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Wer sind die "Proud Boys"?

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Trump distanziert sich kaum - Wer sind die "Proud Boys"?

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In der TV-Debatte forderte US-Präsident Donald Trump die rechtsextremen "Proud Boys" so halbherzig zur Zurückhaltung auf, dass die es als Erfolg feiern. Wer ist diese Gruppe?

The Proud Boys am 26.09.2020 in Portland
Treten oft mit Waffen und kugelsicheren Westen auf: Anhänger der Proud Boys im September in Oregon.
Quelle: picture alliance/ZUMA Press

Es war einer der denkwürdigen Momente der TV-Debatte. Mehrfach forderte Moderator Chris Wallace vom konservativen Sender Fox News Trump auf, sich deutlich von White Supremacists und rechten Milizen zu distanzieren. Doch Trump wand sich, verwies auf die falsche Behauptung, dass Linke deutlich mehr Gewalt verübten.

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Anstatt rassistische Ideologien insgesamt zu verurteilen, bat er Moderator Wallace um den Namen einer konkreten Gruppe, die er zu verurteilen habe. Biden warf den Namen "Proud Boys" in die Runde und Trump befahl den "Proud Boys" halb augenzwinkernd, "stand back and stand by" ("haltet euch zurück und haltet euch bereit"). Und nur Sekunden später war er wieder bei linker Gewalt angekommen.

Von rechten Hipstern zur Hass-Gruppe

Wer sind die "Proud Boys" ("Stolze Jungs"), deren Aktivitäten der US-Präsident so halbherzig unterbinden möchte?

Das Southern Poverty Law Center, das in den USA rechte Organisationen beobachtet, beschreibt die Gruppe als "extremistische Hass-Gruppe", die vorgibt, lediglich eine "Studentenverbindung ohne politische Korrektheit" zu sein.

Ursprünglich gegründet wurde sie 2016 vom rechtsextremen Publizisten Gavin McInnes, der lange Zeit jedoch darauf bedacht war, sich von anderen Teilen der Alt-Right-Bewegung abzugrenzen, die seine Gruppierung wiederum als "Hipster" ablehnten. Laut Anti-Defamation League sollen ihr bis zu 1.000 Mitglieder angehören, das Magazin Forbes verweist auf 20.000 Unterstützer der diversen Fan-Seiten.

Am 30. September überträgt das ZDF live das erste TV-Duell Trump gegen Biden aus Cleveland/Ohio. USA-Korrespondenten des ZDF sind live vor Ort und analysieren den Auftritt der Kandidaten, der die Wahl entscheiden kann.

Beitragslänge:
114 min
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"Proud Boys" an Charlottesville-Demonstration beteiligt

Erste Unterstützer sammelten die "Proud Boys" in Onlineforen wie Reddit oder 4Chan. Insbesondere sogenannte "Incels", eine Bewegung von Männern, die sich selbst als "unfreiwillig zölibatär" beschreiben, fühlten sich von der Macho-Kultur der "Proud Boys" angesprochen. Sie verbinden homophobe, frauen- und ausländerfeindliche Ansichten mit College- und Party-Kultur.

Die "Proud Boys" waren eine der ersten neurechten Internet-Gruppierungen, denen es gelang, aus den obskuren Ecken des Netzes auszubrechen und auch Treffen in der analogen Welt zu organisieren. Medial bekannt wurden sie vor allem dadurch, dass ein früheres Mitglied der "Proud Boys" die "Unite the Right" Demonstration in Charlottesville 2017 mit organisierte, bei der ein Rechtsextremist eine Gegendemonstrantin mit seinem Auto tötete.

Menschen beobachten die ersten TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden in einer Bar in Sydney (Australien)

Trump gegen Biden: Beste Zitate -
"Würden Sie mal die Klappe halten, Mann?"
 

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In der Folge radikalisierte sich die Gruppierung zusehends. Immer häufiger ging von "Proud Boys" Gewalt aus, vor allem gegen Gegendemonstranten bei ihren Veranstaltungen. Das FBI stufte sie schließlich 2018 als extremistisch ein.

Ihre Logos und T-Shirt-Motive sieht man inzwischen häufig auf Treffen rechter Milizen in vielen US-Bundesstaaten, zuletzt am 26. September bei einer Kundgebung in Oregon. Obwohl sie von diversen sozialen Netzwerken verbannt wurden, organisieren sie sich weiterhin über alternative Kanäle der rechtsextremen Szene.

Jubel und Entsetzen über Trumps Äußerungen

Im Netz dauerte es auch nur wenige Minuten, bis nach den handzahmen Äußerungen des US-Präsidenten während der Debatte die ersten Jubelbotschaften gepostet wurden. Mehrere der Organisation nahestehende Accounts ersetzten ihre Profilbilder mit dem Trump-Zitat "stand back and stand by".

Das mediale Echo auf Trumps Zögern war deutlich. Der linke Politikberater Van Jones bezeichnete es sogar als die zentrale Aussage der gesamten Debatte: dass Trump sich nicht von weißem Extremismus distanzieren wolle.

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