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Wahllokale, Swing States,Tendenz - Der Ablauf der US-Wahl im Überblick

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Biden oder Trump? Die USA wählen ihren nächsten Präsidenten. Wann schließen die wichtigsten Wahllokale? Wann wird ein Ergebnis verkündet? Alles Wichtige zum Wahltag.

Der US-amerikanische Präsident wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern von Wahlleuten aus den Bundesstaaten. Bei ihrer Berufung gilt: Winner takes all!

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Es ist so weit: Die Wahllokale in den USA haben geöffnet und die Amerikaner wählen in einer von vielen als schicksalhaft bezeichneten Wahl den neuen Präsidenten des Landes. Der amtierende Präsident und Republikaner Donald Trump liegt in den Umfragen deutlich hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden.

Auf die Entscheidung in welchen Staaten kommt es an? Wann schließen die einzelnen Wahllokale? Wann ist mit einem Ergebnis der US-Wahl zu rechnen? Und wieso ist die Briefwahl so umstritten? Fragen und Antworten zum Ablauf des Wahltags.

Wie die Wahllokale bei der US-Wahl schließen

Zwischen 12 und 18 Uhr deutscher Zeit öffnen in den USA die Wahllokale - am frühesten im Osten des Landes und zuletzt in westlichen Bundesstaaten wie Kalifornien. Die Uneinheitlichkeit hängt mit den verschiedenen Zeitzonen der einzelnen Staaten zusammen.

Das führt dazu, dass die Wahllokale auch zu unterschiedlichen Zeiten schließen und die Zwischenstände zu den einzelnen Staaten nach und nach im Laufe der Nacht bekanntgegeben werden. Während in Virginia schon um ein Uhr nachts deutscher Zeit erste Zahlen eintreffen, kann in Kalifornien noch vier Stunden gewählt werden.

Die Tabelle zeigt, wann in den einzelnen Bundesstaaten die letzten Wahllokale schließen.

Swing States: Auf welche Staaten es bei der US-Wahl ankommt

In rund zwei Drittel aller Bundesstaaten haben Trump oder Biden einen so großen Umfragevorsprung, dass der Gewinner dort schon so gut wie feststeht. So wird Biden zweifellos die Demokraten-Hochburgen Kalifornien, New York und Massachusetts gewinnen, Trump dagegen Republikaner-Bastionen wie Wyoming, Oklahoma und Arkansas.

Sogenannte Swing States sind Bundesstaaten, in denen es in den Umfragen vor der Wahl noch keine klare Tendenz für einen Kandidaten gab. Vor allem der Ausgang in den bevölkerungsreicheren Swing States wird entscheidend sein für den Sieg bei der Wahl zum Präsidenten.

Gewinnt einer der Kandidaten beispielsweise schon früh in der Nacht Ohio (1:30 Uhr Schließung der Wahllokale), Florida (2:00 Uhr) und Pennsylvania (2:00 Uhr), wäre das eine klare Tendenz hin zu einem Wahlsieg. Weitere früh schließende Swing States sind Georgia (1:00 Uhr) und North Carolina (1:30 Uhr).

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Ein besonderes Augenmerk liegt dieses Jahr auch auf Texas, das eigentlich als Hochburg der Republikaner gilt. Seit Jimmy Carter 1976 konnte kein demokratischer Präsidentschaftskandidat mehr Texas für sich entscheiden.

Doch der mit 21,6 Millionen Wahlberechtigten zweitgrößte Bundesstaat der USA gilt in den Umfragen als umkämpft.

Wann steht der neue US-Präsident fest?

Fällt das Ergebnis relativ deutlich aus, wird der Sieger der US-Präsidentschaftswahl voraussichtlich zwischen 5 und 9 Uhr deutscher Zeit verkündet. Ob Biden oder Trump gewonnen hat, ist dann jedoch vorher schon abzusehen.

Kommt es zu einem engen Ausgang, sind vor allem die Briefwähler entscheidend, die in diesem Wahlkampf sowieso eine besondere Rolle gespielt haben. Dann wird sich das Ergebnis verzögern: Es könnte sogar bis zu mehreren Tagen dauern, bis ein Sieger feststeht.

So haben schon mehrere Swing States wie Pennsylvania und Michigan angekündigt, dass sich die Auszählung der Stimmen bis Freitag hinziehen könnte. In Wisconsin könnte es ähnlich lang dauern. Alleine diese drei Bundesstaaten verfügen über 46 Stimmen im Wahlmännergremium.

Das Wahlsystem der USA

Welche besondere Rolle die Briefwahl spielt

Durch die Corona-Pandemie wollen in den USA deutlich mehr Wähler ihre Stimme per Brief abgeben. Dort werden die Stimmen per Brief in einigen Bundesstaaten wie Pennsylvania oder Wisconsin auch erst am Wahltag ausgezählt, was zu zusätzlichen Verzögerungen führen kann. Zudem zählt bei der Briefwahl in einigen Bundesstaaten das Datum des Poststempels. Stimmen können so noch am Wahltag verschickt und damit erst Tage nach der Wahl eintreffen.

Außerdem wollen Umfragen zufolge mehr Demokraten als Republikaner die Briefwahl nutzen. Daher könnten die ersten Auszählungsergebnisse aus den Wahllokalen mancherorts Trump in Führung sehen, die Auszählung der Briefwahlunterlagen letztlich aber Biden zum Sieg verhelfen.

Präsident Trump behauptet immer wieder laut und öffentlich, die Briefwahl sei besonders anfällig für Betrug. Sollte er aufgrund dieser Stimmen verlieren, ist offen, ob er das Ergebnis anfechten wird.

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Wer wacht über die Wahlergebnisse?

Ab Schließung aller Wahllokale im jeweiligen Bundesstaat veröffentlichen die großen US-Fernsehsender erste Zahlen. Sie stützen sich dabei auf Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe, erste Stimmauszählungen in den Wahllokalen und telefonische Umfragen.

Einen Verantwortlichen auf Bundesebene, wie in Deutschland den Bundeswahlleiter, gibt es in den USA nicht. Stattdessen gibt es 51 Wahlleiter von den Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington, die für die Organisation der Wahl und das Auszählen der Stimmen verantwortlich sind. In Streitfällen haben in der Regel die Gerichte das letzte Wort.

Szenarien zum US-Wahlausgang

Wer darf alles zwischen Trump und Biden wählen?

Wahlberechtigt ist zunächst jeder der rund 330 Millionen US-Bürger, der mindestens 18 Jahre alt ist. Ausgeschlossen sind Bewohner von US-Außengebieten wie Puerto Rico sowie vielerorts Häftlinge und Menschen, die wegen einer schweren Straftat verurteilt wurden.

Alle anderen Bürger müssen sich vor der Abstimmung zunächst beim zuständigen Wahlamt registrieren lassen.

Was wird außer dem Präsidenten in den USA noch gewählt?

Zeitgleich mit der Präsidentenwahl stimmen die Amerikaner auch über die Zusammensetzung des US-Kongresses ab. Zur Wahl stehen alle 435 Mandate im Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel der 100 Sitze im Senat. In den Bundesstaaten gibt es zudem viele Volksabstimmungen.

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