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Machtwechsel in den USA - Neue Ära: Biden und Harris vereidigt

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Joe Biden ist in Washington als 46. US-Präsident vereidigt worden, ebenso Vize-Präsidentin Harris. Biden rief zu Einheit und Versöhnung auf - und unterschrieb die ersten Dekrete.

Joe Biden ist als 46. Präsident der USA vereidigt worden. In seiner Rede rief er zur Versöhnung und zur Einheit auf: "Ich will Präsident aller Amerikaner sein."

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In den USA hat eine neue Ära begonnen: Joe Biden wurde am Mittwoch vom Obersten Richter John Roberts als 46. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. "In dieser Stunde hat sich die Demokratie durchgesetzt", sagte Biden in seiner Antrittsrede unter dem Eindruck der gewaltsamen Erstürmung des Kapitols durch Anhänger seines Vorgängers Donald Trump.

[Joe Biden legt seinen Amtseid als 46. Präsident der USA ab: Sehen Sie bei ZDFheute die Amtseinführung im Video.]

Biden fordert Amerikaner zur Einheit auf

Mit 78 Jahren ist Biden der älteste Präsident in der Geschichte der USA. Er forderte die Amerikaner in einer bewegten Rede auf, sich dafür einzusetzen, das Land nach den politischen Grabenkämpfen des Wahlkampfs wieder zu einen.

Biden legte seinen Eid auf die Bibel seiner Familie aus dem 19. Jahrhundert ab, auf die er schon als Vizepräsident geschworen hatte. 2013 hatte sie sein inzwischen verstorbener Sohn Beau gehalten.

[Joe Biden legt seinen Amtseid als 46. Präsident der USA ab: Sehen Sie bei ZDFheute die Antrittsrede von Joe Biden.]

Kamala Harris schreibt Geschichte

Vor Biden war Kamala Harris als erste weibliche und nicht-weiße Vizepräsidentin vereidigt worden. Die Supreme-Court-Richterin Sonia Sotomayor nahm der 56-Jährigen am Mittwoch an der Westseite des US-Kapitols in Washington den Amtseid ab, kurz vor der Vereidigung Joe Bidens.

Die studierte Juristin und Politikerin schreibt damit amerikanische Geschichte.

[Auch Kamala Harris legte ihren Amtseid als 46. Vize-Präsidentin der USA ab: Sehen Sie bei ZDFheute im Video hier die Zeremonie.]

Biden unterzeichnet erste Dekrete

Biden hat bereits an seinem ersten Tag im Weißen Haus Dekrete unterzeichnet, unter anderem die Nominierung seines Kabinetts. In den nächsten Tagen plant er, alle möglichen Anordnungen zu prüfen und zu unterzeichnen, um die umstrittene Politik seines Vorgängers umzudrehen.

Biden will unter anderem die USA zurück ins Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 führen, den von Trump angeordneten Ausstieg aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rückgängig machen, den Bau der Grenzmauer zum Nachbarland Mexiko beenden und die Einreiseverbote für Menschen aus mehreren mehrheitlich muslimischen Ländern abschaffen.

[Joe Biden legt seinen Amtseid als 46. Präsident der USA ab: Lesen und sehen Sie bei ZDFheute, wie Europa und die Welt reagieren]

Nur zwei Vorgänger Bidens verfügten am Tag ihrer Amtseinführung jeweils eine Exekutivanordnung. Biden will auch angesichts der in den USA besonders verheerenden und von der Vorgängerregierung vernachlässigten Corona-Pandemie Entschlossenheit und Dringlichkeit signalisieren, die sein Vorgänger nach Bidens Argumentation sträflich vermissen ließ.

Dutzende weitere Maßnahmen werden für die zehn Tage nach der Amtseinführung erwartet. Biden plant, in den kommenden Tagen sämtliche Dekrete und Vorschriften Trumps zu überprüfen, die die Umwelt schädigen oder das Gesundheitswesen negativ beeinflussen könnten.

[Joe Biden legt seinen Amtseid als 46. Präsident der USA ab: Sehen Sie bei ZDFheute im Video, was nun alles auf ihn zukommt.]

Mehrere Stars glänzen bei Inauguration-Feier

Stars unterschiedlichster Richtungen haben die Musik zur Amtseinführung beigesteuert. Lady Gaga sang die Nationalhymne - mit Extravaganz und Leidenschaft. Eine große Taube prangte an ihrer Schulter, während sie "The Star-Spangled Banner" vortrug: eine Aufforderung zum Frieden in einem nach vier Jahren Präsidentschaft von Donald Trump tief gespaltenen Land.

