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Auch nach Truppenabzug - Biden sichert Afghanistan weitere Hilfen zu

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US-Präsident Biden sichert Afghanistan auch nach dem Truppenabzug Hilfen zu. Es geht um Milliardenbeträge - aber auch um Corona-Impfdosen.

US-Präsident Biden (r.) mit seinem afghanischen Amtskollegen Ghani während Gesprächen in Washington, D.C.
US-Präsident Biden (r.) mit seinem afghanischen Amtskollegen Ghani.
Quelle: reuters

US-Präsident Joe Biden hat bei einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani im Weißen Haus seine Unterstützung auch nach dem Truppenabzug der USA zugesichert. "Die Afghanen müssen über ihre Zukunft entscheiden, darüber, was sie wollen", sagte Biden und ergänzte, die "sinnlose Gewalt" müsse aufhören.

Ghani erklärte im Oval Office, er respektiere Bidens Entscheidung. Die Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Afghanistan trete nun in eine neue Phase ein. Im Gespräch mit Reportern nach dem Treffen sagte der afghanische Präsident, die Entscheidung der USA, die Truppen abzuziehen, sei eine souveräne Entscheidung und es sei Kabuls Aufgabe, mit den Konsequenzen umzugehen.

Biden plant finanzielle und medizinische Hilfe

Biden hatte den Kongress gebeten, 3,3 Milliarden Dollar für Sicherheitshilfe in Afghanistan im nächsten Jahr zu bewilligen und will außerdem drei Millionen Impfdosen in das Land schicken, um es bei der Bekämpfung des Coronavirus zu unterstützen.

Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, begrüßte das Führungstreffen und sagte, sie freue sich darauf zu hören, was mit der humanitären Hilfe der USA noch getan werden könne, insbesondere für Frauen und Mädchen.

Der Abzug der US-amerikanischen Truppen ist für dieses Jahr geplant. Insbesondere die afghanischen Frauen haben einiges zu befürchten, sollten die islamischen Fundamentalisten wieder an Einfluss gewinnen.

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Taliban drohen die Macht zu ergreifen

Der Besuch von Ghani findet zu einer Zeit statt, in der die Friedensverhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und der radikal-islamischen Taliban ins Stocken geraten sind. Afghanische Sicherheitskräfte kämpfen weiter gegen die Taliban, die mehrere Provinzhauptstädte bedroht. Es wird befürchtet, dass die Taliban wieder an die Macht kommen könnten.

Gleichzeitig mit dem Beginn des offiziellen Abzugs der internationalen Truppen am 1. Mai starteten die Taliban mehrere Offensiven in dem Land. Dabei eroberten sie etwa 70 der rund 400 Bezirke zurück. Hunderte Sicherheitskräfte der Regierung wurden getötet, verwundet, gefangen genommen oder zur Aufgabe gezwungen.

US-Soldaten gehen außerhalb ihrer Basis in der Provinz Uruzgan (Afghanistan) am 07.07.2017

Abzug aus Afghanistan - Die Nato hinterlässt ein Land am Abgrund 

Die Taliban haben die Teilnahme an Friedensgesprächen aufgekündigt. Mit dem Nato-Abzug verliert die afghanische Regierung das wichtigste Druckmittel: militärische Stärke.

von Katrin Eigendorf
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