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Eskalation in Washington : Rechtsextreme und QAnons bei Kapitol-Sturm

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Rechtsextreme und Verschwörungsgläubige waren beim Sturm auf das Repräsentantenhaus dabei. Das habe Trump selbst provoziert, sagen Kritiker.

Ein Bild, das von dem Sturm auf das US-amerikanische Kapitol bleiben wird, ist das des Mannes mit Hörnern und Fell auf dem Kopf. Mit nacktem Oberkörper thronte er im Saal des Kongresses, wo zuvor noch Abgeordnete saßen, um die US-Präsidentschaftswahlen offiziell zu bestätigen. Ein Symbol für die Demütigung der ältesten Demokratie der Welt.

Der Hörner-Mann, Jake Angeli, ist ein bekannter QAnon-Anhänger. Laut dieser abstrusen Erzählung gibt es einen geheimen, elitären Satanisten-Ring, der Kinder entführe, um sich mit ihrem Blut zu verjüngen - und Donald Trump bekämpft angeblich diesen "tiefen Staat".

Auf Jake Angelis linker Brust, über dem Herzen, trägt er ein Tattoo, das drei ineinander verschlungene Dreiecke zeigt: den Wotansknoten oder auch Valknut, ein aus der nordischen Mythologie stammendes Zeichen, das auch von Neonazis genutzt wird. Die Arizona Central hatte im Oktober über Angeli berichtet. Auf einem Schild, das er damals hielt, stand "Q hat mich geschickt" - als sei er eine Art Auserwählter.

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Auf Fotos und Videos der Ausschreitungen sieht man zahlreiche weitere Menschen mit "Q"-Erkennungszeichen.

An der Kapitol-Stürmung waren verschiedene rechtsextreme Gruppen und Verschwörungstheoretiker beteiligt. Sie alle sehen sich als Revolutionisten.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Sturm auf die älteste Demokratie der Welt

Die Szenen und Bilder, die vor und im Kapitol entstanden sind, machen fassungslos. Darunter scheinen - neben Verschwörungsanhänger*innen - auch zahlreiche Rechtsextreme gewesen zu sein.

Ein Foto zeigt einen Mann im Inneren des Kongresses, der einen Pullover trägt, auf dem "Camp Ausschwitz" steht - eine antisemitische Relativierung des Holocaust. Ein anderer trägt die Konföderierten-Flagge, ein Symbol für Sklaverei und Rassismus. In einem Video, das offenbar vor dem Kapitol entstanden ist, zeigt ein Mann den Hitler-Gruß.

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In den USA existieren zahlreiche rechte militante Gruppen. Vor den US-Wahlen hatte eine Analyse des Datenprojekts ACLED vor Ausschreitungen gewarnt - eine Befürchtung, die sich nun bestätigt. Mittlerweile wurde der Tod von vier Menschen gemeldet.

Proud Boys - angeblich bis zu 2.500 Mitglieder vor Ort

Eine der Gruppen, denen der ACLED-Bericht ein "sehr hohes Gewaltpotential" attestierte, sind die "Proud Boys". Das Southern Poverty Law Center, das in den USA rechte Organisationen beobachtet, beschreibt sie als  als "extremistische Hass-Gruppe", die vorgibt, lediglich eine "Studentenverbindung ohne politische Korrektheit" zu sein. Sie gelten als Trump-Unterstützer, der augenzwinkernd gesagt hatte: "Stand by and stand back", was als "Haltet euch bereit" interpretiert wurde.

Ihr Anführer, der diese Woche verhaftet und aus Washington verbannt worden war, sagte dem Wall Street Journal, zwischen 2.000 und 2.500 seiner Mitglieder seien vor Ort gewesen seien - ob sie auch ins Kapitol vorgedrungen seien, wusste er nicht. Auf Parler, einem libertären Medium, hatte er zuvor geschrieben, er sei "stolz auf seine Jungs und sein Land".

Vorwurf: Gewalt und Chaos als Produkt von Trump

Laut der Anti-Defamation-League, einer Organisation, die sich gegen Antisemitismus einsetzt, waren auch Anhänger der "White Supremacists" vor Ort, die eine angebliche Vorherrschaft von Weißen propagieren.

Expert*innen machen Trump für die Eskalation mitverantwortlich:

Die heutigen gewalttätigen, chaotischen Proteste sind ein Produkt des verabscheuungswürdigen Versuchs des amtierenden Präsidenten, die Wahl zu stehlen.
Lecia Brooks, Chief of Staff am Southern Poverty Law Center

Die Bilder, die Symbolik, das alles feiern Rechtsextreme - und sie haben schon ein weiteres Datum im Blick, wie der Anführer der "Proud Boys" sagte: Die Menschen würden zur Amtseinführung von Biden wiederkommen, sagte er.

QAnon - eine Verschwörungserzählung aus den USA, die weltweit Anhänger findet. Es geht um pädophile Eliten, entführte Kinder und einen "tiefen Staat".

Beitragslänge:
28 min
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