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Donald Trumps Corona-Infektion - Trump-Fans suchen einen Schuldigen

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Dass US-Präsident Donald Trump mit seinem Verhalten Schuld an seiner Corona-Infektion ist, wollen viele seiner Anhänger nicht akzeptieren. Lieber basteln sie an Dolchstoß-Legenden.

Trotz seiner Corona-Infektion hat US-Präsident Trump kurzzeitig das Krankenhaus verlassen und damit heftige Kritik auf sich gezogen. Während einer Autofahrt ließ er sich von Anhängern bejubeln.

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Seit Freitag wird US-Präsident Donald Trump im Walter-Reed-Krankenhaus in Bethesda wegen seiner Covid-19-Erkrankung behandelt. Vor dem Krankenhaus versammelt sich seitdem ein harter Kern an Trump-Unterstützern.

Ihnen galt etwa der umstrittene Ausflug im gepanzerten Wagen, den Trump am Sonntag unternahm. Der mutmaßlich hochinfektiöse Präsident ließ sich an den jubelnden Sympathisanten vorbeichauffieren.

Anhänger glauben nicht an eine Schuld Trumps

Unter diesen Anhängern vor dem Krankenhaus ist auch Will, der nur seinen Vornamen preisgeben möchte. Der ernst dreinblickende Mann steht da mit einem Pappschild: "Attentat??? Terrorismus??? Was ist im Rosengarten geschehen??? Ermittelt!!!", steht auf der einen Seite.

Auf der Rückseite ist eine längere Liste mit den Namen jener Personen, die am 26. September im Rosengarten des Weißen Hause waren und danach positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Trump hatte am 26. September mehr als 100 Menschen in den Rosengarten eingeladen, um seine Kandidatin Amy Coney Barrett für den freigewordenen Richterposten am Supreme Court vorzustellen.

Andernorts übliche Schutzmaßnahmen wurden in den Wind geschlagen. Die Stühle standen eng beisammen. Kaum jemand trug eine Maske. Manche Gäste schreckten sogar vor Umarmungen nicht zurück.

Seit Trump positiv auf das Corona-Virus getestet wurde, gibt es Gerüchte über seinen Gesundheitszustand. Beobachter schimpfen über mangelnde Transparenz und widersprüchliche Informationen.

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Falsche Gerüchte über Corona bei Demokraten

Will raunt stattdessen: "Manchmal werden biologische Waffen eingesetzt, und Menschen geben es nicht zu, wenn sie sie benutzen." Wer Will für einen durchgeknallten Verschwörungsgläubigen halten sollte, wäre in der Menge vor dem Walter-Reed-Krankenhaus womöglich in der Minderheit. Dort erhält er viel Zuspruch.

"Das ist schon merkwürdig", pflichtet ihm ein Trump-Unterstützer bei, nachdem er das Schild gelesen hat. "Alter, das ist supermerkwürdig", erwidert seine Begleiterin. "Warum stecken sich keine Demokraten an?"

Das ist einerseits falsch, da sich auch prominente Demokraten infiziert haben. Vor allem liegt es aber daran, dass kaum Demokraten im Rosengarten anwesend waren - und dass es deren Präsidentschaftskandidat Joe Biden mit dem Corona-Schutz erheblich genauer nimmt als Amtsinhaber Trump.

Rechte Medien nähren die Zweifel

Zweifel an dieser Verbreitung werden auch in manchen Medien gesät. Tucker Carlson sticht unter den Moderatoren bei "Fox News" als besonders fanatischer Unterstützer Trumps hervor.

Carlson nennt es in seiner Show am Freitag gleich zwei Mal "ein bisschen merkwürdig", dass Trump sich ausgerechnet einen Monat vor der Präsidentschaftswahl angesteckt hat. "Ich bin kein Verschwörungstyp, ich stelle nur fest", sagt Carlson nebulös. So nährt er das abseitige Gerücht, dass Masken-Muffel Trump gezielt infiziert wurde.

Trump hat in den vergangenen Wochen Massenveranstaltungen abgehalten und noch am Donnerstag zahlreiche Spender getroffen - obwohl er von seiner Infektion bereits wusste.

Gerüchte im Hintergrund -
Was die Ärzte über Trumps Erkrankung sagen
 

"Es geht ihm sehr gut", sagt sein Arzt. US-Reporter, auch von der "New York Times", zitieren Quellen, die das anders beurteilen. Was haben Trumps Mediziner konkret gesagt?

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Trump inszeniert sich als Märtyrer

Der US-Präsident stellt es nun so dar, als habe er sich mit seiner Krankenhaus-Einlieferung für das Amt aufgeopfert. "Ich hatte keine Wahl, weil ich nicht einfach im Weißen Haus bleiben wollte", sagte er in einer Videobotschaft am Samstag. "Das ist das mächtigste Land der Welt. Ich kann nicht in einem Zimmer im Obergeschoss eingesperrt und völlig sicher sein"

Als Anführer muss man Problemen ins Auge sehen.
Donald Trump, US-Präsident

Trumps Anwalt Rudy Giuliani schlägt in dieselbe Kerbe. "Er hätte die Wahl gehabt, sich fünf Monate lang im Weißen Haus zu verstecken", sagte der frühere New Yorker Bürgermeister am Sonntag. "Aber er sagte: 'Wenn ich nicht führen würde, wer würde führen? Wenn ich mich verkrochen hätte, wäre die ganze Wirtschaft im Keller geblieben'."

Kein Umdenken bei seinen Anhängern vor dem Krankenhaus

Zur Unterstützung Trumps hat sich vor dem Krankenhaus auch John Maxwell eingefunden. Der 46-Jährige trägt ein Plakat mit der Aufschrift "Donald Trump ist der beste Präsident in der Geschichte der USA". Was er nicht trägt: eine Maske. Ob Trumps Erkrankung nicht ein Umdenken erfordere?

Ich will keine Maske tragen, Punkt. Wenn du denkst, dass ich dich anstecken werde, dann hast du das Recht, nicht in meiner Nähe zu sein.
John Maxwell, Trump-Fan

Seine Freiheit gehe ihm über alles und schließe die Freiheit auf Maskenverzicht ein. "Und wenn ich Covid habe und es jemandem weitergebe, dann ist das Amerika, Mann. Das ist Amerika."

Donald Trump und Joe Biden vor einer Wahlgrafik
Grafik

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US-Wahl: So steht es in den Umfragen
 

Donald Trump oder Joe Biden - wer wird der nächste Präsident der USA? Der Stand der Umfragen in interaktiven Karten und Grafiken.

von Robert Meyer
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