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US-Republikaner nach Ära Trump - Die ungewisse Zukunft der "Grand Old Party"

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Neben Donald Trump ist auch seine Partei mitschuldig für die Ausschreitungen im und vor dem US-Kapitol. Die Republikaner sind im Inneren zerrissen und müssen sich neu erfinden.

Der scheidende US-Präsident Donald Trump hat unter wachsendem Druck den Sturm des Kapitols in Washington durch seine Anhänger verurteilt.

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Intelligenz, Stärke, Würde: Das sind seit rund 150 Jahren die zentralen Attribute, für die das Parteimaskottchen der Republikaner, der Elefant, stehen soll. Nach den letzten vier Jahren unter Donald Trump und den beispiellosen Vorgängen rund um die Zertifizierung der US-Wahl würden einem durchaus auch andere Eigenschaften einfallen, die den aktuellen Zustand der Partei treffender beschreiben würden.

US-Republikaner sind tief gespalten

So halten, nach allem, was passiert ist, noch immer zahlreiche, auch hochrangige Parteimitglieder zu ihrem Präsidenten. Die Republikaner sind tief gespalten. Das ist der Hauptgrund dafür, dass sie ihren Anführer nicht stoppen konnten, die Menschen derart aufzuhetzen. Das Resultat war am Mittwoch einmal mehr als deutlich sichtbar.

Nach dem Sturm randalierender Trump-Anhänger auf das Kapitol sitzt der Schock tief. Wie es soweit kommen konnte, fragen sich viele.

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Dass sich erst jetzt oder vor kurzem einflussreiche Republikaner wie deren Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, oder Vize-Präsident Mike Pence klar von Trump distanziert haben, ist fatal - für die Zukunft der Partei und damit gewissermaßen auch für die der ganzen Nation. Das Parteien- und Wahlsystem der USA ist auf zwei große Parteien ausgelegt. Ein Zerbrechen einer davon, wie es zurzeit der "Grand Old Party" droht, würde diese Tektonik massiv beeinflussen.

Abwendung von Trump politisches Kalkül

Bei zahlreichen Republikanern hat es also viel zu lange gedauert, die politische Reißleine zu ziehen. Es liegt auf der Hand, dass es bei denen, die Trump so lange treu geblieben sind und sich jetzt abwenden, vor allem um politisches Kalkül, also persönlichen Machterhalt geht und es sich keineswegs um eine Gewissensentscheidung handeln kann.

Es gab viel zu wenige Mitt Romneys oder Jeff Flakes, die von Anfang an das Rückgrat hatten, sich gegen den Affären-resistenten Zerstörer im Weißen Haus zu stellen oder, wie jetzt durch Adam Kinzinger, die Amtsenthebung zu fordern.

TV-Journalist Robert Moore berichtete direkt aus der Mitte des wütenden Mobs. Kühn führt er Live-Interviews, kommentiert und ordnet ein - und hat damit ein historisches Zeitdokument geliefert.

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Das alles spiegelt die unsichere Zukunft wider, in welche die Partei nun blickt. Es geht dabei nicht nur um die Frage, wer 2024 der oder die Spitzenkandidat*in werden soll. Es geht auch darum, was für eine Partei sie oder er dann repräsentieren wird.

Fundamentale Werte der "Grand Old Party" wie Haushaltsdisziplin oder ein starkes westliches Bündnis wurden vom noch amtierenden Präsidenten aus den Angeln gehoben: Für ihn ist die Nato "obsolet", die Schulden der USA stiegen während seiner Amtszeit um mehrere Billionen Dollar - und das nicht nur wegen der Covid-19-Pandemie.

Neu sortieren zwischen Trumpisten und Gemäßigten

Trotzdem wird Trump auch weiterhin von einem harten Anhänger-Kern getragen, der bedingungslos zu ihm hält. Er hat treue Diener an wichtigen Stellen - wie beispielsweise Gerichten - installiert und immer wieder bewiesen, dass man ihn keinesfalls abschreiben oder unterschätzen sollte.

Laut Insidern hat er mit Blick auf die Kongresswahlen im nächsten Jahr auch längst begonnen, die "guten" und "bösen" Kandidaten der Republikaner in den Blick zu nehmen.

Kommt es zur Amtsenthebung? -
Führende US-Politiker fordern Trump-Absetzung
 

Noch zwei Wochen wäre Trump US-Präsident. Doch womöglich könnte er wegen der Kapitol-Stürmung noch vorher des Amtes enthoben werden. Selbst Republikaner fordern das inzwischen.

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Die republikanische Partei muss sich also zwischen den Trumpisten und den Gemäßigten neu sortieren und eine möglichst breite, gemeinsame Linie wiederfinden. Wie das gelingen soll, wird schon lange intensiv diskutiert. Nicht wenige sind davon überzeugt, dass sich die Partei von den radikalen Mitgliedern abspalten muss, um überleben zu können.

Eine Rückkehr zu den erwähnten Tugenden, für die der Elefant, das Parteimaskottchen, steht, scheint demnach erst mal nicht vorstellbar. Denn Dickhäuter haben ein gutes Gedächtnis. Und die Angst, den (Noch-)Anführer zu verärgern, ist bei vielen Republikanern offenbar immer noch riesengroß.

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