war abzusehen, dass es bei einem engen Wahlausgang so kommen könnte. Viele von Trumps Tweets am Tag nach der Wahl wurden umgehend von Twitter als fragwürdig markiert. "Sie versuchen uns die Wahl wegzunehmen, das werden wir nicht zulassen", so Trump.

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Mit "sie" meint er die Demokraten und Herausforderer Joe Biden. "Wir gegen die", das ist seit vier Jahren Trumps Botschaft. Seit Monaten schürt er Ängste bei den Amerikanerinnen und Amerikanern und behauptet fälschlicherweise, die Briefwahl sei besonders anfällig für Betrug.

Zudem kreierte er noch ein weiteres Narrativ: Das Ergebnis müsse noch in der Wahlnacht feststehen. Es war von Anfang an klar, dass dies nicht realistisch ist. Zum einen galt in vielen Bundesstaaten die Regel, dass erst nach Schluss der Wahllokale ausgezählt werden darf, zum anderen war durch Corona das Briefwahlaufkommen um ein zigfaches höher und die Ressourcen der Bundesstaaten für ein schnelleres Auszählen zu gering.

Das Trump-Team möchte nun mehrere Ergebnisse möglicherweise nicht akzeptieren und hat angekündigt, in Michigan, Pennsylvania und Georgia klagen zu wollen.

"Die Auszählung verschiebt sich zugunsten von Joe Biden", so ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf über die Auszählungen in Pennsylvania. Das Rennen sei noch völlig offen.

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Biden will versöhnen

Die Worte Bidens am Tag nach der Wahl klingen anders: "Ich bin nicht hier, um zu erklären, dass ich gewonnen habe", sagt er. Biden glaube aber, wenn die Auszählung beendet sei, werden die Demokraten die Sieger sein.

"Joe Biden will als Präsident die Spaltung im Land heilen", so ZDF-Korrespondentin Heike Slansky in Washington. Noch steht der Sieger der Wahlen aber nicht fest.

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Er wolle die harsche Rhetorik hinter sich lassen und, dass die Bürgerinnen und Bürger einander wieder zuhören, sich respektieren und umeinander kümmern. Sie sollten einander nicht als Gegnerinnen und Gegner und Verfeindete betrachten.

Noch am Mittwoch, nachdem es in den Medien hieß, dass Biden in Michigan gewinnen könnte, stürmten Wahlbeobachter*innen ein Wahllokal in Detroit und riefen, "stoppt die Auszählung". Die Menge wollte sich selbst von einer rechtmäßigen Auszählung überzeugen, die Stimmung eskalierte, als ihnen der Zugang wegen zu hoher Auslastung nicht gewährt wurde. Zuvor hatten sich mehrere Wahlhelferinnen und Wahlhelfer von den Beobachtenden eingeschüchtert gefühlt.

Eine Frau steht hinter einer Glasscheibe und schreit Polizisten in der Auszählungshalle an
Die Trump-Unterstützer fordern Auszählungsstopp in Detroit, Michigan.
Quelle: ap

Es mag vielleicht verständlich sein, dass in der Politik mit allen Mitteln um das politische Überleben gekämpft wird, aber es ist mehr als irritierend, wenn Andere versuchen, ihren Mitmenschen das Recht zu nehmen, dass ihre Stimme tatsächlich gezählt wird.

Der Autorin auf Twitter folgen: @Alica_Jung

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