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Republikaner über Trump - "Die republikanische Partei trägt Mitschuld"

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Die Republikaner tragen Mitschuld an der Spaltung der USA. Die Partei habe jahrelang "Frauenfeindlichkeit, einen Rassisten und Rassismus umarmt", sagt der Ex-Parteichef Steele.

US-Präsident Trump posiert mit den Republikanern aus dem Kongress.
Quelle: reuters

ZDFheute: Der Aufstand im Kapitol ist noch keine zwei Wochen her. Was war Ihre erste Reaktion, als Sie davon erfahren haben?

Michael Steele: Ich denke, das schwierigste als Republikaner*in ist es, anzuerkennen und sich ehrlich einzugestehen, dass ein großer Teil der Mitglieder meiner Partei, die im Senat und im Repräsentantenhaus sitzen, mitschuldig an den Ereignissen ist.

Durch ihre Sprache, ihre Handlungen und gleichzeitig ihre Untätigkeit - einfach in ihrer Reaktion auf Donald Trumps manische, egoistische Machterhaltung, die dazu geführt hat, dass Menschen das Kapitol gestürmt haben.

Nach dem Sturm auf das Kapitol begann die Suche nache den Schuldigen.

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2 min
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ZDFheute: Werden diese Ereignisse zu einem Bruch innerhalb der Partei führen oder wird es nun eher drastische Veränderungen geben, die ein Ende des Trumpismus besiegeln?

Steele: In der republikanischen Partei muss Rechenschaft abgelegt werden. Darüber, dass man Mitschuld trägt am potenziellen Umsturz der Regierung - oder vielmehr der künftigen Regierung, weil Trump es so wollte.

Wir haben den Präsidenten bei seinen Veranstaltungen gesehen, wie er Verschwörungserzählungen befeuert und Lügen über den Wahlausgang verbreitet hat. Mitglieder des Kongresses standen dabei an seiner Seite.

ZDFheute: Was macht das mit der Partei?

Steele: Das ist gerade die Debatte, das muss sich nun zeigen. Als ehemaliges Führungsmitglied dieser Partei und als jemand, der immer noch ein Republikaner ist, denke ich, dass wir hier eine Art Abtrünnigkeit gesehen haben. Eine, die abseits davon ist, wofür wir in unseren Grundzügen stehen.

Hierbei geht es nicht um individuelle Freiheiten. Wir haben jahrelang Frauenfeindlichkeit, einen Rassisten und Rassismus umarmt.

Und das ist nicht, wer oder was wir sind. Wir haben uns gegründet als eine Partei, die gegen so etwas steht. Ich und viele andere glauben, dass es wert ist, dagegen anzukämpfen.

ZDFheute: Glauben Sie denn, dass die Republikaner*innen tatsächlich mit Joe Biden zusammenarbeiten werden?

Steele: Sie haben die Kontrolle über Haus und Senat verloren und die demokratische Partei hat das Weiße Haus - was können sie also als Minderheit überhaupt noch tun?

Am Ende des Tages haben sie die Wahl. Sie können schmollen und nur rumsitzen und darauf hoffen, dass sie 2022 genug Stimmen bekommen, um eine der beiden Kammern zurückzugewinnen. Oder sie können versuchen, tatsächlich wichtige Punkte umzusetzen.

Es müssen COVID19-Impfungen landesweit verteilt und die Wirtschaft wiederaufgebaut werden.

Wenn sie davon kein Teil sein wollen, werden die Amerikaner*innen das bemerken und die Partei wird weiter an Macht verlieren, statt ihren Einfluss zurückzugewinnen.

ZDFheute: Was sind Ihre Erwartungen und Hoffnungen für die Zukunft?

Der Sturm aufs Kapitol in Washington hat gezeigt, wie gefährlich die radikalisierten Anhänger von Präsident Trump sind. Wer steckt hinter den Milizen, Hooligans und Verschwörungstheoretikern?

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6 min
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Steele: Ich hoffe, dass Joe Biden den Weg Richtung Zukunft einschlägt, der bereits vor 244 Jahren von unseren Gründer*innen beschritten wurde.

Dass er aufzeigt, dass der amerikanische Geist immer noch lebendig, wertvoll und entwicklungsfähig ist. Auch wenn das sicher nicht einfach wird. Wenn er es schafft, uns mit dieser Idee von Amerika zu führen, wird es uns gut gehen.

Das Interview führte Annette Brieger aus dem ZDF-Studio Washington. Übersetzt wurde es von Alica Jung.

Der Demokrat Ben Rhodes nennt die Amtszeit Donald Trumps einen Angriff auf die Demokratie. Trump habe versucht, die USA zu einem tendenziell autoritären System umzubauen. Auch er sorgt sich um die Zukunft des Landes. Lesen Sie hier das komplette Interview mit dem ehemaligen Berater Barack Obamas.

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