Lady Gaga singt die US-Nationalhymne bei der Amtseinführung von Joe Biden

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Jennifer Lopez spann ganz in Weiß mit Woody Guthries "This Land is Your Land" den Faden fort und ließ dem "America The Beautiful" folgen.

Kurz nach Bidens Rede schlug ausgerechnet der Country-Star und bekennende Republikaner Garth Brooks eine musikalische Brücke: Mit einem Hauch Gospel-Gefühl bot der Sänger mit schwarzem Cowboy-Hut die Hymne "Amazing Grace" dar, ganz ohne instrumentale Begleitung - und setzte einen bewegten Schlusspunkt, als er das Publikum - die wenigen am Kapitol und die Millionen zuhause an den Fernsehschirmen - sanft aufforderte, die letzte Strophe mitzusingen.

Poetin Amanda Gorman hinterlässt starken Eindruck

Einer der wohl meistdiskutierten Auftritte rund um die Amtseinführung Bidens legt aber die 22 Jahre alte Poetin Amanda Gorman hin, die ein Gedicht vorliest, in dem sie gekonnt ihre eigene Lebensgeschichte mit der harten sozialen Realität Amerikas verwebt. An mancher Stelle fühlt man sich an John F. Kennedy und dem legendären Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. erinnert.

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"Even as we grieved, we grew" - "Selbst als wir trauerten, wuchsen wir", trägt Gorman eindringlich vor, und: "Wir haben uns nicht darauf vorbereitet gefühlt, die Erben von solch einer erschreckenden Stunde zu sein. Aber mittendrin fanden wir die Kraft, ein neues Kapitel hervorzubringen, uns selbst Hoffnung und Lachen anzubieten." 

Am Nachmittag im Weißen Haus

Nach der Vereidigungs-Zeremonie traf Biden im Weißen Haus ein. Gemeinsam mit der neuen First Lady Jill Biden wurde er am Mittwochnachmittag mit einer Präsidenten-Eskorte zu seinem Wohn- und Amtssitz im Zentrum der Hauptstadt Washington gebracht. Die letzten Meter legten Joe und Jill Biden zu Fuß zurück.

Bidens Konvoi wurde auf der letzter Strecke vor dem Weißen Haus von einer Parade zur Amtseinführung begleitet. Die Kolonne fuhr in Schrittgeschwindigkeit. Vor den Fahrzeugen marschierten Kapellen und Teilnehmer in historischen Uniformen. Ihnen folgten Polizeimotorräder mit Beiwagen. Die Limousine des Präsidenten wurde von Leibwächtern des Secret Service eskortiert.

Als eine seiner ersten Amtshandlungen hatte Biden das Grab des unbekannten Soldaten auf dem Nationalfriedhof in Arlington besucht.

Amtseinführung unter Eindruck der Corona-Pandemie

Die diesjährige Amtseinführung stand unter dem Eindruck der Corona-Pandemie: Anders als üblich gibt es für Biden kein Massenpublikum. Wegen der Erstürmung des Kapitols durch gewalttätige Anhänger seines Vorgängers Donald Trump vor zwei Wochen wurden zudem die Sicherheitsvorkehrungen erheblich verschärft.

An der Zeremonie hatten drei frühere US-Präsidenten teilgenommen, nicht aber sein direkter Vorgänger Donald Trump. Allerdings kam der bisherige Vizepräsidenten Mike Pence. Er entschied sich für die Amtseinführung anstatt seinen Ex-Chef Trump am Flughafen zu verabschieden.

Trump dagegen erwies als erster US-Staatschef der jüngeren Geschichte seinem Nachfolger Biden nicht die Ehre, an dessen Amtseinführung teilzunehmen.

Alle aktuellen Ereignisse können Sie auch hier im Liveblog lesen:

Amtseinführung von Joe Biden und Kamala Harris am 20.01.2021 in Washington

Amtseinführung in den USA -
US-Präsidentschaft - aktuelle Entwicklungen
 

Langes Warten aufs Ergebnis, Klagen von Trump, der Sturm aufs Kapitol: Bis zur Einführung von Joe Biden als 46. US-Präsident ist viel passiert. Die neuesten Entwicklungen im Blog.

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