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Kommentar zur US-Wahl - "Trumps Wähler bleiben ein Rätsel"

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Zitterpartie statt Erdrutschsieg: Amerikas Demokratie ist kompliziert und anstrengend - aber sie funktioniert. Doch für viele bleiben Trump und seine Wähler ein Rätsel.

ZDF-Chefredakteur, Dr. Peter Frey kommentiert den Wahltag in den USA.

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Statt des blauen Erdrutschsiegs erleben die Vereinigten Staaten, erlebt die Welt eine Zitterpartie. Es ist ein Wahlkrimi - mit einem Präsidenten, an dem seine Wähler trotz seiner Corona-Politik festhalten, und einem Herausforderer, der noch alle Chancen, aber keine Euphorie ausgelöst hat.

Was wir erleben, folgt Trumps Drehbuch. Seit Wochen polemisiert er gegen die Briefwahl. Sein bizarrer Auftritt im Weißen Haus zeigt das bekannte Muster: angreifen, verunsichern, zerstören. Da ist der Mann, der wie ein Kind einfach nicht verlieren kann. Und der populistische Politiker, der die politischen Institutionen und Regeln nicht respektiert, koste es was es wolle.

Die Wahl wird sich voraussichtlich durch die Briefwähler entscheiden. Trump forderte die Auszählung durch einen gerichtlichen Beschluss zu stoppen.

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Doch Trumps Wutausbruch scheint abzuprallen - an einem ruhig arbeitenden Wahlsystem. Im Moment gibt es keine Anzeichen dafür, dass Wahlstimmen unter den Tisch fallen und manipuliert wird. Wahlen in Amerika sind immer nervenaufreibend, kompliziert, anstrengend - aber die Demokratie funktioniert, einschließlich der Gerichte, die Trump jetzt anrufen will.

Eliten in den Städten verstehen nicht, was auf dem Land passiert

Für die Demokraten ist die Wahl eine Enttäuschung. Nur gegen Trump zu sein, genügte nicht. Wie 2016 gilt: Trump und seine Wähler sind ein Rätsel für viele Medien und Umfrageinstitute. Dabei konnte der Präsident sogar neue Wählerschichten erobern: Frauen, Latinos, Schwarze.

Die Eliten in den Städten verstehen weiter nicht, was sich auf dem Land abspielt. Und die Menschen auf dem Land verachten die urbane, globalisierte Lebensweise.

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden bei seiner Rede nach der Wahl, am 08.11.2020 in Wilmington.

Biden schlägt Trump -
Die US-Wahl 2020 im Blog
 

Es ist ausgezählt: Joe Biden gewinnt Georgia und damit 306 Wahlleute - mehr als die nötigen 270. Damit könnte er im Januar Trumps Nachfolge antreten. Alle Entwicklungen im Blog.

Es braucht Versöhnung in den USA

Die USA sind ein Land mit zwei Realitäten, tief zerrissen. Es braucht dringend Versöhnung, Aufeinander-Zugehen, eine Verständigung auf die Regeln der Demokratie. Donald Trump hat heute einmal mehr gezeigt, dass er das nicht will.

Joe Biden würde ein nach den lauten Trump-Jahren erschöpftes Amerika beruhigen. Ob er die Kraft hat, das Land wieder zusammenzubringen, müsste er als Präsident Biden beweisen.

Peter Frey ist Chefredakteur des ZDF.

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