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Militante Trump-Anhänger - "Wir kommen zurück in großer Zahl"

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Nach der Erstürmung des Kapitols wollen die radikalen Anhänger Donald Trumps nicht aufgeben. Militante Aktivisten rufen zu neuer Gewalt bei der Amtseinführung von Joe Biden auf.

Archiv: Das Kapitol am 28.09.2013
Dunkle Wolken über dem Kapitol - war der 6. Januar erst der Anfang der Gewalt?
Quelle: AP

Die Drohung ist unmissverständlich: "Viele von uns werden am 19. Januar 2021 zurückkommen, mit unseren Waffen", schreibt der User "Colonel Perez" im Kurznachrichtendienst Parler. "Wir werden in so großer Zahl kommen, dass kein stehendes Heer, keine Polizei sich mit uns messen kann." Das Ziel: Den "größten Präsidenten zu unterstützen, den die Welt je gekannt hat" - gemeint ist Donald Trump.

Das Netzwerk Parler ist bei rechten bis rechtsradikalen Nutzern beliebt, auch Anhänger der QAnon-Verschwörung oder der "Proud Boys" sind dort aktiv - jene, die auch am Sturm auf das Kapitol am Mittwoch beteiligt waren, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen. Der Beitrag von "Colonel Perez", angeblich ein Oberst im Ruhestand, ging viral - er wurde bis Freitagmorgen über 70.000mal gesehen und 460mal geteilt. In einem weiteren Post schreibt der User, Donald Trump hätte dazu aufgerufen, "zu kämpfen wie verrückt".

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Aufruf zu Gewalt im Sozialen Netzwerk "Parler": User "Colonel Perez" kündigt an, dass "Patrioten" mit ihren Waffen nach Washington zurückkehren werde.
Quelle: Twitter

QAnon-Anhänger kündigt "zweite Revolution" an

"Colonel Perez" ist nicht der einzige Scharfmacher, wie Recherchen von ZDFheute zeigen. In Washington herrscht die Angst, dass QAnon-Anhänger ihre Drohungen wahr machen und eine es eine weitere Welle der Gewalt gibt: Der QAnon-Anhänger Dave Hays fordert, dass das Militär die Amtseinführung Joe Bidens verhindert. Bei Twitter ist Hays bekannt unter dem Namen "Praying Medic", er hat rund eine halbe Million Follower, unter dem selben Pseudonym betreibt er einen Blog.

Sie verschaffen sich mit Gewalt Zutritt, verwüsten Räume, sorgen dafür, dass Abgeordnete flüchten müssen - Momente, die die amerikanische Demokratie bis ins Mark erschüttern. Wer sind die Menschen, die am Mittwoch ins Kapitol in Washington eindringen?

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Sollte Joe Biden als Präsident vereidigt werden, könnte es seinen Worten zufolge eine "zweite Revolution geben". Er fordere das zwar nicht, wie er in einem Blogbeitrag schreibt - aber das sei eben wahrscheinlich, wenn "gewählte Politiker weiterhin den Wahlbetrug abstreiten". Bei Twitter stellte er die rhetorische Frage: "Selbst wenn du es (durch Wahlbetrug) ins Weiße Haus schaffst, wie willst Du 80 Millionen Leute daran hindern, dich dort wieder rauszuholen?"

"Proud Boys"-Anführer: "Das wird weiterhin passieren"

Auch der Anführer der berüchtigten "Proud Boys", eine rechtsextreme Gruppierung, die Donald Trump unterstützt, erwartet weitere Unruhen. Angesprochen auf die gewalttätigen Ausschreitungen im Kapitol sagte Enrique Tarrio in einerm Interview mit dem "Wall Street Journal": "Das wird weiterhin passieren, wenn sie nicht auf das Volk hören." Tarrio selbst durfte am Mittwoch nicht in Washington sein. Die Polizei hatte ihn zuvor festgenommen und ein Betretungsverbot für die Stadt gegen ihn ausgesprochen.

Gewaltbereite Trump-Fans dringen ins Kapitol ein – randalieren im Herzen der amerikanischen Demokratie. Jetzt gerät der Präsident, der sie noch anstachelte, unter Druck.

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Etwa 2.000 "Proud Boys" seien nach Washington zum Protest am Mittwoch gekommen, schätzt Tarrio. Angeblich wisse er nicht, ob auch welche ins Kapitol eingedrungen waren. Doch er kündigte weitere Proteste zur Amtseinführung von Biden an: “People will be back here for the inauguration.” Vielleicht würden auch wieder die "Proud Boys" kommen - das habe man noch nicht entschieden.

Trump gießt erneut Öl ins Feuer

US-Präsident Donald Trump, der den "Proud Boys" noch im September halb augenzwinkernd befahl "stand back and stand by" ("haltet euch zurück und haltet euch bereit"), goss weiter Öl ins Feuer. Bei Twitter schrieb er am Freitagnachmittag die 75 Millionen "großartige amerikanische Patrioten", die für ihn und seine Politik gestimmt hätten, "werden eine gigantische Stimme weit in der Zukunft haben". In einem weiteren Tweet kündigte er an, der Amtseinführung Joe Bidens fernzubleiben.

Für Twitter war damit das Maß voll. Der Account @realdonaldtrump wurde dauerhaft gesperrt. Zur Begründung hieß es, damit solle weitere Gewalt verhindert werden.

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