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Town Hall von Trump und Biden - "Sie sind nicht irgendein verrückter Onkel"

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Statt einer gemeinsamen Fragerunde waren es zwei, Präsident Trump und Herausforderer Biden stellten sich parallel, aber getrennt, den Wählern, die Antworten grundverschieden.

Im Fernduell zwischen Donald Trump und Herausforderer Joe Biden im US-Fernsehen stellten sich die Kandidaten den Fragen des Publikums. Vorherrschendes Thema: die Corona-Pandemie.

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Es ist fast bezeichnend für die aktuelle Lage des gespaltenen Landes, dass eine Sendung, die einst gemeinsam mit beiden Kandidaten der US-Wahl stattfinden sollte, nun doch getrennt organisiert wurde. Zwei Shows parallel, eine in Konkurrenz zur anderen.

Donald Trump war im Kreuzverhör, der Präsident musste sich nach seiner Corona-Erkrankung zunächst der Frage stellen, die das Land seitdem beschäftigt: Ließ er sich am Tag der gemeinsamen Debatte mit Joe Biden im September wirklich auf Corona testen? Erneut gab Trump darauf keine eindeutige Antwort, "Wahrscheinlich, wahrscheinlich nicht", sagte er. Moderatorin Savannah Guthrie ließ nicht locker, aber immer wieder wich Trump aus.

Keine wirklichen Antworten zu Corona

Er fühle sich wieder großartig und müsse als Präsident raus zu den Menschen. An diesem Abend aber kamen sie zu ihm und hatten Fragen, wie Jaqueline Lugo, die wissen wollte, wieso Trump am Anfang der Pandemie nicht mehr Maßnahmen veranlasst hatte als nur einen Travel Ban mit China, auch darauf keine wirkliche Antwort.

Die Fragen aus dem Publikum (hier das TV-Duell im US-Wahlblog zum Nachlesen) kamen von Wählerinnen und Wähler mit unterschiedlichsten politischen Einstellungen. Selbst innerhalb einer Familie ist das hier keine Seltenheit, wie bei Barbara und Isabella Pena. Mutter Barbara ist Trump-Befürworterin, Tochter Isabella möchte für Biden stimmen. Sie wollte wissen, ob sich Trumps Einstellung zum Maske tragen seit seiner Erkrankung geändert habe, "Nein", hier war der Präsident ganz deutlich.

Problem sei Gewalt von links - Verschwörer von QAnon kenne er nicht

Darauf angesprochen, warum Trump während des TV-Duells mit Biden nicht die Gewalt von Seiten weißer Rassistinnen und Rassisten verurteilt hatte, reagierte er ungehalten, sagte, dass er das tue, doch das größere Problem sei die Gewalt von links. Das betonte er immer wieder. Über QAnon, die ihn als Helden feiern, will er nichts wissen, außer dass sie gegen Pädophile seien.

Ein Satz, der in Erinnerung bleibt, als Moderatorin Savannah Guthrie Präsident Trump auf seine Retweets von Verschwörungserzählungen anspricht, sagte sie, "Sie sind doch nicht irgendein verrückter Onkel.“ Trumps Versprechen an die Bürgerinnen und Bürger am Ende lautet, "ich habe alles super gemacht", nächstes Jahr werde es noch besser.

Biden weniger aufregend, dafür ruhig, sachlich, mehr Inhalt

Herausforderer Joe Biden hatte sein Town Hall bereits vor dem Präsidenten terminiert. Trumps Gegenveranstaltung hatte ihm sicher Zuschauerinnen und Zuschauer gestohlen. Die Fragestunde mit Biden war im Vergleich viel weniger aufregend, dafür ruhig, sachlich, mehr Inhalt. Er hatte mehr Zeit, so kamen auch Themen zur Sprache, über die sonst weniger diskutiert wird. Zuschauerin Mieke Haeck, Mutter einer Trans-Person, wollte wissen, ob Biden sich für ihre Rechte einsetzen wird. Er antwortete, dass er sich ganz klar für Trans-Menschen stark machen wolle, nachdem die Trump Regierung eine Regelung zu ihrem Schutz gekippt hatte.

Ein wenig Ansehen gab er Trump in Sachen Außenpolitik für seinen "Nahost-Deal" mit Israel, allerdings kritisierte Biden, dass Trumps "America first"-Politik Amerika sehr allein gemacht habe. Am 22. Oktober werden Trump und Biden zum finalen gemeinsamen TV-Duell antreten, zwei grundverschiedene Kandidaten vor einer richtungsweisenden Wahl für das gespaltene Land.

Der Autorin auf Twitter folgen @Alica_Jung 

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von Robert Meyer
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