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Angehender US-Präsident - Joe Bidens Versprechen

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Durchhalten, nie aufgeben, Politik als Fluchtpunkt: In einem jetzt auf Deutsch erschienenen Buch schildert Joe Biden seine und die tragische Geschichte seines Sohnes.

Joe Biden, demokratischer Präsidentschaftskandidat. Archivbild
"Menschen zusammenzubringen, (...) über tiefe Gräben hinweg" - Joe Biden (Archiv)
Quelle: Carolyn Kaster/AP/dpa

"Sleepy creepy Joe" titulierte ihn Donald Trump, einen "schläfrig-gruseligen Joe". Als einen stotternden weltfremden Träumer verspotteten ihn seine Gegner. Doch bald ist Joe Biden der 46. Präsident der Vereinigten Staaten. Der 78-jährige aus Wilmington wird ins Weiße Haus einziehen. Das hatte er seinem Sohn Beau versprochen, der einem Gehirntumor erlegen war.

Wer mehr über Joe Biden erfahren will, findet in seinem neuen auf Deutsch erschienenen Buch "Versprich es mir" (US-Titel: Promise Me, Dad: A Year of Hope, Hardship and Purpose) viele Antworten. Biden erzählt seine eigene und die tragische Geschichte seines Sohnes.

Politik als Fluchtpunkt, um zu überleben

Joseph Robinette, genannt Beau, ist der aufstrebende Generalstaatsanwalt von Delaware, den viele als künftigen Präsidenten der USA sehen. Während sich Vater Joe als Obamas Vizepräsident um Krisen im Irak, in der Ukraine oder in Mittelamerika kümmern muss, wird im November 2014 die Thanksgiving-Feier der Bidens von der Nachricht überschattet, dass Beaus Gehirntumor weiter wuchert. Trotz tapferer Gegenwehr verschlechtert sich sein Zustand.

Wieder schlägt das Schicksal in Joe Bidens Leben zu. Er war gerade einmal dreißig Jahre alt, als in der Woche vor Weihnachten 1972 seine erste Frau Neilia und die 18 Monate alte Tochter Naomi bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen. Seine Söhne Beau und Hunter überlebten schwer verletzt.

Joe Biden ist erschüttert, verkauft sein Haus, zieht die beiden Söhne groß und stürzt sich in die Arbeit. Nur so kann er den Tod seiner Frau überstehen. Politik wird sein Fluchtpunkt, um zu überleben. Sein lebenslanges Motto: Durchhalten. Nie aufgeben.

Erfahren, einfühlsam, auf ganzer Linie das Gegenteil von Donald Trump: Joe Biden will die Führung eines Landes übernehmen, das tief in der Krise steckt. Corona-Pandemie, Wirtschaftsflaute und Rassismus-Debatte spalten die USA.

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Krisenmanagement in Trauerfällen ist seine Stärke

"Meine Überzeugung war, dass ein Politiker zuallererst die Pflicht hat, Menschen zusammenzubringen, vor allem in einer Krise, über tiefe Gräben hinweg - ...

... es gilt jedermann am Tisch Respekt zu erweisen und nach vorne zu schauen.
Joe Biden, gewählter US-Präsident

, schreibt Biden in seinem bewegenden Buch. "Nach 45 Amtsjahren prägte diese Grundhaltung noch immer meine Arbeit."

Krisenmanagement in Trauerfällen ist seine Stärke. Eindrucksvoll schildert Biden, wie es ihm nach tödlichen Schüssen auf zwei New Yorker Cops gelingt, 25.000 trauernden Polizisten in einer aufgewühlten Atmosphäre die Hand zu reichen. Joe Biden steht für Mitleid und Empathie. Er besucht den chinesischen Vater eines der Polizisten. Der US-Vizepräsident und der trauernde Vater reden nicht viel, sie umarmen sich. "Was kostet es denn, sich einen Moment Zeit zu nehmen, um jemandem in die Augen zu schauen, ihn zu umarmen oder ihr zu sagen: Ich verstehe deinen Schmerz, du bist nicht allein", sagt Biden.

Versprechen am Krankenbett des Sohnes

Sohn und Hoffnungsträger Beau verliert Ende Mai 2015 seinen Kampf gegen den Krebs. Biden notiert in seinem Tagebuch: "Es ist geschehen." Auf der Trauerfeier singt Chris Martin von Coldplay "The Kingdom will come", Beaus Lieblingslied. Joe versprach seinem Sohn noch am Krankenbett, alles zu tun, um als Präsident für eine bessere Zukunft zu kämpfen.

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7 min
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Doch 2016, kurz nach seinem Tod, kann er nicht kandidieren, die Trauer lähmt ihn zu sehr. Aber er fragt sich, wie er nun den Rest seines Lebens verbringen soll? "Dem Sonnenuntergang entgegenreiten?" Nein. 2019 entschließt er sich als "alter weißer Mann" zur Kandidatur und gewinnt.

Am 3. November 2020 besuchte Joe Biden nach dem Wahlgang das Grab seines Sohnes Beau.

Wenn Angst das Problem ist, dann ist Wissen die Antwort,

betont er und: "Es gibt nichts, was wir Amerikaner nicht erreichen können, wenn wir es uns ernsthaft vornehmen."

Joe Biden gibt in "Versprich es mir" eine Menge von sich preis. Ihm fiel wenig in den Schoß, er musste sich das Meiste erkämpfen und blieb sich dennoch seiner Privilegien bewusst. Für seine Leserschaft in den USA war das Besteller-Buch in den Trump-Jahren ein emotionaler Rettungsring, an den sich viele klammern konnten.

Im dritten Anlauf Präsident - Joe Biden: Der Zielstrebige aus Delaware 

Joe Biden wusste schon früh, dass er US-Präsident werden will. 2020 hat es nun geklappt. Ein Blick auf Bidens Karriere und politische Positionen.

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2 min
von Caroline Leicht
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