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Hitziger Schlagabtausch am Rande des Chaos

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TV-Duell in den USA - Hitziger Schlagabtausch am Rande des Chaos

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Die erste Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden hat die Unterschiede zwischen den beiden Kandidaten erneut deutlich gemacht. Dabei kam es immer wieder zu Regelverstößen.

In den USA haben sich Donald Trump und Joe Biden ein erstes TV-Duell geliefert - mit harten Wortgefechten. Wer dabei punkten konnte, analysiert USA-Korrespondent Elmar Theveßen.

Beitragslänge:
35 min
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"Das waren interessante anderthalb Stunden", resümierte Moderator Chris Wallace am Dienstagabend (Ortszeit) in Cleveland, Ohio nach der ersten TV-Debatte zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden. Eine durchaus diplomatische Bezeichnung für diese erste Debatte, die immer wieder in Chaos zu enden drohte. Moderiert und geschlichtet werden musste in diesen 90 Minuten vieles.

Biden und Trump treten unterschiedlich auf

Die Debatte verlief so, wie viele es im Vorfeld erwartet hatten: Unterbrechungen, Regelbrüche, Angriffe. In den ersten Minuten kam es einem so vor, als müsse die Debatte womöglich abgebrochen werden, so schnell und so weit lief das Ganze aus den Rudern.

Schwarzweißbild von Donald Trump auf der linken- und Joe Biden auf der rechten Seite.
Liveblog

US-Präsidentschaftswahl -
Liveblog zum ersten TV-Duell
 

Joe Biden ist erstmals auf Amtsinhaber Donald Trump getroffen. Welcher Kandidat hat überzeugt? Alles dazu im Liveblog.

Die Unterschiede zwischen den beiden Kandidaten hätten wohl nicht größer seien können. Biden präsentierte sich größtenteils ruhig, stritt nicht mit dem Moderator und sprach regelmäßig direkt in die Kamera und an die amerikanische Bevölkerung.

Trump hingegen feuerte immer wieder Angriffe Richtung Biden und gegen den Moderator, fiel Biden wiederholt ins Wort. Das machte es zeitweise schwer, Biden zu folgen, denn Trump redete einfach gleichzeitig. Das Regelwerk sieht vor, dass beiden Kandidaten jeweils die gleiche Redezeit ohne Unterbrechungen zusteht. Dem US-Präsidenten schien das egal zu sein.

Debatte um Ginsburg-Nachfolge

Auch inhaltlich wurden die Differenzen sehr deutlich. Direkt zu Beginn der Debatte fragte Wallace die beiden Kandidaten, wie sie mit dem freien Platz am Supreme Court umgehen würden. Trump hat bereits seine Kandidatin für den Posten bekannt gegeben und sieht sich im Recht: "Wir haben die Wahl gewonnen."

Von Biden wurde diese Antwort mit Lachen quittiert. Die USA befänden sich bereits mitten in einer neuen Wahl. Nun müsse das Ergebnis dieser Wahl abgewartet werden, bevor Entscheidungen wie die Neubesetzung des Supreme Court Sitzes getroffen würden.

Schlagabtausch beim Thema Coronavirus

Weitere Themen der Debatte waren die Coronavirus-Pandemie, die Wirtschaft, Trumps Steuererklärung, die Protestbewegungen in den USA, die Umwelt und die Debatte um Briefwahl und das Wahlergebnis. In keinem dieser Punkte waren sich die beiden Kandidaten einig. Die Debatte wurde zum heftigen Schlagabtausch, bei dem Moderator Wallace immer wieder eingreifen musste, um wenigstens ein wenig dieses zunehmenden Chaos zu verhindern.

Joe Biden bei einer Videokonferenz am 21.08. 2020 in Milwaukee (USA)

Biden oder Trump -
Wer punktet im digitalen Wahlkampf?
 

Die US-Präsidentschaftswahl findet inmitten der Corona-Pandemie statt. Für Trump und Biden bedeutet das in Sachen Wahlkampf: Umdenken. Ein Blick auf die Strategien der Kandidaten.

von Caroline Leicht

Mit Blick auf die Corona-Pandemie warf Biden Trump mangelndes Krisenmanagement vor. Wenn Trump vom Golfplatz ins Oval Office gehen würde, könne er die Krise vielleicht in den Griff bekommen, so Biden über den Präsidenten. Das ließ Trump nicht auf sich sitzen. Er habe einen großartigen Job gemacht. "Du hättest diesen Job niemals machen können", feuerte er gegen Biden.

Trump feuert gegen Briefwahl

Ein großer Streitpunkt kam zum Ende der Debatte auf als Moderator Chris Wallace die Kandidaten fragte, ob sie das Ergebnis der Wahl annehmen würden beziehungsweise darauf verzichten würden, sich selbst als Sieger zu deklarieren, falls das offizielle Ergebnis mit Verzögerung bekannt gegeben würde.

Die US-Demokraten sehen in der Briefwahl eine Chance, die Präsidentschaftswahl sicher durchzuführen – trotz Corona. US-Präsident Trump ist gegen Briefwahlen – weil sie seine Wiederwahl gefährden könnte. Jetzt will er Hilfsgelder für die Post blockieren.

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Während Biden zusicherte, das Ergebnis so zu akzeptieren, wie es ausfalle und auf offizielle Zahlen zu warten, wollte Trump sich erneut nicht festlegen. Wieder kritisierte er das Briefwahl-System und behauptete, dabei werde es zu Wahlbetrug kommen.

Biden und Trump treffen bis zur Wahl im November noch zweimal in TV-Debatten aufeinander. Ob es dabei weniger chaotisch zugehen wird, scheint fraglich. Klar ist, dass beide Kandidaten mit ihrem jeweiligen Auftreten in dieser ersten Debatte, ihr Publikum erreicht haben werden - beide auf ihre ganz eigene Art.

Der Autorin auf Twitter folgen: @carolineleicht.

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Donald Trump oder Joe Biden - wer wird der nächste Präsident der USA? Der Stand der Umfragen in interaktiven Karten und Grafiken.

von Robert Meyer
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