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Biden vs. Trump: Stärken, Schwächen, Fallen

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TV-Duell zur US-Wahl - Biden vs. Trump: Stärken, Schwächen, Fallen

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Der US-Wahlkampf geht in die heiße Phase. Heute Nacht liefern sich Joe Biden und Donald Trump ihr erstes TV-Duell. Worauf wird es ankommen? Eine Kommunikationsexpertin erklärt es.

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald Trump bereitet sich untypisch auf das TV-Duell vor.
Quelle: imago/ZUMA Wire

ZDFheute: Die Präsidentschaftskandidaten Joe Biden und Donald Trump liefern sich heute ihr erstes TV-Duell. Wie bereiten sich die beiden Protagonisten darauf vor?

Christina Holtz-Bacha: Es wird nichts dem Zufall überlassen. Über Tage wird in so genannten "Mock Debates" mit Sparringspartnern geübt, die in die Rolle des Kontrahenten schlüpfen. X-Mal wird durchgespielt, welche Argumente das Gegenüber bringen könnte und wie der Kontrahent wohl auf eigene Positionen reagieren wird. In den USA wird der jeweilige Gegenkandidat aber auch intensiv analysiert, um genau über persönliche Stärken und Schwächen Bescheid zu wissen. Denn der US-Wahlkampf zeichnet sich durch Aggressivität und auch dadurch aus, dass persönliche Attacken an der Tagesordnung stehen.

Vor allem Donald Trump schreckt bekanntlich nicht davor zurück. Interessant ist allerdings, dass sich Trump wie schon vor den TV-Duellen mit Hillary Clinton im letzten Wahlkampf nicht auf diese Weise vorzubereiten scheint. Wie damals hält er es wohl auch jetzt nicht für nötig. Seine Methode scheint es zu sein, nur die Themen und seine Argumente durchzusprechen.

Im Rennen um die US-Präsidentschaft steht das erste TV-Duell von Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden an. Dazu ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen aus Ohio.

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2 min
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ZDFheute: Worin sehen Sie die größten Stolpersteine für beide Kandidaten?

Holtz-Bacha: Da ist zum einen die Tatsache, dass die Körpersprache bis zur Darstellung der Schweißperlen auf der Stirn erbarmungslos festgehalten wird.

Wir wissen aus der Geschichte dieser Debatten, was alles schiefgehen kann.
Christina Holtz-Bacha

George Bush Senior wurde beispielweise im TV-Duell mit Bill Clinton allein der Blick auf die Uhr zum Verhängnis. Es sah so aus, als ob er darauf warten würde, dass das Gespräch endlich vorbei ist. Aber das wird natürlich auch in den "Mock Debates" geübt. Man schaut sich die eigenen Auftritte unzählige Male ohne Ton an, um genau zu analysieren, wie man sich verhält. Unsicherheiten bei Themen können natürlich genauso zu Stolpersteinen werden.

ZDFheute: Wo liegen die Stärken und Schwächen von Trump?

Holtz-Bacha: Seine völlige Unberechenbarkeit ist Trumps größte Stärke und größte Schwäche zugleich. Er profitiert davon, weil er damit seine Gegner verunsichert. Die Frage wird sein, inwieweit sich Joe Biden darauf wirklich vorbereiten kann. Wir alle wissen aber auch, wie Trump Mal um Mal mit einem nicht für möglich gehaltenen Selbstbewusstsein auf unmöglichen Positionen beharrt. Ich denke nicht, dass man ihm das abtrainieren kann.

Eine weitere große Schwäche von ihm ist sicherlich, dass er mit Debatten, in denen nachgefragt, er angegriffen und womöglich sogar verbessert wird, nicht umgehen kann. Aber genau das wird natürlich bei den TV-Duellen der Fall sein.

In der Nacht treffen Präsident Trump und Herausforderer Joe Biden in ihrem ersten TV-Duell aufeinander. ZDF-Korrespondentin Ines Trams über das bevorstehende Aufeinandertreffen zweier Kandidaten, die unterschiedlicher nicht sein können.

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3 min
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ZDFheute: Wie sieht es mit Joe Biden aus?

Holtz-Bacha: Biden ist ein sehr erfahrener Politiker. Auch in Bezug auf TV-Debatten hat er mehr Erfahrung als Trump. Was zudem für ihn spricht: Joe Biden ist ein ruhiger und besonnener Mann und ein themenorientierter Politiker.

Inwieweit er diese Stärken durchsetzen kann, wird auch davon abhängen, wie es Moderator Chris Wallace gelingt, Trump bei einzelnen Themen nicht ablenken zu lassen. Was die Schwächen angeht: Trump hat in der Wahlwerbung immer wieder ganz gezielt auf Bidens Alter angespielt. Es stand sogar die Behauptung im Raum, er sei dement und absolut nicht fit genug für eine Präsidentschaft. Biden muss es in der TV-Debatten schaffen, dieses von Trump bewusst erzeugte Bild zu widerlegen.

Das Interview führte Michael Kniess.

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