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FBI: Russland und Iran greifen in Wahl ein

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Droh-Mails an US-Demokraten - FBI: Russland und Iran greifen in Wahl ein

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Laut US-Geheimdienst greifen Russland und der Iran in die US-Wahlen ein. Es wurden gefälschte Droh-Mails verschickt, um Wähler einzuschüchtern und Unruhen zu schüren, so das FBI.

Ein Mann wirft seinen Wahlumschlag in eine Wahlox im US-Staat Kansas. Nach Informationen des FBI sind Russland und Iran an Daten von US-Wählern gekommen und versuchen diese mit drohenden eMails zu beeinflussen.
Nach Informationen des FBI sind Russland und Iran an Daten von US-Wählern gekommen.
Quelle: AP

In mehreren US-Bundesstaaten haben Wähler zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl E-Mails mit Drohnachrichten bekommen. Laut dem US-Geheimdienst steckt der Iran dahinter. Aber auch Russland hat sich laut FBI Zugriff auf Wählerregistrierungslisten verschafft, um sich in die Wahl einzumischen.

Die Absicht sei es, die Wahl zu beeinflussen, teilte John Ratcliffe, der Direktor des Nationalen Geheimdienstes, bei einer Pressekonferenz mit. Ratcliffe weiter: "Diese Handlungen sind verzweifelte Versuche von verzweifelten Gegnern."

FBI: Droh-Mails aus Teheran an demokratische Wähler

Der Direktor der Bundespolizei FBI, Chris Wray, sagte bei der Pressekonferenz, jedes Land, dass sich in die Präsidentschaftswahl einmische, müsse die Kosten und die Konsequenzen tragen. An die Wähler gerichtet sagte er:

Sie können sicher sein, dass Ihre Stimme zählt. Trotz Bemühungen der Wahlbeeinflussung aus dem Ausland.
Chris Wray, FBI-Direktor

Den Angaben zufolge hat Teheran E-Mails an US-Wähler verschickt, mit dem Ziel, diese einzuschüchtern und in mehreren Bundesstaaten für Unruhe zu sorgen. Demokratische Wähler in mindestens vier umkämpften Staaten, darunter Florida und Pennsylvania, haben demnach Droh-Mails erhalten.

"Proud Boys" als Absender

Als Absender wurde die ultrarechte Gruppe "Proud Boys" angegeben. "Wir werden dich kriegen", drohten die Absender an die Adresse jener, die nicht für US-Präsident Donald Trump stimmen wollten. Die Proud Boys waren landesweit bekannt geworden, als Trump sich in seiner Fernsehdebatte gegen den Demokraten John Biden weigerte, sich von ihnen zu distanzieren.

Christopher Wray am 17.09.2020 in Washington (USA)

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Heimatschutz-Beamter: Ziel ist es, Wähler vor US-Wahl einzuschüchtern

"Diese E-Mails sind dazu gedacht, amerikanische Wähler einzuschüchtern und ihr Vertrauen in unsere Wahlen zu untergraben", twitterte Christopher Krebs, der im Heimatschutzministerium höchste Beamte für Wahlsicherheit.

Die E-Mailadressen hatten die Hintermänner den Angaben zufolge augenscheinlich von Registrierungslisten für die Wahl entnommen, die neben Daten zur Parteizugehörigkeiten und Adresse auch E-Mailadressen und Telefonnummern enthalten können.

US-Wahl: Mehr als 30 Millionen Amerikaner haben schon gewählt

Der Zugriff auf diese Listen gilt als vergleichsweise einfach zu erhalten. Die Adressen wurden dann für breit angelegte gezielte Spamming-Aktionen verwendet. Die Absender behaupteten, sie wüssten, für welchen Kandidaten der Empfänger abstimmt.

Teilweise können Wähler ihre Stimme schon jetzt, vor dem eigentlichen Wahltag am 3. November, abgeben. Mehr als 30 Millionen Amerikaner haben davon bereits Gebrauch gemacht. Bei der Wahl 2016 hatten russische Hacker sich Zugriff auf die Wahlinfrastruktur verschafft, es gibt jedoch keine Beweise, dass der Iran dies ebenfalls getan hat. Experten für Cybersicherheit sehen den Iran als zweitklassigen Akteur bei der Online-Spionage.

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